News / Mein "Blog"

Neues aus anarchistischen und sozialrevolutionären Bewegungen und was mir halt gerade so durch den Kopf geht. Die alten Beiträge findet ihr nach Monaten sortiert, einzelne sind thematisch archiviert oder wurden in die Textsammlung verschoben.

Hier ist es derzeit leider ziemlich still geworden - für regelmäßige Veröffentlichungen fehlt mir gerade die Zeit... Regelmäßig aktualisierte News gibt es aber bei meinem Twitter-Account oder auf Facebook.



 

Diesmal wollen wir den Text „Der Arbeiterkult“ (hier als Broschüre zum Ausdrucken) zur Diskussion stellen.

„Der ideale Arbeiter des Marxismus oder Sozialismus ist eine mythische Figur.“

„Die russischen Volkstümler und die Lehre von Sorel sind zwei Ausprägungen eines romantisch verklärten Arbeiterkults, der in der bolschewistischen Demagogie seine formelle Fortsetzung gefunden hat. Im Vergleich zu den meisten Schriftstellern hat Gorki noch die längste Zeit sehr intensiv im Proletariat gelebt, und er schreibt: „Immer dann, wenn sie (die Propagandisten) vom Volk sprachen, merkte ich sofort, daß sie es mit ganz anderen Augen betrachteten als ich dies tat. Das überraschte mich und ließ mich an mir selbst zweifeln. Das Volk verkörperte für diese Leute Weisheit, Schöngeistigkeit und Warmherzigkeit. Es war für sie ein einzigartiges, geradezu göttliches Wesen, das im Besitz von nahezu allem stand, das wahr, gut und schön ist. Das war wahrlich nicht das Volk wie ich es kannte.““

„Malatesta sah das Proletariat selbst nicht durch die rosa gefärbten Brillengläser eines Kropotkin, und Luigi Fabbri schrieb in einem sich auf die aufständische Nachkriegsepoche beziehenden Artikel: “Unter den armen, einfachen Leuten, unter den Arbeitern, glauben viele allen Ernstes, daß eines Tages der Zeitpunkt gekommen sein wird, an dem sie selber nicht mehr und an ihrer Stelle nur noch die Herren arbeiten werden“. Wer immer die Geschichte der Arbeiterbewegung zurückverfolgt, wird darin eine durchaus erklärbare, aber immerhin so große moralische Unreife bemerken, daß sie gleich alle schwärmerisch veranlagten, von den Massen Begeisterten aufs deutlichste Lügen straft.“

Wir stellen jeden zweiten Freitag im Monat einen Text zur Diskussion. Diese Diskussionen stellen einen Versuch dar, eine anarchistische Debatte in Gang zu setzen. Wir wollen weder Expert_innen, noch Konsument_innen. Kommt bitte vorbereitet, lest den Text und macht euch dazu Gedanken (evtl. Notizen). Wir wollen unsere Ideen und Vorstellungen teilen und diskutieren um unsere Kritik zu schärfen.

Wo? Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien, Lerchenfelderstraße 124 - 126, Hof 3, Tür 1 A (1080 Wien)
Wann? 12. August 2016, 19:30 Uhr




Ort des Camps: Böllerbauer, Salaberg 32, 3350 Haag - Homepage

Homepage mit allen Informationen: www.acamp2016.org

Acamp 2016Was es werden soll

Das anarchistische Camp 2016 in Österreich hat zum Ziel, Menschen strömungs-, projekt- und grenzübergreifend zusammenzubringen und die Kooperation innerhalb der linken und anarchistischen Bewegung zu stärken. Herrschaftslose Gesellschaftsalternativen können nicht nur aus Büchern erlernt werden – sie müssen im richtigen Leben erprobt sein. Das Camp kann uns Erfahrungen mit Selbstorganisation ermöglichen, neue Perspektiven für soziales Zusammenleben eröffnen und Ideen für zukünftige Projekte schaffen. Außerdem fördert die gemeinsame Auseinandersetzung mit herrschaftskritischem Denken das Hinterfragen des eigenen Handelns.

