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Eine Einführung in das Konzept der participatory economics - Parecon

Parecon steht für Participatory Economics (Partizipatorische Ökonomie). Sie ist, grob gesagt, eine demokratische und dezentrale Planwirtschaft.

Das Wort Partizipation ist aber im Grunde passender, denn Partizipation heißt Teilhabe und Teilnahme. Die große „Bäckerei“ wird quasi von denen, die die Brötchen machen und sie essen betrieben und besessen. Dabei braucht sie aber keine selbstlosen Menschen, sondern sie funktioniert auch, wenn die Menschen rational und eigennützig handeln (1). Die Macher von Parecon behaupten sogar, dass sie effizienter funktioniere als die kapitalistische Marktwirtschaft.

Parecon wurde in den 80ern und 90ern vom politischen Aktivisten und Theoretiker Michael Albert und vom Wirtschaftswissenschaftler und -professor Robin Hahnel entwickelt.

Die Participatory Economics unterscheiden sich stark von den bekannten Wirtschaftssystemen,  und so wie man keine halbe Hängebrücke bauen kann, lässt sich auch kein halbes Wirtschaftssystem verstehen.  Darum kann man sich nur ein echtes Bild von Parecon machen, wenn man das Buch ganz gelesen hat. Diese Zusammenfassung soll schlicht eine Übersicht geben und Lust machen, das Buch zu lesen.

Albert und Hahnel betonen, dass Parecon eine alternatives Wirtschaftskonzept ist, das begleitet werden muss von alternativen Visionen bezüglich Politik, Kultur und der gesellschaftlichen Beziehungen.

Grundwerte und Institutionen

Die Grundwerte, auf denen Parecon aufbaut ist und die durch Parecon umgesetzt werden sollen, sind Gerechtigkeit, Selbstbestimmung, Solidarität, Vielfalt, Effizienz (das Verhältnis von der investierten Arbeit und dem Nutzen, der dabei erreicht wird) und ökologisches Gleichgewicht (2).

Die Ziele, die sich daraus ergeben, sollen durch die folgenden Institutionen und Prinzipien erreicht werden:


Ablehnung von Märkten (3)

Die Marktwirtschaft ist das System des Privateigentums. Das was wir brauchen und wollen wird vordergründig nicht von der Gemeinschaft hergestellt, organisiert und verteilt, sondern  über die vereinzelten „Wirtschaftssubjekte“. Diese konkurrieren idealerweise auf dem daraus entstehenden „freien“ Markt.  Die  Motivation der Einzelnen ist nicht die Gemeinschaft oder ein höheres Ziel, sondern die Verbesserung der eigenen Lebensbedingungen. Darum sei die MW so erfolgreich, weil sie am Eigennutz der Menschen ansetze.  Aus diesen eigennützigen Handlungen würden positive Wirkungen entstehen: Alle strengen sich mehr an, weil sie wohlhabender werden wollen. Auch die Informationen, was und wieviel produziert werden soll, werden besonders gut über die steigenden und fallenden Preise vermittelt. Ineffizientes Verhalten wird durch die Konkurrenz bestraft. Wer zu langsam bäckt, wird zu teuer, verkauft weniger Brötchen und geht bankrott. Das Ganze bewirke eine allgemeine Verbesserung der Effizienz und steigere die Motivation.

Es reicht aber schon, einen Blick auf das Grundprinzip des Privateigentums zu werfen, um zu sehen, wie"unlogisch" das Ganze ist: Gewirtschaftet wird in einer Privatwirtschaft nur, wenn Aussicht auf Profit da ist, also auf Vermehrung des investierten Kapitals. Das ergibt sich schon aus dem Wort "Kapital", nämlich Wert, der dazu eingesetzt wird, mehr Wert zu "produzieren" (in Wirklichkeit wird dieser Wert von Menschen produziert, aber das ist eine andere Sache). Die Unmöglichkeit dieses Prinzips lässt sich an einem bekannten Beispiel verdeutlichen: Hätte Josef  am Geburtstag seines Sohnes Jesus einen Cent zu 5% jährlicher Verzinsung angelegt, wären daraus heute mehrere Erdkugeln in Gold geworden. Hier liegt also ein Wachstumstrieb und -zwang  vor, der in einer endlichen Welt nicht möglich ist.

