Wagentruppe Treibstoff

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Der Wagenplatz Treibstoff, hat sich aus einer Gruppe von KünstlerInnen, StudentInnen, Eltern und HandwerkerInnen im Sommer 2009 gebildet. Alle haben sich bewusst dazu entschlossen, auf diesem Wege ihre unterschiedlichen Ziele zu verwirklichen.

Wir wollen auf der Grundlage mobiler Lebens- und Arbeitsräume eine Kulturwerkstatt aufbauen und Raum erschließen zur Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens in der Stadt- dies und vieles mehr verstehen wir unter dem Begriff „Wagenplatz“. Ziel unseres Vereins ist die Förderung von Kunst, Politik und Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des transkulturellen Dialogs.

Das Wagenleben schafft ein Bewusstsein für den Umgang mit Ressourcen. Vor allem knappe und wertvolle Ressourcen werden in einem ganz anderen Ausmaß und viel bewusster verwendet. Das Wagenleben ist im Vergleich zum Leben in einer Mietwohnung ökologisch viel nachhaltiger und somit ein wertvoller Beitrag für sein Umfeld.

Diese Art zu leben fördert sehr stark die individuelle Kreativität. Durch gemeinsame Projekte und Erfahrungsaustausch wird die Gemeinschaft gestärkt.

Der Wagenplatz Treibstoff ist eine Gemeinschaft von Menschen die sich für ein gemeinsames Leben auf Rädern entschieden haben. In individuell aus oder umgebauten Lkws, Bauwägen, Wohnwägen, Anhängern und Wohnmobilen wollen sie die alternative Wohnform des Wagenlebens leben.

Wir wollen eine Begegnungs- und Arbeitsstätte für Menschen verschiedener Nationalitäten, unterschiedlichen Geschlechtes, Alters und sozialer Herkunft schaffen, die künstlerisch, wissenschaftlich oder handwerklich tätig sind.

Der Wagenplatz soll Raum bieten, um gemeinsames Arbeiten, kollektives Leben bzw. Wohnen und gegenseitigen Ideen-, Fähigkeits- und Erfahrungsaustausch ermöglichen. Es soll ein Netzwerk zum interdisziplinären Austausch und für gemeinsame Aktivitäten geschaffen werden – unter professioneller Anleitung, die auf Hilfe zur Selbsthilfe ausgelegt ist (autodidaktisches Lernen).

Hier kann eine Förderung des Verantwortungsbewusstseins in Bezug auf sich selbst und andere in dieser Gesellschaft und unserer Umwelt, die Auseinandersetzung mit Konflikten und ihrer Bewältigung stattfinden.

Das Ziel des Wagenplatzes soll insbesondere verwirklicht werden durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten bzw. Flächen zur Organisation oder Durchführung kultureller Veranstaltungen in Form von Projekten wie Diskussions-, Musik-, Filmveranstaltungen, gemeinschaftlichem Kochen, Ausstellungen, Workshops, Nachbarschaftshilfe, Stadtteil- und Jugendarbeit.

Wichtig ist uns dabei, das wir kompetente Anleitung anbieten, die auf Hilfe zur Selbsthilfe ausgelegt ist, sowie die Pflege inspirierender Freundschaften durch regelmäßige Zusammenkünfte, wie etwa in wöchentlichen Plena.

Einige ungenützte Brachflächen in Wien bieten durch ihre zentrale Lage und auch angemessene Größe ideale Voraussetzungen für Wagenplätze, auch Zwischennutzung wäre eine auszuhandelnde, akzeptable Variante.

Zwischennutzung ist eines unserer Ziel, denn durch unsere Anwesenheit werden sonst verfallende Flächen belebt, genutzt und aufgewertet. Die Frage, warum wir diese Art zu leben gewählt haben, ist für uns auf unterschiedlichste Weise zu beantworten, da die Gründe im Wagen zu leben so vielfältig sind, wie die Menschen die diese bewohnen. Einerseits geht es um Selbstbestimmung, Eigenständigkeit und ein wenig Autonomie. Es geht darum Ressourcen sparsam und nachhaltig zu nützen, da sie nicht wie in herkömmlichen Wohnungen „einfach so“ und selbstverständlich vorhanden sind. Beispiele hierfür sind die Beschaffung von Wasser, Strom und Gas, aber auch Müllentsorgung. Das sind alles alltägliche Aufgaben, die wir uns selber organisieren müssen und wollen. Denn wer darauf angewiesen ist, wie lange die Sonne am Tag scheint, um von der Solarenergie leben zu können, wie viel Wasser noch im Kanister oder wie viel Gas noch zum Kochen oder Heizen vorhanden ist, die/der achtet darauf, wie und in welchem Maß sie/er diese Ressourcen verwendet.

