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Das Programm der Revolutionären Konföderation der Anarchisten-Syndikalisten Nestor Machno (RKAS)

1. Die gegenwärtige Gesellschaft

In der gegenwärtigen Gesellschaft erkennen wir zwei Klassen:


Unter den gegenwärtigen Bedingungen gehört die Mehrheit der Bauernschaft faktisch ebenfalls zum Proletariat, da sie meistens nicht auf eigenen Landstücken und nicht mit eigenen Arbeitsgeräten arbeitet, sondern in großen Betrieben mit kapitalistischem Charakter, welche sich unter der Bezeichnung „Kollektivwirtschaft“ tarnen (Aktiengesellschaften, Kolchosen etc.).

Es ist offensichtlich, daß die Grenzen zwischen den unterschiedlichen Klassen und Schichten nicht beständig (erblich) und klar gezogen sind, wie es unter den Standes- und Kastengesellschaften der Fall gewesen ist. Allerdings, wenn man große Menschenmassen betrachtet, so ist die Klassenteilung eine unbestreitbare Tatsache, welche sich gerade im Hinblick auf die Produktion und auf den Platz (den herrschenden oder den untergeordneten) äußert, welchen diese oder jene Klasse in der Ökonomie einnimmt.

Die ökonomische Vormacht der Bourgeoisie, wird durch ihr Monopol auf die politische Herrschaft ergänzt, welche die Form des Staates angenommen hat. Wir sind nicht der Meinung, daß der Staat mit der menschlichen Gesellschaft gleichzusetzen ist; er stellt einen hierarchischen Apparat dar, welcher im Interesse der Eigentümer gebildet wurde und handelt, welcher dazu berufen ist, die ihnen nützliche Ordnung zu bewahren und zu beschützen.

Die unausweichlichen Folgen der Klassenteilung, der staatlichen Organisierung der Gesellschaft und des Aufbaus des gesamten wirtschaftlichen Lebens ausschließlich im Interesse der Profitgewinnung für Eigentümer, sind:


Alle Versuche, die vorgeschlagen bzw. unternommen werden, um die vor der Gesellschaft stehenden Probleme im Rahmen einer Bewahrung der kapitalistischen und staatlichen Ordnung zu lösen, können unserer tiefsten Überzeugung nach keinen Erfolg haben. Keinerlei Versuche des Aufbaus eines „allgemeinen“, „wahrhaft demokratischen“ Staates, des „Volkskapitalismus“ u.ä. Projekte, haben je dazu geführt, noch konnten sie dazu führen. Indem man das Eigentum und die reale Macht in den Händen Weniger aufrecht erhält, indem man die Trennung von Menschen in Regierende und Regierte aufrecht erhält, kann man die sozialen Gegensätze lediglich verdecken, aber nicht beseitigen. Bisher fanden alle Versuche den Lebensstandard der Werktätigen in den entwickelten kapitalistischen Ländern zu heben, entweder auf Kosten einer erhöhten Ausbeutung der Länder der „Dritten Welt“ statt (wie dies die USA gemacht haben und machen und die Länder Westeuropas), oder aufgrund ökonomischer Hilfe weiter entwickelter Länder aus bestimmten politischen Beweggründen (z.B. Japan).

Aus der Gegensätzlichkeit der Funktion und der Rolle der Bourgeoisie und des Proletariates in Gesellschaft und Ökonomie ergibt sich unweigerlich eine Gegensätzlichkeit ihrer Klasseninteressen – und hieraus ergibt sich die Unvermeidbarkeit des Kampfes zwischen ihnen. In diesem Klassenkampf treten die Bourgeoisie und die Beamtenschaft in einer einigen Front zum Schutze ihres Eigentums und ihrer Herrschaft auf – der Quelle ihrer Einkünfte und Privilegien. Dabei benutzen sie gewaltige Kräfte und Mittel, welche sich unter ihrer Kontrolle befinden: Finanzen, Massenmedien, das Erziehungs- und Bildungssystem (genauer gesagt das der Massenverdummung), die benannte bourgeoise Moral, die Religion etc. bis hin zum Gericht, der Polizei und den Streitkräften. Von Seiten des Proletariates trägt der Kampf um die eigenen Interessen in der Regel den Charakter des Kampfes zur Verbesserung der ökonomischen Lage, aber wie bereits gesagt, zeugt die historische Erfahrung von der Unmöglichkeit der dauerhaften Aufgabenlösung im Rahmen des kapitalistischen Systems. Daher liegt es also im Interesse der herrschenden Klasse die bestehende Ordnung zu bewahren, während die wesentlichen Änderungen in der Lage des Proletariates erst mit seinem Sieg über die Bourgeoisie, der Vernichtung der Klassenteilung, der kapitalistischen Ordnung und ihrer Ersetzung durch eine andere – die sozialistische – erreicht werden können.