Wir wollen eine zentrale Schnittstelle für die verschiedenen Kämpfe gegen die alltäglichen Formen von Rassismus, Sexismus und Ausbeutung schaffen und damit auch ein Vernetzungs- und Aktionsnetzwerk über die Dauer eines Camps hinaus aufbauen. Du brauchst weder in irgendeiner Szene zu sein noch dich mit irgendwelchen Theorien auszukennen, um am A-Camp teilzunehmen. Jede*r ist eingeladen, die*der sich mit emanzipatorischen und antiautoritären Ideen identifizieren kann.

Unsere Stärke liegt in solidarischer Gemeinschaft!

Was es gibt und was es kann - Ablauf und Programm

Das A-Camp ist kein “Urlaub” im üblichen Sinn. “Urlaub” beinhaltet die Trennung von Arbeit und Freizeit. Statt unsere Arbeitskraft zu regenerieren wollen wir unser Leben gemeinsam ohne Zwänge gestalten und die anarchistische Theorie mit einer solidarischen Praxis auffüllen: bei den Dingen des alltäglichen Lebens ebenso, wie bei Diskussionen, Workshops und beim gegenseitigen Kennenlernen.

Das Camp findet auf dem Gelände eines Hofkollektivs statt. Es gibt mehrere Wiesen, einen kleinen Fluss und wahrscheinlich einen Feuerplatz. Neben genügend Platz zum Zelten bietet das Camp die unterschiedlichste Infrastruktur und wir können ein paar der vorhandenen Räume nutzen (andere werden verschlossen bleiben).

Gemeinsam wird so gekocht, dass alle etwas essen können (Veganer*innen, Rücksicht auf Allergien oder stillende Mütter). Wichtig ist uns, einen solidarischen Anspruch praktisch umzusetzen: Wenn wir die anfallenden Alltagsarbeiten (einkaufen, kochen, putzen, aufräumen, …) gemeinsam bewältigen und in Kooperation auf alle Campteilnehmer*innen aufteilen, muss jede*r einzelne nur wenig Zeit dafür aufbringen.

Gelebte Anarchie setzt auch voraus, dass wir praktisch handeln. Um unseren Gastgeber*innen für das Bereitstellen ihres Geländes zu danken, wollen wir mit ihnen gemeinsam auch etwas schaffen, was am Gelände bleibt und ihnen zugutekommt.




Ein Gustostückerl militaristischer Indoktrinierung aus der selbsternannten "antimilitaristischen" DDR. Mal ein Musiktipp des Grauens...

Wenn ich groß bin, gehe ich zur Volksarmee
http://www.youtube.com/watch?v=c_kiJht_oJM




Didier Eribon ist etwas gelungen, was nicht nur in Frankreich eher selten vorkommt: Obwohl er 1953 in eine Fabrikarbeiterfamilie in Frankreichs Nordosten hineingeboren wurde, ist er heute ein renommierter Soziologe, Foucault-Biograf, LBGT-Aktivist und öffentlicher Intellektueller. Im Jahr 2009 hat er in Frankreich das Buch "Retour à Reims" (Rückkehr nach Reims) veröffentlicht, in dem es unter anderem um die Frage geht, warum bis heute so wenigen Arbeiterkindern der soziale Aufstieg gelingt. Das Buch ist gleichzeitig ein Roman und eine soziologische Studie: Eribon hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seiner Familie, als ihn die Nachricht vom nahen Tod seines Vaters erreichte. Er kehrte zurück und stellte fest, dass aus seiner ehemals zutiefst kommunistischen Familie in der Zwischenzeit Wähler des rechtsextremen Front National (FN) geworden waren...

In einem langen Interview in der "Zeit" erläutert Didier Eribon die Schwäche der Linken, rechnet mit Protestbewegungen a la Occupy und Nuit debout ab ("Ihr seid Post Graduates, aber nicht die 99%") und beschreibt die Anziehungskraft rechter Protestparteien in der ArbeiterInnenklasse. Ein lesenswertes Interview zur Sozialen Frage und den unzureichenden aktuellen linken Antworten darauf.