Es sind nicht Dinge, die wir, außer dem Beschaffen des trotzdem nötigen „Kleingelds“, machen müssen, sondern wollen. Dies stellt für uns weder Behinderung noch Rückschritt „in die Steinzeit“, sondern eine Bereicherung dar.

Das einzige Hindernis, das uns im Weg steht, ist die Intoleranz dieser Stadt, die Wagenleben als etwas nicht Unterstützenswertes sieht, das nicht ihren Vorstellungen von Norm und Ordnung entspricht und vor allem durch den §60 der Bauordnung kriminalisiert wird.

Der Verein ist selbstlos tätig und verfolgt keine eigen-wirtschaftlichen Interessen. Es wird Wert darauf gelegt, auftauchende Darstellungs- und Umsetzungswünsche der Projektbeteiligten zu berücksichtigen.

Der Verein arbeitet auf Basis der Selbstverwaltung, die Grundlagen entsprechen den Vorstellungen einer demokratischen und solidarischen Gesellschaftsordnung; er ist konfessionell, parteipolitisch und weltanschaulich unabhängig.

Ver- und Entsorgung mit Frisch- und Abwasser: Die Versorgung mit Frischwasser wird über externe Quellen mit Tanks und Kanistern erledigt. Möglichkeiten bestehen bei UnterstützerInnen, bei wohlgesinnten NachbarInnen, sowie bei öffentlichen Trinkwasserstationen.

Das Abwasser wird in Tanksystemen gesammelt und bei der nächstgelegenen Entsorgestation entsorgt bzw. von Zeit zu Zeit von Tanklastwägen ausgepumpt.

Sanitäre Anlagen: Die sanitären Anlagen sollen so konzipiert sein, dass sie ebenso bei kleineren Veranstaltungen, dem Geschirrabwasch und der Hygiene dienen. Gleichwohl sollen die Einrichtungen auch bei größeren Veranstaltungen hygienische Bedingungen und Toilettenmöglichkeiten für viele GästInnen ermöglichen. Deswegen werden je nach Veranstaltung Frisch- und Abwassertanks bei einer Außenspüle zur Verfügung gestellt. Außerdem können Miettoiletten in ausreichender Anzahl bereitgestellt werden.

Für die BewohnerInnen ist ein Turmklo (ein 1000 Liter Container mit darüber gebauter Plattform auf der sich die Klomuschel befindet) errichtet worden. Der Container wird je nach Bedarf von „Wien Kanal“ entleert.

Die Anschaffung eines Badewagens mit Waschmaschinen, Duschen und Badewanne ist in Planung, macht aber erst Sinn, wenn wir Zeit und Energie haben und solchen Aufgaben zu widmen. Hierbei wird das aufkommende Schmutzwasser in Plastikcontainern aufgefangen.

Strom: Der Strombedarf wird über Solarzellen, die auf den Dächern angebracht sind, weitestgehend gedeckt. Bei Veranstaltungen und Arbeiten, bei denen diese ungenügend sind, werden benzin- und dieselbetriebene Generatoren verwendet. Um eine ökologische Stromnutzung voranzutreiben, setzen wir auf erneuerbare Energien und wollen weitere Solarzellen anschaffen – wenn längere Stadtpunkte vorhanden sind, wären auch Windräder eine Investition wert. Alle besitzen Taschenlampen, Kerzen und akkubetriebenes Werkzeug.

Müllentsorgung: Grundsätzlich ist es uns wichtig, so wenig wie möglich Müll zu produzieren und diesen bestmöglich zu recyclen. Der anfallende Müll wird in Restmüll, Glas, Alu, Papier und Sondermüll getrennt, an einer Müllstation gesammelt und wöchentlich an einem der öffentlichen Müllplätze entsorgt.



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