Schulwesen in Katalonien

Der Aufbau der neuen katalonischen Einheitschule liegt in den Händen eines gleich zu Beginn der antifaschistischen Volksbewegung gebildeten Komitees der Generalidad, das paritätisch zusammengesetzt ist aus den kulturellen Syndikaten der CNT und der UGT, der beiden grossen Gewerkschaftsrichtungen. Das Komitee arbeitet im Sinne der in Katalonien noch immer lebendigen Tradition des 1909 standrechtlich erschossenen Anarchisten Francisco Ferrer, des Begründers der modernen Schule in Spanien, an dessen Lehre und Tätigkeit alle fortschrittlichen pädagogischen Kreise in Spanien anknüpfen.

In Katalonien war nur ein kleiner Teil der schulpflichtigen Kinder durch die weltlichen Schulen des Staates und der Gemeinden erfasst, ein grosser Teil durch die Kirche und Zehntausende von Kindern waren überhaupt ohne Schule. Obwohl die wirtschaftliche Situation in Katalonien sehr schwierig ist und alle Kräfte für den Krieg eingesetzt werden, weshalb auch ein ungeheurer Mangel an Lehrpersonal herrscht, hat man in den fünf Monaten antifaschistischer Volksbewegung bereits grosse Fortschritte erzielt. Während vor der Revolution der Schülerzensus der Generalidad 34.000 betrug, ist er heute um 108% auf 76.000 gestiegen. Alle Schulen sind weltlich.

Aus: Die Soziale Revolution Nr. 2, 1937. Digitalisiert von der Anarchistischen Bibliothek und Archiv Wien. Nachbearbeitet (Scanungenauigkeiten entfernt, ä zu ä, That zu Tat usw.) von www.anarchismus.at.


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