Der Folder zum Download (auf das Bild klicken): Mehr Platz für Anarchie! Eine Spendenkampagne der Anarchistischen Bibliothek, Archiv und Institut Wien

Mehr Platz für Anarchie




In den letzten Tagen wurde das Textarchiv aktualisiert, auch die Bildergalerie erlebte ein Update. In den nächsten Wochen wird es weitere Aktualisierungen geben... Und jetzt viel Spaß beim Lesen!

  1. Bakunin statt Marx!
  2. Arthur Müller-Lehning / Albert de Jong - Gewalt und Revolution
  3. Arthur Müller-Lehning - Der holländische Antimilitarismus
  4. Arthur Müller-Lehning - Gewalt und Gewaltlosigkeit
  5. Arthur Müller-Lehning - Der revolutionäre Antimilitarismus und die antiimperialistische Taktik
  6. Arthur Müller Lehning - Die Masken sind gefallen!
  7. Arthur Müller-Lehning - Über Antimilitarismus, Revolution und Arbeiterbewegung (1924)
  8. Arthur Müller-Lehning - Sozialismus, Marxismus und staatslose Gesellschaft (1933)
  9. Rudolf Rocker - Der Weg ins Dritte Reich. Die kommunistische Partei und die Idee der Diktatur
  10. Rudolf Rocker - Doktrin und Praxis (1927)
  11. Rudolf Rocker - Einleitung zu "Die Geschichte der terroristischen Bewegung Frankreichs"
  12. Rudolf Rocker - Gegen den Strom trotz alledem!
  13. Rudolf Rocker - Erste Begegnung mit jüdischen Anarchisten
  14. Rudolf Rocker - Organisation und Freiheit
  15. Rudolf Rocker - 14. Kongress der deutschen Anarchosyndikalisten
  16. Rudolf Rocker - Die Waffen nieder, die Hämmer nieder! (1919, Auszug)
  17. Vorwort Rudolf Rockers in „Di anarkhisten“ von Henry Mackay
  18. Vorwort Rudolf Rockers in "Fransisko ferrer un die fraye ertsihung fun der yugend"
  19. Vorwort Rudolf Rockers in "Hinter stekhige droht un grates: erinerungen fun der krigs-gefangenshaft in england"
  20. Moshe Starkman - Rocker über Juden und Wortkunst



KrisenquartettDas Krisenquartettspiel zeigt deutlich, wie sich die Finanz- und Wirtschaftskrise auf 32 europäische Staaten auswirkt. Viele Regierungen haben gegen die wachsende Staatsverschuldung den Abbau von Sozialleistungen und andere Ausgabenkürzungen im Fokus. Dieses Spiel soll darauf aufmerksam machen. Beeindruckende Bilder zeigen uns auch, dass viele Menschen damit nicht einverstanden sind.

Spielkategorien:
Rating, Jugendarbeitslosigkeit, Staatsverschuldung in % des BIP, pro Kopf Wirtschaftswachstum, Reallohnzuwächse

Quartettgruppen:
Staaten mit starken Rechtspopulisten, Staaten mit ethnisierten Konflikten, PIGS-Staaten, Gegner der Finanztransaktionssteuer, Steueroasen, "Lupenreine" Demokratien, Staaten mit skandinavischem Wohlfahrtsmodell, Staaten mit ausgeprägten Austeritätsprogrammen

Kartenspiel 32 Blatt (+ Deckblatt/Spielregeln), 59 x 92 mm, 300g/m² Quartettkarton, transparentes Plastik-Etui, 2 € pro verkauftem Spiel für die Klinik der Solidarität in Thessaloniki;

Homepage zum Spiel
Das Spiel beim Anarchia-Versand




Für eine grundlegende Neuausrichtung linksradikaler Politik – Kritik & Perspektiven um Organisierung und revolutionäre Praxis. Ein Debattenbeitrag aus der radikalen Linken