2. Sozialismus und Anarchismus

Also, die reale und einzige Alternative zu der staatlich-kapitalistischen Ordnung ist die staatslose sozialistische Gesellschaft.

Unter Sozialismus verstehen wir eine Gesellschaft, die auf folgenden Prinzipien begründet ist:


Wir halten es nicht für möglich und auch nicht für nötig ein maximal genaues Bild von dem Funktionieren einer solchen Gesellschaft zu geben. Das Leben, die Praxis baut sich immer nicht nach genau ausgearbeiteten Projekten auf, - das freie Volksschaffen wird alles besser machen, als jedes geschriebene Programm. Aber es ist notwendig eine bestimmte Vorstellung von dem Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft zu geben.

Wir meinen, daß an Stelle des Staates eine wahrhafte Räteordnung der Werktätigen treten muß, ohne Herrschaft und durch sie verfaßte Gesetze. Wir unterstreichen, daß eine Räteordnung (=sowjetische Ordnung) nach unseren Vorstellungen keine Macht irgendeiner Partei darstellt, kein „Parteienparlament“, sondern die vollkommenste konstruktive Form der staatslosen sozialistischen Selbstverwaltung, welche ihre praktische Umsetzung in den Erfahrungen der Machnobewegung (1918-1920) und der Spanischen Revolution (1936-1939) fand.

Die Versammlungen der Einwohner und der Betriebsarbeiter wählen frei, aus ihrem Umfeld, die Organe der territorialen und wirtschaftlichen Selbstverwaltung – die Räte, als ausschließlich technische und koordinierende Organe, deren Mitglieder in ihrer Tätigkeit die Beschlüsse der Versammlungen ihrer Wähler ausführen, ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig sind, jeglicher Privilegien entledigt sind und zu jedem Zeitpunkt abberufen und ersetzt werden können. Dergestalt wird das innere Leben jeder territorialen und wirtschaftlichen Einheit ausschließlich durch ihre Teilnehmer bestimmt.

Die Vertreter der lokalen Räte vereinigen sich in einem ökonomischen Stadtrat oder – in ländlichen Kreisen – in einem ökonomischen Kreisrat. Im Umfang eines Gebietes bilden diese Räte eine Föderation; die Vereinigung der Föderationen bildet auf dem Territorium des ganzen Landes die nationale Konföderation. Die Aufgaben der Kreis-, Stadt-, Gebiets- und nationalen Vereinigungen der Räte, bestehen in der Koordinierung des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens in den notwendigen Fragen – in erster Linie der Planung und der Verwirklichung der überregionalen Verteilung der Rohstoffe, der Energie, der fertigen Produktion etc. Die Beschlüsse dieser Vereinigungen werden aufgrund freier Vereinbarungen der Vertreter erarbeitet, welche die Vereinigung der lokalen Einheiten darstellen; sie berühren nur Probleme, die allgemein sind.

Die Ökonomie des Sozialismus, welche im Interesse aller Mitglieder der Gesellschaft geführt wird, und nicht der Eigentümer und nicht einmal der Kollektive einzelner Betriebe, muß sich von dem chaotischen, systemlosen Wirtschaftskapitalismus verabschieden, von seinen Bestrebungen des Profites um jeden Preis, mit seiner unzulässigen Verschwendung von Kräften und Mitteln, u.a. auch für den Konkurrenzkampf. Die zentralisierte Regulierung der Ökonomie durch Staatsorgane und transnationale Korporationen wird ebenfalls mit egoistischen und Gruppeninteressen verwirklicht, ohne daß die Werktätigen selbst daran teilnehmen. Die anarchistische sozialistische Gesellschaft muß folglich das Wirtschaftsleben auf prinzipiell anderen Grundlagen organisieren.

