Habsburgerreich und Österreich

Bund herrschaftsloser SozialistenIn Österreich stand der Anarchismus von Beginn an im Schatten der Sozialdemokratie. Erste Hochphasen der Bewegung lassen sich in den 1870er- und 1880er-Jahren feststellen. Mit zwei Flügeln rund um Josef Peukert und Johann Most standen sich jedoch verschiedene Konzepte gegenüber - die Grabenkämpfe schwächten die anarchistische Bewegung ebenso wie die Polizeirepression im Zuge mehrerer Attentate zu Beginn der 1880er-Jahre: Über Wien und Teile von Niederösterreich wurde 1884 sogar der Ausnahmezustand verhängt. Das bekannteste Attentat ereignete sich schließlich 1898 in Genf - Luigi Lucheni tötete Kaiserin Sissi.

Nach dem Ersten Weltkrieg wuchs der von Pierre Ramus mitgegründete "Bund herrschaftsloser Sozialisten - (Anarchisten) - BhS" als größte anarchistische Gruppierung in der Zwischenkriegszeit auf 60 Ortsgruppen und 4.000 zahlende Mitglieder an. Der pazifistisch-sozialistisch ausgerichtete BhS sollte den Austrofaschismus jedoch nicht überstehen. (Bild: Mitglieder des BhS rund um Pierre Ramus)

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