Karin Buselmeier - Die Frauen im Spanischen Bürgerkrieg. Gespräche und Notizen

Karin Buselmeier hat den auf die Gruppe Mujeres Libres konzentrierten Beitrag von Friederike Kamann ergänzt durch Ausschnitte aus Gesprächen, die sie 1976 und 1977 mit libertären Frauen geführt hat, und durch einige der damals gesammelten Dokumente. Eine erste Fassung von "Frauen in der spanischen Revolution" ist 1976 in Heidelberg erschienen, in dem von einem Autorenkollektiv zusammengestellten Band Autogestion. Die libertäre Bewegung in Spanien 1868-1976.

Die folgenden Seiten basieren auf der erweiterten Fassung, in Heft 9/10, 1978 der Zeitschrift Mamas Pfirsiche, Frauen und Literatur "Frauen in der spanischen Revolution": S3-130. Die Zeitschrift wie der Verlag Frauenpolitik existieren längst nicht mehr.

Nach der Auflösung der antiautoritären Studentenbewegung in diverse selbsternannte Partei-Avantgarden, nach historischen Mustern, blieb Anfang der 70er Jahre eine revolutionäre Tradition noch zu entdecken: der spanische Anarcho-Syndikalismus. Anstöße waren damals auch für mich Enzensbergers Buch und Film über Durruti, Orwells "Mein Katalonien", die entsprechenden Publikationen im Karin Kramer Verlag; nicht zuletzt auch die zunächst euphorische Rezeption der Basis-Bewegung in Portugal 1974/75.

Ob freilich die soziale Revolution von 1936 "ein Stück unverkürzter, die gesamten Lebensbezüge umfassender Politik und Politisierung" darstellte, wie es z.B. in einem Info des Heidelberger ASTA im Sommer 1976 hieß, schien mir schon damals fraglich. Befreiung des Alltags, Befreiung der Frauen - in einem Land wie Spanien, mit besonders machistischer und katholischer Tradition? Skepsis war - bei allen verbalen Beteuerungen der Libertären bis zurück zu Bakunin - angebracht.

Bei den älteren Chronisten der spanischen Revolution, Beteiligten zumeist, läßt sich, abgesehen von Semprun-Maura, eine mehr oder minder große Gleichgültigkeit bzw. Blindheit feststellen, was die Frage nach etwaigen Veränderungen der Situation der Frauen betrifft. Entweder das Problem wird überhaupt nicht gesehen, wie bei Souchy oder Leval, die doch sehr konkret am Beispiel der Kollektivierung die soziale Revolution beschreiben, oder es wird nur ganz allgemein von der Befreiung von Männern und Frauen aus der alten Knechtschaft gesprochen, wie etwa bei Abel Paz, der bei anderen Fragen sich häufig sehr kritisch äußert. 

Es galt, weiter zu stöbern und noch lebende Beteiligte genauer zu befragen. 1975 habe ich Clara und Pavel Thalmann kennengelemt, in der "Serena", jener Landkommune der 50er Jahre hoch über Nizza, seit Ende der 60er Jahre Geheimtip auch für manche deutsche Linke und in den Jahren darauf für so viele ein Mekka für Informationen über eine "andere Arbeiterbewegung". Im Sommer 1976 habe ich mit Clara lange Gespräche geführt über ihre Erlebnisse in Spanien, über die Darstellung in Pavels Buch Revolution für die Freiheit hinaus. Die Begegnung mit Clara und Pavel, auch in späteren Jahren, bleibt eine prägende Erfahrung für mich. Beide sind nun tot. Tot ist auch Juan Molina, der Gefährte Lola Iturbes, deren Buch über spanischen Anarchosyndikalismus ich gelesen hatte, ehe ich die beiden zum ersten Mal besucht habe, im gleichen Sommer wie Emilienne Morin, die französische Syndikalistin und spätere Gefährtin Durrutis. Hoch gebildete Autodidakten proletarischer Herkunft sie alle, bis zuletzt kämpferisch wie damals, als sie jung waren, und offen für neue Entwicklungen - auch wenn sie politisch nur immer unterlegen sind und ihr revolutionäres Modell unwiederholbar ist.

