Ulrich Klemm -  Leo N. Tolstoi als Klassiker der libertären Pädagogik

»Die Grundlage unserer Tätigkeit ist die Überzeugung, daß wir nicht nur nicht wissen und auch nicht wissen können, worin die Bildung des Volkes bestehen muß, daß es nicht bloß keine Wissenschaft der Bildung und Erziehungslehre - der Pädagogik gibt, sondern daß noch nicht einmal der Grund zu ihr gelegt ist, daß eine Definition der Pädagogik und ihres Zieles im philosophischen Sinne unmöglich, überflüssig und schädlich ist«. (Leo N. Tolstoi, 1862)

I.

Als der Dichterphilosoph Leo Nikolajewisch Tolstoi 1910 starb, hinterließ er nicht nur ein weltbewegendes, dichterisches Werk, sondern in gleichem Maße auch eine Sozialethik, die ihn über die Grenzen Rußlands hinaus zum Propheten und Kämpfer für Frieden und Freiheit werden ließen (1). Nachdem Tolstoi seine literarischen Hauptwerke »Krieg und Frieden« (1864 - 1869) und »Anna Karenina« (1872 - 1877) vollendet hatte, wandte er sich zunächst vom künstlerischen Schaffen ab und stellte seine ganze Kraft in den Dienst libertärer und humanistischer Ziele zur Veränderung der bestehenden Gesellschaft.

Mit der »religiösen Krise« Tolstois Ende der 70er Jahre (2), begann für ihn ein neuer Lebensabschnitt. Von nun an verfaßte er zahllose politische, sozialethische und religiöse Traktate und Pamphlete (3), die in der ganzen Welt bekannt wurden und in denen er leidenschaftlich für bessere soziale und ökonomische Verhältnisse der unterdrückten Schichten kämpfte. Dieser Bruch im Leben Tolstois bedeutete für ihn jedoch kein Wandel im Sinne einer geistigen Kehrtwendung. Ganz im Gegenteil: der Bruch im Leben und Denken Tolstois aus den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde zum Ausdruck konsequenter Radikalität in der Entwicklung seines libertären Denkens. Dieser Bruch bedeutete für Tolstoi Kontinuität.

Die Einheit von Tolstois dichterischem und sozialethischem Wirken bleibt unbestritten. Die Intention, die er zunächst mit seinen Romanen, Novellen und Erzählungen verfolgte, nämlich das »menschliche Dilemma« moderner Zivilisation in ihrer ganzen individuellen und gesellschaftlichen Auswirkung darzustellen, verlagerte sich von einem künstlerischen Wirken auf die Ebene des publizistisch-politischen Kampfes.

Seine Revolutionsstrategie des gewaltlosen Widerstandes wurde weltweit aufgegriffen (4) und zu einer neuen Waffe im Kampf gegen staatliche und kirchliche Autoritäten.

L. N. Tolstoi, der sein ganzes Leben hindurch von einer libertären Gesinnung durchdrungen war, drückte sein radikal-freiheitliches Denken erstmals als Erzieher und Pädagoge aus und zwar lange bevor sich sein urchristlicher Anarchismus zum »Tolstoismus« entwickelte (5). Er wurde Mitte des 19. Jahrhunderts zum Begründer einer pädagogischen Erneuerungsbewegung in Rußland, die wir als eine libertäre Reformpädagogik umschreiben können (6).

Bereits mit 21 Jahren, im Jahre 1849, begann er erstmals auf seinem Gut »Jasnaja Poljana« (Lichte Wiese) eine Bauernschule für seine Leibeigenen einzurichten. Diesen Entschluß müssen wir seiner Leidenschaft für die Erziehungsgedanken J. J. Rousseaus (1712 – 1778) (7) und seiner Verbundenheit mit dem russischen Bauerntum zuschreiben.

1859 gründete er erneut eine Bauernschule auf seinem Anwesen, die bis 1862 bestand. Dieser Zeitraum von 1859 bis 1862 zählt zu seiner intensivsten Phase einer Beschäftigung mit Fragen der Pädagogik. Neben seiner Schule (8), die wir heute als klassisches Modell einer antiautoritären Schule libertärer Prägung (ähnlich der »escuela moderna« von Francisco Ferrer zu Beginn unseres Jahrhunderts in Spanien (9) sehen müssen, gab er ab 1862 auch eine eigene pädagogische Zeitschrift heraus, die bis Anfang 1863 in zwölf Ausgaben erschien. Sie diente primär der Verbreitung und Diskussion seiner libertären Erziehungsgedanken. In ihr erschienen unter anderem die zentralen Aufsätze Tolstois zur Pädagogik aus jener Zeit, die später Raphael Löwenfeld 1907 in zwei Bänden zu seinen »Pädagogischen Schriften« zusammenfaßte und sie in einer deutschen Übersetzung herausbrachte (10).