Aber auch ohne den störenden Fakt einer endlichen Welt kann diese eingebildete goldene Balance des Marktes nicht funktionieren! Es entstehen automatisch „externe Effekte“: Bei einem Handel handeln immer nur Käufer und Verkäufer, viele andere, die regelmäßig von den Auswirkungen des Handels betroffen sind, zahlen die Kosten, beispielsweise wenn sie Fabrikabgase einer Fabrik in ihrer Nähe einatmen müssen. Wenn dem nicht entgegengewirkt wird, zerstört das Marktprinzip „automatisch“ seine eigenen Grundlagen, nämlich die Umwelt und die Gesellschaft. Andere Ursachen für das Versagen des Marktes sind fehlende und verfälschte Informationen und die Marktmacht (es entstehen automatisch Monopole, die das Konkurrenzprinzip ausschalten). Marktwirtschaft ist instabil.

Sie schließt Menschen vom Marktgeschehen aus, belohnt schlechtes Verhalten, bestraft gutes Verhalten („gute Schafe“ sterben, „böse Wölfe“ werden reich (4)), zerstört in einer rasenden Geschwindigkeit die Natur (siehe Wachstumszwang und Belohnung von negativem Verhalten). Sie schafft extreme Machtballungen, zerstört die Vielfalt und ist nicht mal wirklich effizient, wenn man an die Unmengen an Arbeit und Energie denkt, die dadurch verschwendet werden, dass man auf schnellen Verschleiß und Veralterung hin herstellt, dass ständig Firmen bankrott gehen, dass nicht sauber geplant wurde, weil der Informationsfluss schlecht läuft. Die einzige wirkliche Stärke des Marktes ist seine Motivation, und die ist so krass, dass sie schon wieder zerstörerisch ist.

Gemeineigentum an den Produktionsmitteln

Bei Parecon sollen die Produktionsmittel (das was wir brauchen um das was wir brauchen und wollen herzustellen, also u.a. die Maschinen und Fabriken) der Gemeinschaft gehören. Das hat den Vorteil, dass man nicht gegeneinander arbeitet, sondern miteinander. Es ist leicht nachvollziehbar, dass zusammen zu arbeiten„klüger“ ist als gegeneinander. Das Privateigentum an den Produktionsmitteln führt zur kapitalistischen Marktwirtschaft. Genau die will Parecon überwinden.

Aber hat die zentrale Planwirtschaft eine funktionierende, klassenlose, freundliche Gesellschaft erreicht?

Nein.

In der zentralen Planwirtschaft steht ein riesiges, unpersönliches System über den Einzelnen und sagt ihnen was sie zu tun haben.

Wenn ich nichts zu bestimmen habe, dann beteilige ich mich auch nicht. In der Marktwirtschaft bestimmen die Eigentümer, im „real existierenden Sozialismus“ bestimmt die „Koordinatorenklasse“ wie Parecon es nennt. Diese hatte besonders viel Macht in sich geballt,  benützte sie und baute sie aus. „Eine ewige Erfahrung lehrt, dass jeder Mensch, der Macht hat, dazu getrieben wird, sie auch zu missbrauchen“ sagte schon Montesquieu, der Denkvater der Gewaltenteilung.  Es ist ganz verständlich, dass, so gesehen, die zentrale Planwirtschaft nicht funktioniert. Wer nicht mitbestimmt, der wird entweder zornig oder apathisch.

Wenn man es also schaffen würde, dass die Beteiligten je nach Grad der Betroffenheit über ihr gemeinschaftliches Leben bestimmen können, dann würde man ein besonders hohes Maß an Eigeninitiative und Motivation schaffen. Höher auch, als in der Marktwirtschaft, in der die wenigsten Menschen Einfluss auf das gemeinschaftliche Leben haben. Der einzige Einfluss besteht hier in der Wahl des Konsums und der Wahl der Arbeitsstelle. Betriebe sind extrem undemokratisch. Marktwirtschaftliche Gesellschaften neigen zunehmend zu einer Fixierung auf Profitstreben und den Überlebenskampf.

