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Aus dem Versammlungsleben der katalanischen Arbeiter

Die angekündigte Versammlung der Arbeiter der Holzindustrie, in der über die Sozialisierung der Industrie verhandelt werden sollte, war derart überfüllt, dass ihre Fortsetzung am Montag in einem anderen, doppelt so grossen Lokal stattfinden musste. Neben den Sozialisierungsbeschlüssen, die von grosser Bedeutung sind und die Industrie einer grossen Zukunft entgegenführen, wurden noch andere bedeutende Entschliessungen gefasst: so die, sämtliche arbeitslose Genossen einzustellen, deren Löhne durch eine 15%ige Kürzung der Löhne der arbeitenden Genossen aufgebracht werden; die Forderung an die öffentlichen Organe, unnütze Ausgaben wie die immer noch gezahlten Repräsentationsgelder der heute längst "arbeitslosen" Abgeordneten und die Gehälter für diejenigen Bürokraten, die keine praktische Arbeit leisten, abzuschaffen; die Forderung der Annullierung der Schulden des Stadtrates und der Generalidad, um zu vermeiden, dass noch heute Leute von Zinsen leben; und schliesslich die Forderung nach Bildung eines Heeres der Befestigungsarbeiter. Ausserdem beschloss man, mit der UGT in Verbindung zu treten, um über das Abkommen zu verhandeln betreffend die Einstellung von Arbeitslosen, und den Abzug von 15% vom Lohne. Wenn die UGT darauf nicht eingehen würde, werde die CNT den arbeitslosen Genossen der UGT gegenüber die gleiche Haltung einnehmen, wie den eigenen arbeitslosen CNT-Genossen gegenüber. Weiter wurde die Absetzung des Kommissars für öffentliche Ordnung verlangt; die Sozialisierung der Banken wurde gefordert; eine Kommission wurde ernannt zur Ausarbeitung eines Vorschlages über Schaffung des Einheitslohnes; schliesslich wurde gefordert, man solle Transporte mit Handwagen ausführen mit Rücksicht auf die Benzinknappheit; diese letztere Forderung mögen sich die Politiker zu Herzen nehmen, denen man die Autos verbrennen wird, wenn sie unserem Beispiel nicht folgen.

Aus: SOLIDARIDAD OBRERA vom 19.1.37

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Kollektivisierung im Baugewerbe

Im Einklang mit den revolutionären Notwendigkeiten des Augenblicks und dem Einigungswillen der werktätigen Massen sind die beiden Syndikate des Baugewerbes (CNT und UGT) von Barcelona zu folgenden Abschlüssen gekommen:


Barcelona 11.1.37

Aus: "La Noche" vom 13.1.37

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Generalwirtschaftsrat von Hospitalet

Hospitalet steht im Ruf des Radikalismus. Diese Ruf ist nicht nur in den Reihen von Gewerkschaften und politischen Parteien entstanden, die durch grössere oder kleinere ideologische Unterschiede von uns getrennt sind. Wesentlich für uns ist, dass ausserhalb unserer Gegend auch Genossen, die sich Anarchisten nennen, dasselbe behauptet haben; es scheint uns wichtig, wenn auch nur in Umrissen, die Gründe zu skizzieren, die zu der Behauptung geführt haben, dass Hospitalet und die untere Llobregatgegend zwangsläufig extremistisch seien. Die Militanten unserer Stadt sind sich voll ihrer Entscheidungen bewusst und der Bedeutung, die die soziale Umformung besitzt. Sie wissen, dass von unseren Handlungen und Entschliessungen die unmittelbare Zukunft der Revolution abhängt. Und sie haben Gewissen. Unter diesen Bedingungen braucht man sich nicht zu wundern, dass Hospitalet eine ausgesprochene Vorpostenstellung einnimmt in allen Fragen und dass es niemals die Front vernachlässigt.

In Hospitalet ist schon fast alles kollektivisiert. Was nicht die CNT kollektivisiert hat, das hat die UGT getan, vielleicht beeinflusst durch unseren Geist der Umformung. Unter den kollektivisierten Zweigen, die zur CNT gehören — einige zum Teil, einige in ihrer Gesamtheit — sind u.a.: Baugewerbe, Ernährung, Transport, Metallbearbeitung, öffentliche Schauspiele, Friseurwesen, Textilindustrie, chemische Industrie, freie Berufe, Gesundheitswesen,
Strassenreinigung, Wagenbau etc.

Die CNT-FAI erkannten die Notwendigkeit, alle diese Kollektiven auf ein Ziel hin aufzubauen: die Vereinigung der Interessen und Kräfte zur gegenseitigen Hilfe. Alle kollektivisierten Institutionen schaffen ein Kontroll- und Verwaltungsorgan, das man Generalwirtschaftsrat nennen kann. Dieser Rat hat die Produktion und den Konsum zu koordinieren, die Fonds der einzelnen Wirtschaftszweige zu verwalten und die wirtschaftliche und produktive Solidarität unter ihnen einzurichten. Dabei sind folgende Richtlinien massgebend, die die Syndikate von Hospitalet beschlossen haben:


Dieser Beschluss der Arbeiter unserer Stadt ist von einschneidender Bedeutung; er erlaubt eine strenge Kontrolle über die Produktion und die Arbeitsbedingungen, und vermeidet die antisolidarische Konkurrenz unter den Arbeitern und die Existenz priviligierter Gruppen, die lediglich Demoralisierung nach sich ziehen würden. Der Generalrat wird in wenigen Tagen seine Tätigekeit antreten.

Aus: "IDEAS" vom 14.1.37

Aus: Die Soziale Revolution Nr. 4, 1937. Digitalisiert von der Anarchistischen Bibliothek und Archiv Wien. Nachbearbeitet (Scanungenauigkeiten entfernt, ä zu ä, That zu Tat usw.) von www.anarchismus.at.