Von großer Bedeutung für Tolstoi während dieser Zeit war seine Auslandsreise von 1860/61. Er reiste neun Monate durch Deutschland, Frankreich, Italien, England, Belgien und die Schweiz und informierte sich über das westeuropäische Bildungssystem. Er hospitierte in deutschen und französischen Schulen und Kindergärten, besuchte Vorlesungen an der Berliner Universität und kam mit bedeutenden Pädagogen und Sozialkritikern seiner Zeit zusammen. Unter ihnen waren A. Herzen, I. Turgenjew, P. J. Proudhon und B. Auerbach. In Deutschland führte ihn die Reise nach Berlin, Weimar, Bad Kissingen, Dresden und Jena, wo er »vor Ort« an Schulen und Kindergärten wichtige Impulse für seine zukünftige Bildungsarbeit bekam. Es überwiegten hierbei seine negativen Eindrücke, und er war entsetzt über den »Zwangscharakter« der damaligen »fortschrittlichen« Pädagogik in Deutschland. In sein Tagebuch schrieb er am 29. Juli 1860: »War in der Schule. Entsetzlich. Gebet für König, Prügel, alles auswendig, verängstigte, seelisch verkrüppelte Kinder«. Wenige Tage später, sozusagen als Antithese schrieb er: »Montaigne hat als erster den Gedanken von der Freiheit der Erziehung klar ausgesprochen. Innerhalb der Erziehung wiederum ist das wichtigste Gleichheit und Freiheit«.

Mitte 1861 kehrte Tolstoi von seiner Westeuropareise zurück mit der Überzeugung, »daß die einzige Grundlage der Erziehung die Erfahrung und ihr einziges Kriterium die Freiheit ist«.

In seinem ersten programmatischen Aufsatz über »Volkserziehung« schrieb er: »Erst wenn die Erfahrung zur Grundlage der Schule gemacht werden wird, wenn die Schule sozusagen ein pädagogisches Laboratorium geworden ist, dann erst wird die Schule nicht hinter dem allgemeinen Fortschritt zurückbleiben und dann wird auch die Beobachtung (und nicht die Philosophie, d. Hrsg.) im Stande sein, feste Grundlagen für die Wissenschaft der Erziehung zu schaffen«.

Tolstoi kommt damit nicht nur zu einer Kritik an der bestehenden pädagogischen Praxis, sondern in gleichem Maße auch zu einer freiheitlichen und »negativen« Erziehungslehre und verbindet seine Pädagogik mit einer Gesellschaftskritik, die deutlich zum Ausdruck kommt, wenn er schreibt: »Woran liegt es, daß es eine Erziehung gibt? Wenn eine so unmoralische Erscheinung, wie Zwang in der Bildung, d. h. Erziehung (Tolstoi unterscheidet zwischen »Bildung« als freien Unterricht und »Erziehung« als Zwangsmaßnahme, d. Hrsg.) Jahrhunderte existieren kann, so muß die Ursache dazu in der menschlichen Natur wurzeln. Diese Ursache glaube ich zu entdecken erstens in der Familie, zweitens in der Religion, drittens im Staat und viertens in der Gesellschaft« (11).

Tolstoi erweist sich als ein ideologiekritischer und libertärer Denker, dem es darum geht, Strukturen einer autoritären Erziehungswirklichkeit aufzudecken und zu bekämpfen. Gleichzeitig versteht er Pädagogik auch als eine auf Erfahrung aufbauende Wissenschaft, die sich auf dem Fundament der Freiheit und Herrschaftslosigkeit neu konstituieren muß.

Zum Ende seiner ersten pädagogischen Periode (1859 - 1863) trugen wesentlich die Repressalien der zaristischen Regierung bei. Am 3. Oktober 1862 schrieb der russische Innenminister an das Unterrichtsministerium: »Die sorgfältige Prüfung der pädagogischen Zeitschrift »Jasnaja Poljana«, welche Graf Tolstoi herausgibt, fuhrt uns zu dem Schlusse, daß diese Zeitschrift durch ihre Propaganda für neue Lehrmethoden und Volksschulgründungen häufig Ideen verbreitet, die nicht nur unrichtig, sondern auch schädlich sind ,..« (12).