Produzenten- und Konsumentenräte / partizipatorische Planungsprozesse

Parecon versucht also, die Entscheidungsmacht in die Hände derer zu legen, die die Entscheidungen betreffen.Was und wie produziert wird, wie Aufwand und Ertrag verteilt werden, das wird in möglichst demokratischen Versammlungen der Produzenten und Konsumenten entschieden. Die Produzentenräte setzen sich aus den Arbeitenden in den Betrieben zusammen und organisieren sich in Abteilungs- Betriebs- und Branchenräten. Die Konsumentenräte setzen sich aus den Nachbarschaften zusammen und organisieren sich in Nachbarschafts-, Bezirks-, Regional-, Landes-, Staatsräten.  Entscheidungen werden auf der jeweils passenden Ebene getroffen. Der Bau eines Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes würde also auf einer nationalen Versammlung beschlossen werden. Der Bau einer örtlichen Bibliothek im Regionalrat.

Die Abstimmungen und Entscheidungen werden je nach Bedarf nach einfacher Mehrheit, 2/3 Mehrheit oder im Konsens getroffen. Die jeweils beste Vorgehensweise wird situationsabhängig von den Räten bestimmt. Die Produktions- und Konsumpläne werden immer für ein Wirtschaftsjahr in mehreren Durchläufen festgesetzt.

Sie können noch während des Jahres nach Bedarf geändert werden. Ein Unterstützerbüro übernimmt die Auswertung der Pläne und die Vermittlung der Räte und Pläne untereinander. Sie hat aber keine eigene Entscheidungsmacht.

Die Preise sollen die Sozial- und Umweltkosten widerspiegeln. Wenn etwas nur mit viel Mühe herzustellen ist, wird es teurer, wenn es umweltschädlich ist, auch.  Die Preise sind damit ein Mittel der Verhandlung und der Kommunikation.

In der Marktwirtschaft ist der Preis ebenfalls das Ergebnis einer Verhandlung. Idealerweise sollen dabei die Bedürfnisse der Verhandelnden sich in der Mitte treffen. Das klappt aber oft nicht, wegen der entstehenden Machtungleichgewichte. Das hinzukommende Problem der externen Effekte wurde früher schon ausgeführt.

Bei Parecon dagegen, soll sich die gesellschaftliche Kosten-Nutzen-Rechnung viel eher ihrem Ideal annhähern, weil sich eben genau die wehren können, die es betrifft, und weil die Interessen nicht so massiv gegenläufig sind wie in der Marktwirtschaft.

Geld, wenn man es nur als Tauschmittel versteht, gibt es zwar bei Parecon, aber mit einer wichtigen Einschränkung: Man bekommt es von Parecon-Betrieben über ein elektronisches Buchungssystem „bezahlt“ und es lässt sich nur in „Parecon-Läden“ einlösen. Das bewirkt, dass kein „freier“ Handel über dieses „Geld“ betrieben werden kann. Wer handeln will, kann handeln, aber nur über Naturalien. Es ist quasi ein System das Handel und Märkte zwar nicht unterdrückt, aber durch fehlende gesellschaftliche Unterstützung im großen Stil unmöglich macht.

Entlohnung nach Einsatz und Verzicht

Für die Festsetzung des Lohns, den jeder erhalten soll, gibt es allgemein  fünf mögliche Ansätze. Die Entlohnung nach:


Diese Einteilungen liegen in der Praxis aber selten getrennt voneinander vor. In der Marktwirtschaft gelten die ersten drei Entlohnungsarten, die vierte steckt unausgesprochen in den ersten drei mit drin.Wenn Leute argumentieren, dass jemand viele Opfer bringen müsse, um reich zu werden, dann beziehen sie sich eigentlich  auf den Einsatz und den Verzicht.

Es macht also Sinn, diese fünf Ansätze zu trennen, um einen genaueren Blick zu bekommen. Parecon schlägt vor, nach Einsatz und Verzicht zu entlohnen, sowie bestimmte Güter gratis, also nach Bedarf bereitzustellen, wie Gesundheitsversorgung oder Parks.