Die Kongresse der lokalen und der regionalen Räte und Unionen der Werktätigen klären ihre Produktionsfähigkeiten und Bedürfnisse, wählen Delegierte für die nationalen Branchen- und branchenübergreifenden Kongresse; dieses Netz der lokalen und allgemeinen registrierenden, statistischen, verteilenden und anderen technischen Organe verwirklicht die Abstimmung der sozial-ökonomischen Betätigung in den Interessen des gesamten Volkes und unter seiner unmittelbaren Kontrolle. Prinzipiell wichtig ist, daß die wirtschaftliche Regulierung dezentral durchgeführt wird, von unten nach oben, unter maximaler Beteiligung aller lokalen Kräfte.

Für jene, die sich mit persönlicher schaffender Tätigkeit - unter Ausschluß der Benutzung von Lohnarbeit - zu beschäftigen wünschen, muß eine Möglichkeit gegeben sein, ihre Arbeit mit den sozialistischen Betrieben und Räten zu koordinieren, - um so einen freien Zugang zur Teilnahme an der gesellschaftlichen Verteilung von Produktion und Dienstleistungen zu gewährleisten. Allerdings muß sich die Entwicklung der Gesellschaft nicht in Richtung einer Festigung der Wirtschaften von Privateigentümern vollziehen (was schließlich zur Restaurierung des Kapitalismus führen könnte), sondern in Richtung des Wachstums und der Festigung der gesellschaftlichen Produktion in allen Sphären der Wirtschaft. Daher dürfen die Räte eine Benutzung von Lohnarbeit, ein Anmieten von Produktionsmitteln neben den eigenen durch Unternehmer und die Entstehung parasitischer Formen des Kapitals (Wucher, Vermittlung, Privathandel etc.) nicht zulassen. Die ökonomische Kontrolle der Gesellschaft über die individuellen Wirtschaften und die Ersetzung der Marktwirtschaft durch die gesellschaftliche Planung in den Bereichen der Produktion und der Verteilung, werden ausreichende Maßnahmen sein, um einen Schutz vor der möglichen Entstehung von Ungleichheit, Ausbeutung und Herrschaft zu bieten.

Die kulturelle, wissenschaftliche und erzieherische Tätigkeit wird durch alle interessierten Personen und ihre Vereinigungen bestimmt. Jede territoriale Einheit kann selbst Formen der Sozialversorgung für Alte und Kranke bestimmen, die Bedingungen der Schultätigkeit, der Kindergärten etc. Jede Person oder Personengruppe kann sich in der von gesellschaftlich –nützlicher Arbeit freien Zeit mit aller Art Kunst, Bücher- und Zeitschriftenherausgabe, wissenschaftlicher und anderer Arbeit beschäftigen, sich mit Gleichgesinnten in den Fällen vereinigend, wenn eine gemeinsame Betätigung erwünscht oder notwendig ist. Die von der Herrschaft des Geldes und der Staatsvorgaben befreiten, wahrhaft dem Volk gehörigen Wissenschaft und Kunst beginnen sich sprunghaft zu entwickeln, indem sie gleichzeitig den geistigen und kulturellen Horizont der Menschen erhöhen.

Der Schutz der freien Gesellschaft vor äußeren und inneren Feinden, darunter der Kriminalität, muß Sache der ganzen Gesellschaft werden. Statt der Professionellen, die vom Staat besoldet werden, und daher jeden, auch den unmenschlichsten Befehl der Behörden bereit sind auszuführen; die unvermeidlich der Korruption und der Eingliederung in die Verbrechenswelt unterliegen, - muß die Gesellschaft sich durch den Weg der allgemeinen Volksbewaffnung schützen, der Bildung einer freiwilligen wahrhaften Volksmiliz in den Betrieben und Wohngebieten.

