Drucken

Anarchosyndikalistischer Widerstand - Illegale Schriften

Nach den Unterlagen der Gestapo sind folgende Schriften im Rheinland verbreitet worden:
 
1. "Esset deutsche Früchte und ihr bleibt gesund"
2. "Pressedienst der IAA"
3. "Die Internationale - Neue Folge"
4. "Die soziale Revolution"
5. "Der Syndikalist"
6. "Die Direkte Aktion"
7. "Der freie Arbeiter"
8. "Die (freie) Weltbühne"
9. "Pariser Tageblatt"
10. "Freie Presse"
11. "Neuer Vorwärts"
12. "Sozialistische Aktion"
13. "Freiheit"
 
Bei den aufgeführten Schriften handelt es sich zum Teil um rein anarcho-syndikalistische Schriften (1. - 5.) bzw. um anarchistische Zeitungen (6. - 7.). Ferner finden sich auch Veröffentlichungen der Exil-Sozialdemokratie; hierbei vor allem solche, in denen linksstehende Sozialisten zu Wort kamen.
 
Zu den im folgenden (auszugsweise) abgedruckten Schriften: Am weitesten verbreitet verbreitet dürfte die Schrift "Esset deutsche Früchte..." gewesen sein. Diese Broschüre enthält eine kurze Zusammenfassung der anarchosyndikalistischen Ziele sowie einen Aufruf an alle Anarcho-Syndikalisten, sich im Widerstahd zusammenzuschließen. Der Inhalt basiert auf einem Artikel, der im April 1934 in der holländischen Zeitschrift "De Syndicalist" erschienen war.
 
Die Herausgabe der deutschsprachigen "Internationalen" war auf dem Pfingstkongreß der FAUD und der IAA 1934 beschlossen worden. Redakteure dieser Zeitung waren u.a. Arthur Lehning und Helmut Rüdiger. Sie sollte vornehmlich als theoretisches Organ dienen für die illegal arbeitenden deutschen Anarcho-Syndikalisten. Unter dem Tarntitel "Deutschtum im Ausland - Blätter zur Pflege deutscher Art" wurden fünf Nummern (davon die 3. und 4. Ausgabe zusammen als Sonderband) von August 1934 und April 1935 ins Deutsche Reich eingeschleust.
 
Neben der "Internationalen" ist auch der IAA-Pressedienst nach Deutschland geschmuggelt worden. Dieser enthielt hauptsächlich Auszüge aus der internationalen syndikalistischen Presse.
 
Die Zeitschrift "Die Soziale Revolution" kam nur einmal heraus (nicht zu verwechseln mit einer gleichnamigen Zeitung der Gruppe DAS in Spanien). Sie wurde Mitte 1934 in Stockholm herausgegeben als "Organ deutscher Emigranten" und erhielt keine finanzielle Unterstützung von seiten der IAA.
 
Die Herstellung der 4-seitigen "Direkten Aktion" erfolgte teilweise im Ausland, teilweise aber auch im Reich selber auf einer Handabzugsmaschine. Als Herausgeber fungierte eine "Gruppe sozialrevolutionärer Arbeiter", die der IAA nahestanden.

Aus: Theissen / Walter / Wilhelms: Anarcho-Syndikalistischer Widerstand an Rhein und Ruhr. Zwölf Jahre hinter Stacheldraht und Gitter. Originaldokumente. Ems-Kopp-Verlag 1980. Digitalisiert von www.anarchismus.at