Tolstoi wurde außerdem einer Verschwörung gegen den Zaren beschuldigt, wobei dies zum Anlaß genommen wurde, sein Haus und seine Schule zu durchsuchen und zu verwüsten. 1863 zog sich Tolstoi daraufhin zunächst aus der Pädagogik zurück und widmete sich seinem großen Roman »Krieg und Frieden«, der im Zeitraum von 1864 - 1869 entstand. Nach Beendigung dieses Jahrhundertwerkes in der Literatur beschäftigte er sich erneut mit Fragen der pädagogischen Theorie und Praxis. Seit 1869 arbeitete er an einem Elementarbuch für Volksschulen. Ähnlich F. Francisco Ferrers (1859 - 1909) erkannte Tolstoi, daß gute Schulbücher eine unabläßliche Voraussetzung für die Reform des Schulwesens sind. Wie dieser spanische Anarchist und Pädagoge war Tolstoi zunächst auf bereits vorhandene Schulbücher angewiesen; da diese jedoch in keiner Weise seinen Vorstellungen entsprachen, faßte er den Plan, seine Schul- und Lehrbücher selber zu schreiben.

Eine erste Ausgabe dieses Vorhabens erschien 1872 unter dem Titel »Das Alphabet« (im gleichen Jahr errichtete Tolstoi zum dritten Mal eine Schule auf seinem Gut).

1875 erschien eine erweiterte und überarbeitete Neuauflage (über 600 Seiten) mit der Überschrift »Das Neue Alphabet«, das mit einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren zu einem der weitverbreitetsten Schulbücher im damaligen Rußland wurde (13).

Nach 1880 verstand sich Tolstoi als ein »Menschheitserzieher«. Geprägt von seinem urchristlichen Anarchismus (14) ging es ihm um eine Vermittlung der Frage nach dem »Sinn des Lebens«. Er wandte sich seit dieser Zeit nun ganz der politisch-religiösen Propagandaarbeit zu. Aus dem großen Schriftsteller von »Krieg und Frieden« und »Anna Karenina« wurde ein Prophet für Frieden und Herrschaftslosigkeit. In seinen zahllosen Pamphleten und Traktaten entwickelte er sich zu einem wortgewaltigen libertären Ankläger der weltlichen und kirchlichen Herrschaftssysteme. In dieser letzten Schaffensperiode verfaßte er nur noch wenige explizit pädagogische Arbeiten. Tolstoi verließ die Enge seiner Schule von »Jasnaja Poljana« und wandte sich an die gesamte Menschheit. 1884 gründete er zu diesem Zweck zusammen mit seinem Freund W. G. Tschertkow den Verlag »Posrednik« (Der Mittler) in dem »Volksbücher« (Erzählungen, Geschichten) und »Kampfschriften« verlegt wurden. Darüberhinaus erschienen viele seiner theoretischen Schriften in mehreren Sprachen und inspirierten zahllose Menschen im Kampf gegen Staatlichkeit und Herrschaft (z. B. M. Gandhi in Südafrika, der dort 1907 eine »Tolstoi-Farm« gründete).

II.

Tolstoi, der als Erzieher in der deutschen Pädagogik nur wenig Beachtung fand, wird seit 100 Jahren lediglich im Rahmen einer akademisch-theoretischen Aufarbeitung diskutiert (15). Hinzu kommt, daß es bis heute keine umfangreiche Textausgabe seiner pädagogischen Arbeiten gibt. Es ist bezeichnend für die deutsche Pädagogik und Erziehungswissenschaft, daß sie sich der Konzeption Tolstois nur in Form »objektiver« wissenschaftlicher Arbeiten näherte.

Anders dagegen in den USA, wo im Zuge einer libertären Schulkritik Ende der 60er Jahre Tolstoi als Klassiker der freiheitlichen Erziehungskonzeption neu entdeckt wurde. Neben P. Goodman, J. Kozol, J. Holt, war es vor allem G. Dennison, der sich mit seiner »First Street School« in New York von Tolstoi inspirieren ließ (16).

Der hier abgedruckte Text („Über Volksbildung“) erschien erstmals in der pädagogischen Zeitschrift Tolstois »Jasnaja Poljana« zu Beginn 1862. In einer deutschen Übersetzung wurde er von R. Löwenfeld in seiner zweibändigen Quellentextausgabe (1907) veröffentlicht (17).

Der vorliegende Aufsatz Tolstois zählt zu seiner ersten programmatischen Schrift in Sachen Pädagogik, mit der er an die russische (Fach-) Öffentlichkeit trat.

In ihr grenzte er seine Erziehungskonzeption von traditionellen Konzepten ab und entwickelte die Prinzipien der Freiheit und Erfahrung als alleinige Grundlagen einer neuen Pädagogik. Er wurde zum anarchistischen Pädagogen, indem er eine bewußte und staatliche Erziehung als Vergewaltigung und »sittlichen Despotismus« entlarvte, was zur damaligen Zeit in besonderem Maße auf die Schulpädagogik-und -didaktik zutraf.