Die Kriminalität wird in erster Linie durch das Privateigentum geboren. Die Existenz einer Staatsmacht, einer vom Volk getrennten korrumpierten Beamtenschaft bildet die notwendigen Bedingungen zur Entstehung einer organisierten Kriminalität. Unter den Bedingungen des staatslosen Sozialismus, wird der Umfang der Kriminalität wesentlich geringer sein als heutzutage. Die Formen des Volksgerichts und der Antwort auf das Verbrechen können in jedem konkreten Fall unterschiedlich sein, ohne Rücksicht auf geschriebene abstrakte Artikel der Strafgesetzbücher.

Die staatslose sozialistische Gesellschaft (ANARCHIE) bedeutet überhaupt nicht den „Beginn der Reiches Gottes auf Erden“. In der anarchistischen Gesellschaft wird es weiterhin einige Probleme geben, die der gegenwärtigen Zeit eigen sind, weiterhin ist auch das Auftreten neuer gesellschaftlicher Probleme möglich. So ist das Leben und seine Gesetze. Allerdings werden die Bedingungen zur Lösung dieser Probleme, die Lebensbedingungen der Menschen - in jedem Falle unvergleichlich günstiger sein als die gegenwärtigen.

3. Die Soziale Revolution

Der Übergang zum staatslosen Sozialismus entspricht nicht den Interessen des Staates mit seinem bürokratischen Apparat und der Bourgeoisie. Daher kann ein derartiger Übergang nicht ohne die Überwindung des Widerstandes von ihrer Seite erfolgen, er kann nicht mit friedlichen Mitteln vollzogen werden. Der Vorgang der Zerstörung der existierenden Ordnung, die Unterdrückung des Widerstandes der ausbeutenden Klassen und die Bildung einer sozialistischen Gesellschaft nennen wir die SOZIALE REVOLUTION. Die Aufgabe der Sozialisten besteht deswegen darin, daß diese Revolution – eine unvermeidlich gewaltsame – imstande ist, den Widerstand des Feindes möglichst effektiv und mit geringen Opfern zu brechen. Ohne sorgfältige Vorbereitung und Organisierung, ohne Analyse der bevorstehenden Taten ist dies unerfüllbar.

Die Herrschaft und die Ausbeutung, der Staat und der Kapitalismus sind gegenseitig miteinander verbunden und können nicht voneinander getrennt existieren. Davon ausgehend ist klar, daß die soziale Revolution gleichzeitig gegen beide gerichtet sein muß. Daraus folgt der prinzipielle Unterschied zwischen der sozialen und der politischen Revolution: letztere ist auf eine Ablösung des politischen Regimes gerichtet, auf die Veränderung der FORM der Ausbeutung des Proletariats, auf die Erscheinung einer neuen Klasse der Ausbeuter, während die erste einen antistaatlichen Charakter besitzt und daher zur Vernichtung der Möglichkeit von Ausbeutung gleichzeitig die Herrschaft bekämpfen muß.

Wir sind zutiefst davon überzeugt, daß die soziale Revolution darum keine Form der Bildung eines „zeitlich begrenzten“ „Übergangs“staates annehmen kann, darunter auch nicht des sgn. „Staates der Diktatur des Proletariats“ der Marxisten. Die Machtergreifung durch eine politische Partei oder ihren Block, die Nationalisierung, d.h. Verstaatlichung der Ökonomie – führt unvermeidlich zu einer neuen Aufteilung der Gesellschaft in Herrschende und Beherrschte. Ihre verschiedenen Gesellschaftsfunktionen diktieren auch verschiedene Interessen. Die neue Herrschaft, welche durch eine Bürokratie dargestellt wird, die im Namen des „Arbeiterstaates“ das gesamte sozial-ökonomische Leben kontrolliert, strebt in erster Linie die eigene Festigung an – und nicht ein „Absterben“. Sie trennt sich immer mehr vom Volk und tritt mit ihm in den Kampf. Indem sie über den Staat die Ökonomie beherrscht, wird die Bürokratie zu einer neuen herrschenden Klasse, welche sich von der alten durch eine größere Geschlossenheit und Allmacht unterscheidet. Die „Übergangsperiode“ der Marxisten wird sich unvermeidlich über eine historisch langwierige Periode erstrecken. Die gestrigen „Revolutionäre“ werden zu neuen Herren und Gendarmen, die Ungleichheit und die Ausbeutung nehmen andere Formen an, aber verschwinden nicht. Sehr schnell wird der „Übergangs“staat – der nicht beabsichtigt „abzusterben“ – alle prinzipiellen Unterschiede mit der kapitalistischen Welt verlieren, und zur Verwirklichung des sozialistischen Ideals wird eine neue Revolution notwendig werden. Genau diese Voraussage gab der wissenschaftliche Anarchismus des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts im Ergebnis einer Analyse der Folgen einer möglichen Machtergreifung der Marxisten. Dergestalt zeugen sowohl die Folgerungen der Theorie, als auch die historische Erfahrung davon, daß der Erhalt des Staates, d.h. der politischen Unterdrückung, unweigerlich zur schnellen Wiederherstellung der ökonomischen Unterdrückung führt.

