Schwarze Katze - Warum Schule so super ist

Achtung, Achtung: Dies ist ein Hetzblatt gegen Schule und Erziehung ...auf keinen Fall lesen!

Was ist das Ziel von Schule? Sie soll uns auf unser späteres Leben (im Beruf und so) vorbereiten. Das ist eine positiv klingende Beschreibung, an der bis auf eine klitzekleine Kleinigkeit nichts auszusetzen ist. Es geht nicht um mich - oder dich. Wie jetzt?! »Auf das Leben vorbereiten« bedeutet übersetzt, dass Menschen zu funktionierenden Rädchen in der Gesellschaft gemacht werden, die sich den Bedingungen der Arbeitsmaschine anpassen sollen: unsere Lebenszeit für stumpfsinnige Arbeit aufopfern, die uns außer Geld nur Stress und Krankheit bringt, welche die Gewinne der Konzerne hochschraubt und dabei die Natur um und in uns zerstört. Und vom Leben bleibt am Ende nur noch der bewusstlose Konsum von Sachen übrig, die keineR braucht.

Schule gehört zu dem Prozess, den in dieser Gesellschaft alle Menschen erleiden müssen, und gegen den ich eine leichte Abneigung hege: ERZIEHUNG. Wer rein zufällig in Pädagogik (soll ja mal vor kommen) aufgepasst hat, wird wissen: Erziehung ist die Formung eines Menschen auf ein Ziel hin, das den Erziehenden als gut erscheint. Aha. Kinder brauchen also eineN, der für sie entscheidet, was für sie gut ist und was nicht: diese Ansicht hat sich, einem Virus gleich, in den Köpfen der Erwachsenen eingenistet und fest gesetzt. Dabei ist es anscheinend nicht so wichtig, dass das, was sie da modulieren (oder sollte ich sagen: manipulieren?), keine Knetweibchen sind sondern Menschen, welche sich nicht mehr neu zusammenfügen lassen, wenn mensch sie kaputt gemacht hat.

Ach so, das Ganze verläuft nicht immer so reibungslos, weil die, welche die Erwachsenen als Kinder bezeichnen, einfach nicht so sein wollen, wie die »Grossen« es auf gerade prophetische Weise für sie vorgesehen haben. Natürlich können sich die armen, schwächlichen Eltern und staatlichen ErzieherInnen das nicht gefallen lassen und müssen sich irgendwie wehren. Dazu gibt es einige kleine Hilfsmittel: Zwang und Strafe, welche ihnen hilfreich zur Seite stehen, wenn es darum geht in uns ihr Ideal vom »richtigen Menschen« zu verwirklichen, mich und dich in Einklang mit dem Bild in ihren Köpfen zu bringen. Selbstverständlich kommen jene Mittel nur in seltenen Fällen zur Anwendung... nun ja, vielleicht doch etwas öfters. So ein Quatsch: Erziehung ist Zwang schlechthin!

Um das Wissen, welches wir uns zwangsweise aneignen müssen und spätestens in den Sommerferien vergessen haben, kann es bei der schulischen Erziehung nicht gehen. Aber ist ja halb so wild, denn entscheidend sind die Elemente, in denen alle Unterrichtsfächer übereinstimmen, das, was wirklich in uns hängen bleibt, wenn wir unseren Abschluss in der Tasche haben. Nach so langer Zeit sind sie so tief in uns verankert, dass wir sie kaum bemerken sollten.

Was soll das sein? Ein paar Beispiele: Konkurrenz und sogenanntes Durchsetzungsvermögen. Gemeinsam ist allen Fächern, dass sie uns lehren, dass wir Leistung zu erbringen haben, die andere und nicht etwa wir selbst von uns fordern von uns fordern und dass mensch nach dieser bewertet wird. Diese Beurteilung kann nur im Vergleich zu anderen erfolgen. Das bedeutet, dass wir uns in stetiger Konkurrenz zu den Mitschülern befinden, auch wenn dies nur selten offen zutage tritt. Alle SchülerInnen werden so dazu gedrängt, sich über das schlechte Abschneiden anderer zu freuen, da ihr Versagen die eigene Leistung hebt. Das ist die innere Logik der Konkurrenz, da kann weder Mitmenschlichkeit noch Solidarität entstehen.

Und auch die ebenso aufgezwungene Gruppenarbeit kann daran nichts ändern, solange es Noten, Tests und Klassenarbeiten gibt. Das andere Entscheidende ist, dass wir lernen, Lehrer als Autoritäten zu akzeptieren, die mit ihrer Benotung über unser weiteres Leben entscheiden und damit ein wichtiges Druckmittel in der Hand halten, um »unerwünschtes« Verhalten zu bestrafen: aufmüpfige und allzu kritische SchülerInnen sollen mit der Androhung einer schlechten Note, die immer in unseren Köpfen präsent ist, eingeschüchtert und zum Schweigen gebracht werden. Deutlich wird dies z.B. wenn mensch nicht in der Lage ist, den LehrerInnen zu widersprechen, vor allem dann, wenn ich oder du ihnen ohne MitschülerInnen gegenüber stehen.

Wer sich diesen Prinzipien nicht unterwerfen will, wird zum verhaltensgestörten Problemkind erklärt, zur Abnormalität. SozialpädagogInnen, PsychologInnen und Eltern sind sich einig: wer Schule nicht mag ist verhaltensgestört. Sind wir nun alle ab-normal? Dass müsst ihr schon selbst herausfinden... Ich weiß nur eines: gestört wäre die SchülerIn, die an Schule, so wie sie ist, Gefallen findet.

Von: Schwarze Katze (www.free.de/schwarze-katze/)

Originaltext:
www.free.de/schwarze-katze/texte/schule01.html


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