Er lehnte Erziehung im Sinne einer weltanschaulichen und religiösen Indoktrination ab und stellte ihr eine »freie Bildung« gegenüber. Schulische und außerschulische Bildungsprozesse müssen von den Prinzipien der Freiheit und Freiwilligkeit durchdrungen sein, um ihrem Anspruch gerecht zu werden. Lernen wird bei Tolstoi zu einem selbst bestimmten und selbstgesteuerten Lernen.

In diesem Sinne müssen wir die Pädagogik Tolstois neu diskutieren. Gerade heute, angesichts der bewegten Diskussion um »antipädagogische« Kozepte (18) wird es notwendig, anthropologische Grundannahmen in der Pädagogik neu zu überdenken. Nur vor dem Hintergrund einer neuen Sicht des Menschen können wir zu einer »befreiten« Pädagogik im Sinne selbstgesteuerter Lernprozesse kommen. Diese Neuorientierung wies uns Tolstoi mit seiner impliziten libertären Anthropologie.

»Erkennen wir nicht bloß das Gesetz an, das so deutlich aus der Geschichte der Pädagogik, wie aus der Geschichte der allgemeinen Bildung spricht: damit der Erzieher genau weiß, was gut und was schlecht ist, muß der Zögling die volle Freiheit haben, seine Unzufriedenheit auszudrücken, oder wenigstens sich der Erziehung zu entziehen, von der er instinktiv fühlt, daß sie ihn nicht befriedigt; das einzige Kriterium der Pädagogik ist und bleibt - die Freiheit« (1862, vgl. folgenden Text).

Erst wenn erkannt wurde, daß der Mensch ein nach Freiheit und Selbstbestimmung strebendes Wesen ist, erst wenn die Erfahrung zeigte, daß nur eine selbstbewußte Tätigkeit den Menschen zum Menschen macht, erst dann war es in der Geschichte möglich, zu einer freiheitlichen und menschenwürdigen Bildung und Erziehung zu gelangen, die sich von destruktiven und bevormundenden Traditionen in der Pädagogik löste und Pädagogik als Emanzipations- und Entwicklungshilfe verstand.

