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Augustin Souchy (28.8.1892 - 1.1.1984)

Der aus Ratibor/Oberschlesien stammende Augustin Souchy wurde schon vor dem Ersten Weltkrieg, vor allem unter dem Einfluß Gustav Landauers, Anarchist und war seit 1922, zusammen mit Rudolf Rocker und Alexander Schapiro, Sekretär der Syndikalistischen Internationale (Internationale Arbeiter-Assoziation) in Berlin.

Nach dem Reichstagsbrand 1933 ging er zunächst nach Frankreich, später nach Spanien, wo er im Juli 1936 vom Ausbruch des Bürgerkrieges überrascht wurde. Als Leiter der Abteilung für internationale Information der C.N.T. war er Zeuge der sozialen Umwälzung in Katalonien und anderen unter anarchistischem Einfluß stehenden Gebieten des Landes. Er blieb in Spanien bis zum Einmarsch der Franco-Truppen in Barcelona im Frühjahr 1939 und flüchtete dann nach Frankreich, wurde dort interniert, floh aber angesichts des deutschen Einmarsches aus dem Internierungslager und ging im März 1942 nach Mexiko. Dort arbeitete er im Bildungswesen der Gewerkschaften und in der Erwachsenenbildung. Studien- und Vortragsreisen führten ihn durch ganz Lateinamerika. Von 1962 bis 1965 war er als Bildungsexperte des Internationalen Arbeitsamtes (I.L.O.) in Honduras, Jamaica, Venezuela, Chile, Uruguay und Äthiopien tätig. In den 60er-Jahren setze er sich in München beruflich zur Ruhe und arbeitete als Publizist.

Souchy hat in zahlreichen Publikationen über den Spanischen Bürgerkrieg vor allem die Kollektivierung von Industrie und Landwirtschaft sowie die Auseinandersetzungen innerhalb des republikanischen Lagers geschildert. (Unter anderem: »Entre Campesinos aragoneses«, Valencia 1937; »The Tragic Week in Barcelona«, London 1937; »Nacht über Spanien«, Darmstadt-Land o. J., Neudruck Darmstadt 1969.)

Das folgende, aus seinen Memoiren Vorsicht: Anarchist! stammende Zitat ist charakteristisch für Souchys Wirken:

"Mein herrschaftsfreies Streben galt stets der Errichtung einer gewaltlosen Ordnung an Stelle der organisierten Gewalt."

Aktualisiert nach Achim v. Borries / Ingeborg Brandies: Anarchismus. Theorie, Kritik, Utopie. Joseph Melzer Verlag, Frankfurt 1970

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