Einleitung

Neben einer stillen Ohnmacht, die viele von uns derzeit vor dem Hintergrund der sich rasant verschärfenden Angriffe des kapitalistischen Systems und der fehlenden Stärke linker Bewegungen befällt, nehmen wir in den letzten Jahren aber auch hoffnungsvoll eine neue Suchbewegung unter Linken und Linksradikalen wahr. Die Frage nach einer möglichen tatsächlichen Alternative zum Kapitalismus wird wieder stärker diskutiert – oder die Diskussion darüber zumindest stärker eingefordert – ebenso wie die Diskussion über die Frage, mit welchen konkreten Mitteln und Methoden eine tatsächliche Überwindung des kapitalistischen Systems denkbar sein könnte. Diese Suchbewegungen zeigen sich in den zahlreichen Diskussionen, die wir egal wohin wir kommen, mit Genoss_innen führen, den zahlreichen Strategiepapieren, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden und der in ihnen geäußerten Kritik an unserer bisherigen Politik sowie der Suche nach Strategien, die den aktuellen Entwicklungen entsprechen.

Die vorliegenden elf Thesen verstehen wir als einen Beitrag zu dieser Diskussion und der Suche nach einer Neuausrichtung linksradikaler Politik. Wir sind (bisher) ein kleiner Zusammenhang aus Personen, die aus unterschiedlichen ideologischen Traditionen (marxistisch, marxistisch-leninistisch, autonom, anarchistisch und libertär kommunistisch) und geographischen Hintergründen (BRD, Türkei, Iran, Kurdistan) kommen. Wir sind uns auf den üblichen Aktionen und Bündnistreffen in Bremen begegnet und sind zunehmend über die Frage in Diskussion gekommen, wie eine konkrete Gesellschaftsveränderung in der hiesigen Gesellschaft aussehen könnte und welcher konkreten Schritte es hierfür bedarf. Gemeinsam war uns die Unzufriedenheit mit unserer bisherigen Politik und die fehlenden Perspektiven sowohl der radikalen deutschen als auch migrantischen Linken in der BRD. Aus diesen anfangs eher lockeren Begegnungen ist inzwischen ein fester Zusammenhang geworden. Neben unseren eigenen Erfahrungen haben wir auch einige der veröffentlichten Strategiepapiere und Analysen anderer Gruppen gemeinsam gelesen und diskutiert.




Es rebelliert sich schlecht, wenn der eigene Vater noch lauter dagegen ist, als man selber. Als der Punk in den späten 70ern die Vororte von Oslo erreicht, hört Nikolaj zum ersten Mal die Sex Pistols -- eine musikalische Offenbarung, die sein Leben verändert. Doch es ist nicht leicht gegen das Establishment zu sein, wenn der eigene Vater ein waschechter Hippie ist, der seinen Sohn zum Sommerurlaub ins Nudistencamp schleppt und auch mal den Schuldirektor zusammenfaltet.

https://www.youtube.com/watch?v=dBFU_0gZILQ

Sons of Norway ist ein Film über Rebellion, Punk Rock und Vorstadtmief -- mit einer Prise extra trockenem skandinavischem Humor. Eine schreiend-komische, ergreifend-mitreißende und skurril-außergewöhnliche Vater-Sohn Geschichte.




In dieser Sendung des Anarchistischen Radios Wien hört ihr einen Mitschnitt einer Veranstaltung vom 29. April 2016, die im Rahmen des ABC-Solidarity-Festivals im Wiener EKH stattfand.

Der Arbeitszwang im österreichischen Justizvollzug

„Der Kostenbeitrag beträgt 75 vH der jeweiligen Arbeitsvergütung“ (§32 StVG)

Für Gefangene gilt in Österreich in allen Justizanstalten die Pflicht zu arbeiten. Dabei reichen die Möglichkeiten von Systemerhaltungsbetrieben bis hin zu Aufträgen externer Unternehmen. Insbesondere die unglaublich niedrige Entlohnung der Häftlinge, aber auch andere Unzulänglichkeiten des Gefängnissystems bringt immer wieder Inhaftierte dazu sich dagegen zur Wehr zu setzen.

In dem Input sollen die Eckpunkte der Arbeit Gefangener dargestellt werden. Im Anschluss bleibt Raum, um über Möglichkeiten des Widerstands und seine Schwierigkeiten zu diskutieren.

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