Anmerkungen:
1.) Vgl. hierzu: Uli Klemm: Leo Tolstoi - Prophet des Friedens. In: die Freie Gesellschaft. Jg. 1983. Heft 9, S. 43-53.
2.) Vgl. sein Traktat »Meine Beichte« (Jena 1901, Düsseldorf 1978), in dem er seine Krise literarisch aufarbeitet.
3.) P. Urban (Hrsg.): Leo N. Tolstoi - Rede gegen den Krieg. Politische Flugschriften. Frankfurt 1968, 1983; Leo Tolstoi: Patriotismus und Regierung. Anarchistische Texte 8. Libertad Verlag. Berlin 1983.
4.) Vgl. G. Gugel: Gewaltfreiheit - ein Lebensprinzip. Materialien 6. Herausgegeben vom Verein für Friedenspädagogik Tübingen. Tübingen 1983. U. a. werden hier im Kapitel »Zur Geschichte der Gewaltfreiheit« (S. 57ff.) H. D. Thoreau, L. Tolstoj, M. Gandhi, M. L. King, C. Chavez, Gebrüder Berrigan und D. Dolci genannt und als Klassiker dieser Bewegung diskutiert.
5.) Zur anarchistischen Lehre Tolstois vgl. auch P. Eltzbacher: Der Anarchismus. Berlin 1900 (Reprint 1977), Tolstoi selbst kannte dieses Buch und hielt es für sehr lesenswert.
6.) Ende des 19. Jahrhunderts bildete sich um Tolstoi ein Kreis »freier Pädagogen«. Unter ihnen waren I. I. Gorbunov-Posadov (1864 - 1940), K. N. Ventcel (1857 - 1934), die auch nach der Oktoberrevolution von 1917 noch großen Einfluß auf die frühsowjetische Revolutionspädagogik hatten und für eine gewisse Kontinuität der »freien« Erziehungstradition sorgten. Daneben wurden die bekannten sowjetischen Pädagogen N. K. Krupskaja (1869 - 1939) sowie P. P. Blonskij (1884 - 1941) von Tolstoi beeinflußt. Vgl. hierzu: O. Anweiler: Geschichte der Schule und Pädagogik in Rußland. Berlin 1978; L. Froese: Ideengeschichtliche Triebkräfte der russischen und sowjetischen Pädagogik. Heidelberg, 1963; W. Zenkowskij: Die russische Pädagogik im 20. Jahrhundert. In: F. X. Eggersdorfer, u. a. (Hrsg.): Handbuch der Erziehungswissenschaft. München 1933. Band 3, 1. Teil: Die Pädagogik in den Großen Kulturländern.
7.) J. J. Rousseau: Emile oder Über die Erziehung. Vollständige Ausgabe in neuer deutscher Fassung, besorgt von L. Schmidts. Paderborn 1978.
8.) L. N. Tolstoj: Die Schule von Jasnaja Poljana. Mit einer Einleitung über den Beitrag Tolstojs zur Theorie und Praxis anarchistischer Pädagogik von Stefan Blankertz. Wetzlar 1980. Tolstoi beschreibt in diesem Aufsatz seine Erfahrungen mit seiner »freien Didaktik« und erläutern Grundlagen einer libenären Grundschuldidaktik.
9.) Vgl. W. Archer/D. Poole/P. Ramus: Francisco Ferrer. Über den Begründer der anarchistischen Modernen Schule. Anzhausen 1982; P. Ramus: Francisco Ferrer - Die Moderne Schule. Meppen/Ems 1979; F. Feuer: Die Moderne Schule. Nachgelassene Erklärung und Betrachtungen über die rationalistische Lehrmethode. Berlin 1923. (Reprint: Berlin 1975).
10.) Leo N. Tolstoj: Pädagogische Schriften. Band 8 und 9 der I. Serie der Ausgabe: Gesammelte Werke. Ausgabe von R. Löwenfeld. Jena 1907.
11.) Aus: Erziehung und Bildung. In: R. Löwenfeld (Hrsg.): Pädagogische Schriften. Band 1. Jena 1907, S. 157.
12.) Zitiert aus P. Birukof: Leo N. Tolstoj - Biographie und Memoiren. Autobiographische Memoiren, Briefe und biographisches Material. 1. Band. Wien/Leipzig 1906. S. 478. Diese zweibändige Biographie Tolstois zählt zu den besten Arbeiten über sein Leben und Werk.
13.) Einzige deutsche Übersetzung, die diese Fibel in Ausschnitten veröffentlicht ist Lew Tolstoi: Das Neue Alphabet & russische Lesebücher. Herausgegeben von E. Dieckmann und G. Dudek. Berlin (Ost) 1968.
14.) Graf Leo Tolstoi: Worin besteht mein Glaube? Leipzig 1885; Graf Leo Tolstoi: Über den Sinn des Lebens. Berlin 1901.
15.) Bislang gibt es in der deutschen pädagogischen Literatur vier Dissertationen und eine Habilitationsschrift, die sich explizit mit seiner Pädagogik auseinandersetzen:

W. Dittrich: Tolstois Pädagogik im Zusammenhang mit seiner Weltanschauung. Breslau 1925;
G. Pewsner: Leo Tolstoi als Pädagoge und der pädagogische Naturalismus. Bern 1908;
G. Prox: Tolstoj als Pädagoge und seine Bildungsphilosophie. Breslau 1926;
C. Ruginis: Die pädagogische Lehre Tolstois. Freiburg (Schweiz) 1924;
L. Froese: Ideengeschichtliche Triebkräfte der russischen und sowjetischen Pädagogik. Habilitationsschrift. Heidelberg 1963.

Außerdem erschienen noch eine Anzahl von Aufsätzen, die ebenso wie die Dissertationen die Pädagogik Tolstois als eine von extremen Forderungen geprägte Pädagogik ablehnen und kritisieren.

16.) G.. Dennison: Lernen und Freiheit. Aus der Praxis der First Street School. Frankfurt 1971.
17.) Ebenso in: Leo N. Tolstoj: Ausgewählt pädagogische Schriften. Herausgegeben von Th. Rutt. Paderborn i960
18.) E. v. Braunmühl: Antipädagogik. Studien zur Abschaffung der Erziehung. Weinheim 1975; Alice Miller: Das Drama des begabten Kindes. Frankfurt 1979; M. Mannoni: Scheißerziehung. Von der Antipsychiatrie zur Antipädagogik. Frankfurt 1976; H. v. Schoenebeck: Unterstützen statt erziehen. Die neue Eltern-Kind-Beziehung. München 1982; Westermanns Pädagogische Beiträge: Antipädagogik (Themenheft). 11/83 November.

Aus: Ulrich Klemm (Hg.): Leo Tolstoi – Über Volksbildung. Edition Ahrens im Verlag Clemens Zerling, 1985. Digitalisiert von www.anarchismus.at


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