Warum?

Bei der „Entlohnung“ nach Eigentum kommt es eben dazu, dass Menschen durch Erbe und oder viel Glück viele tausend Mal mehr verdienen, als andere, die sich krank schuften. Selbst bei Menschen, die „sich selbst hochgearbeitet haben“ ist es ab einem bestimmten Punkt sehr fraglich, ob deren Reichtum nun wirklich gerechtfertigt ist. Wie könnte jemand 100 Häuser mit eigener Kraft gebaut haben? Dabei wird klar, dass die meisten Menschen genau diesem Ansatz anhängen: Gerecht ist die Entlohnung nach Einsatz und Verzicht. Wenn jemand sehr viel arbeitet und Opfer bringt, oder sehr eintönige Arbeit verrichtet, dann soll er auch mehr verdienen.

Das ist aber in der Marktwirtschaft so nicht der Fall, auch wenn das unausgesprochen immer behauptet wird. Wenn nämlich nach dem Beitrag, den jeder produziert, entlohnt wird, dann wird sehr viel mitgedacht, was eben nicht mit Einsatz und Verzicht zusammenhängt. Ich kann mit besseren Geräten zehn mal so viel produzieren als jemand mit schlechteren. Ich kann schlicht mehr Glück haben, und darum bessere Bedingungen vorfinden. Selbst Talent muss nicht extra belohnt werden, warum sollte es?

Manche wenden ein, dass der Beitrag, den jeder produziert viel besser messbar  sei, als der Einsatz und der Verzicht. Das stimmt aber nur in Ausnahmefällen, wenn zum Beispiel ein Fußballspieler ein Tor schießt. Wie misst man nun aber die Leistung der restlichen Mannschaft? Hier wird es genauso- oder noch schwammiger als bei der Messung von Einsatz und Verzicht. In vielen Fällen wird man sowieso die konkrete Leistung heranziehen um Einsatz und Verzicht zu messen. Wichtig ist aber, was man nun belohnen will: die Mühe oder den Erfolg.

Die Belohnung auf die vorgeschlagene Weise führt sogar zu einem größeren Anreiz, als die Entlohnung nach Leistung, weil Einsatz und Verzicht genau die Bereiche sind, auf die wir Einfluss haben, was zu einer erhöhten Aktivierung führt.

Ausgeglichene Tätigkeitsbündel

Nicht nur das Eigentum führt zu Machtballungen. Es gibt Positionen die mit Macht aufgeladen sind. Wenn ich zum Beispiel in einem Betrieb eine koordinierende Position habe und ich damit viel mehr Informationen, und die Möglichkeit, Entscheidungen zu meinen Gunsten zu beeinflussen, oder wenn ich daran gewöhnt bin zu argumentieren, weil das mein Beruf ist, oder wenn mir meine Arbeit mir die Kraft lässt, zu denken, und dir deine nicht,  oder wenn ich mich selbst ständig in einer starken Position wahrnehme und ich mich darum stark fühle, dann gibt mir das ein Übermaß an Macht. Umgekehrt wirkt es entmächtigend, wenn jemand ständig nur dumpfe und anspruchslose Arbeiten verrichtet und immer in der Position des Befehlsempfängers steht, ganz abgesehen davon, dass es auch ungerecht ist.

Um diese Machtballungen zu vermeiden, also um das Entstehen einer Koordinatorenklasse zu vermeiden gibt es die „ausgeglichenen Tätigkeitsbündel“. Da Parecon nach dem Grundwert der Vielfalt, davon ausgeht, dass nicht jeder alles machen möchte, wird bei den ausgeglichenen Tätigkeitsbündeln dafür gesorgt, dass anspruchsvolle und anregende mit den unangenehmen Routinearbeiten gemischt werden (5). Das funktioniert so, dass ein gesellschaftlicher Durchschnitt errechnet wird. Das könnte beispielsweise ein 5,5 auf einer Skala von 1 bis 10 sein. Dann muss man in den Betrieben dafür sorgen, dass Tätigkeiten so zusammengestellt werden, dass sie im Durchschnitt eben diese 5,5 erreichen. Wenn ich also täglich vier Stunden Journalistentätigkeit nachgehe, die vom Betriebsrat als eine 8 gewertet wird, ich dann noch zwei Stunden Klos putze, was, weil es von der Mehrheit als unangenehm empfunden wird, als eine 1,5 bewertet wird, dann errechnet sich für dieses Tätigkeitsbündel eine 5,8. Damit liege ich fast beim gesellschaftlichen Durchschnitt. Durch erhöhte Produktivität, also durch bessere Technik, Zusammenarbeit und Wissen steigt dieser gesellschaftliche Durchschnitt, und wir müssen immer weniger unangenehme Arbeit machen. In der Marktwirtschaft führt diese erhöhte Produktivität erst mal zu Arbeitslosigkeit.