Da wir die Machtergreifung als Mittel der Revolution ablehnen, sind wir überzeugt, daß die soziale Revolution nur in Form einer organisierten Massenbesetzung (Enteignung) der gesamten Produktion und ihrer Verteilung durch die Organisationen der heutigen Lohnarbeiter vonstatten gehen kann, wobei alle Staatsorgane liquidiert werden und umgehend durch Organe der Selbstverwaltung ersetzt werden.

Für den Erfolg einer solchen Massenaktion der Werktätigen ist ernsthafteste Vorbereitungsarbeit in der Organisierung von Unionen der Arbeiter, der Angestellten, der Bauern u.a. Vereinigungen nötig, deren Grundlagen von Anfang an sozialistische Prinzipien bilden müssen – Selbstverwaltung, Gleichheit der Teilnehmer, Solidarität etc. Diese Unionen müssen danach streben ihre revolutionäre Klassentätigkeit auf branchenübergreifender und auf überregionaler Ebene zu koordinieren, mit der Perspektive eine nationale Konföderation der Arbeit zu bilden, die in engem Kontakt mit der internationalen revolutionär-sozialistischen Bewegung der Werktätigen handelt. Nachdem man sich gefestigt, die eigenen Organisationen entwickelt und sich von der Fähigkeit überzeugt hat, eine reale Arbeiterkontrolle über die Tätigkeit der Betriebsverwaltung auszuüben (d.h. nachdem man sich vorbereitet hat, die Wirtschaft eigenständig zu führen, ohne der Verwaltung zu bedürfen) beginnen die Arbeiterunionen – nachdem sie eine umfangreiche Koordinierung von Aktionen geschaffen haben – den besitzergreifenden Generalstreik, verwirklichen die Massenenteignung der Betriebe, lösen alle Organe der Staatsmacht auf und brechen den Widerstand der ehemaligen „Herren des Lebens“ und ihrer Anhänger.

Von dem oben Dargelegten ausgehend, sehen wir unsere Aufgabe nicht darin, eine zentralisierte hierarchische Organisation in der Art einer Partei zu bilden, nicht im Einschluß in eigenen Gruppen zur „rein anarchistischen Tätigkeit“ – sondern in der maximalen Teilnahme und Hilfe in der SELBSTorganisierung des Proletariats, in der Revolutionierung der bestehenden Arbeiterorganisationen, in der breiten Ideenpropaganda unserer Prinzipien und der unmittelbaren Teilnahme in dem sich entwickelnden Klassenkampf. Kraft der historischen Traditionen nehmen wir daher den Namen an REVOLUTIONÄRE ANARCHISTEN-SYNDIKALISTEN.

4. Alltägliche Tätigkeit

In unserer alltäglichen Tätigkeit sehen wir folgende Ausrichtungen der Arbeit:

Teilnahme am Klassenkampf:


Teilnahme am sozialen Kampf:


Methoden unserer Tätigkeit in diesen Richtungen:


Unter günstigen Umständen – der Übergang des Generalstreiks in die höchste Form des Klassenkampfes – die soziale Revolution.

Originaltext: http://www.syndikalismusforschung.info/rkas.htm