Warum Parecon „gewinnen“ kann

Es gibt Betriebe, die nach den Prinzipien von Parecon funktionieren, und angeblich funktionieren sie gut. Dazu gehört auch South End Press, der Verlag, in dem Michael Albert arbeitet. „Gut funktionieren“ heißt aber bei Parecon nicht nur, dass eine Parecon gerecht und freundlich ist, sondern auch, dass sie effizient arbeitet. Das ist, was mich an Parecon am meisten beeindruckt hat:

Zumindest in der Theorie fließen Informationen deutlich besser als in der Marktwirtschaft, Menschen ermächtigen und aktivieren sich, und die persönlichen Anreize für die Arbeitenden sind in ihrer Gesamtheit größer ist als in der MW, ohne dabei die zerstörerische Kraft der Konkurrenz zu brauchen. Parecon funktioniert dadurch auch beim rational und eigennützig handelnden Menschen besser, schafft aber zusätzlich ein positives gesellschaftliches Klima. Der Eigennutz und der Nutzen für die Gemeinschaft werden viel besser vermittelt als in der MW und in der zentralen Planwirtschaft. Darum glaube ich, dass Parecon ein Konzept ist, dass viel mehr Aufmerksamkeit erfahren sollte, und das, genauer geprüft und noch verbessert, sich zu einer ernsthaften Alternative zum Kapitalismus entwickeln kann, hin zu einer freundlichen, demokratischen, klassenlosen Gesellschaft, die im Einklang mit der Natur lebt.

Houssam Hamade

Fußnoten:
(1) Das wird nicht explizit von Albert ausgeführt, zieht sich aber als implizit durch die Argumentation durch.
(2) Ein Bündel von Werten ist sinnvoll, weil Werte, wenn sie für sich alleine stehen, eigentlich nichts aussagen. Beispielsweise  
lässt sich der Wert der Freiheit, solange er für sich steht, ohne weiteres in die Freiheit der Rücksichtslosigkeit oder das „Recht des Stärkeren“ uminterpretieren, was dem eigentlichen Grundgedanken grundsätzlich widerspricht. Bei einem Wertebündel ist das so nicht möglich. Die Werte ergänzen und begrenzen sich gegenseitig. Sie machen nur im  Zusammenhang wirklich Sinn.
(3) In ihrem Buch gehen die Autoren sehr genau vor und vergleichen die kapitalistische Marktwirtschaft, die sozialistische Marktwirtschaft, die zentrale Planwirtschaft und den Bio-Regionalismus mit Parecon. Zur Vereinfachung nehme ich hier nur die wesentlichen Modell der zentralen Planwirtschaft und der kapitalistischen Marktwirtschaft (hier schlicht als Marktwirtschaft bezeichnet).
(4) Diese Bilder sollen eine gesellschaftliche Position und eine bestimmte Verhaltensweise verdeutlichen. Natürlich gibt es keine Menschen, die genetisch diese Eigenschaften verankert haben, noch gibt es nur eindimensionale Menschen.
(5)  Problematisch ist bei Albert und Hahnel aber die Gleichsetzung von interessanter mit angenehmer Arbeit. Ich persönlich kann sehr anstrengende Arbeit machen, die aber gleichzeitig sehr anregend ist.

Einige Betriebe, die nach Parecon-Prinzipien geführt werden:


Originaltext: http://www.parecon.de/einfuhrung