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Gespräche mit Clara Thalmann  

"Du mußt dir vorstellen, was das ist - ein Dorf"  

Clara Thalmann wollte nach Barcelona fahren, um als Vertreterin des Schweizer Arbeiter-Schwimmclubs an der Spartakiade, der geplanten Gegen-Olympiade zum Berliner Propagandaspektakel teilzunehmen. An der spanischen Grenze, am 18. Juli, hieß es dann: "Spartakiade, Spartakiade. Jetzt spielt sich die Spartakiade in den Straßen ab." (...) "Und dann sind wir empfangen worden im ayuntamiento, im Bürgermeisteramt. Aber da gab es keinen Bürgermeister mehr, den hatten sie zum Teufel gejagt, die Großgrundbesitzer ebenso, oder andere waren geflohen. Es gab nur Arbeiter und Bauern, nur noch compañeros. Jeder mit einem Jagdgewehr, alle waren sehr aufgeregt. Sie haben diskutiert was wird jetzt geschehen, wie organisieren wir uns? Im ersten Dorf nach der Grenze! Eine völlig veränderte Situation. Und einfache Bauern! - Nein, das fällt mir jetzt auf: es gab außer mir keine Frau im Bürgermeisteramt. Aber ich hatte damals wohl auch nichts anderes erwartet. Was hatte die Frau denn bis jetzt zu sagen in Spanien? Sie hatte zu gehorchen. Ihr Gebiet war eben das Haus, waren die Kinder. Zu hause, da ist die Mutter die Regierung. Sie entscheidet über alles. Sie ist die angebetete Mutter, la Madre, das ist das Höchste, da gibt es keinen Widerspruch. Wenn die Madre sagt das und das muß gemacht werden, so sagt auch der Mann nichts dagegen. Höchstens z.B. wenn ein Mädchen heiratet, da spricht der Mann natürlich auch sein Wort.

(...) Auf dem Dorf - auch wenn die Männer sehr revolutionär waren - ist doch eine sehr strenge Tradition gewesen, von der Kirche aus vor allem. Die Priester haben doch die Frauen beherrscht... Du mußt dir das vorstellen, was das ist: ein Dorf. Das ist nicht nur so in Spanien, sondern genauso im katholischen Italien, in Süditalien, in allen katholischen Ländern. Da kannst du von der Bauersfrau nicht erwarten, daß sie nun auch mit auf die Straße geht oder auf politischen Versammlungen mitdiskutiert. Mit der Zeit hat sich das dann geändert, mit der praktischen Arbeit, mit dem Kollektivisieren, aber auf dem Lande doch sehr langsam.

Daß die Frauen sich allmählich mehr interessierten, das hatte manchmal auch ganz einfache Gründe: Wenn die Männer milicianos waren, dann ist es ihnen ja nie zuvor so gut gegangen; jeder miliciano bekam zehn Peseten, und an der Front brauchte man nichts, da war für alles gesorgt. Die Männer konnten Geld nach Hause schicken, und so sympathisierten die Frauen natürlich mit dieser Revolution."

Barcelona  

"In Barcelona, da war ein ganz anderes Bild gegen früher - ich kannte die Stadt ja schon. Früher war es ausgeschlossen, daß eine Frau allein auf die Straße ging. Sie mußte immer begeleitet sein von der halben Familie: die behütete Frau, das behütete Mädchen. Das war sicher noch der maurische Einfluß, zusätzlich zu der katholischen Tradition. Jetzt sah man die Frauen - was nie passiert wäre früher - im Cafehaus sitzen, diskutieren, mit dem Gewehr zwischen den Knien. 
 
K.: Warum lachst du, wenn du das so sagst?
 
C.: Warum lach` ich? - So ungewohnt in Spanien. Das waren Arbeitermädchen, zum Teil auch Dirnen. Frag` einen Spanier, der würde verstehen. Die Frauen diskutierten: was machen wir, gehen wir an die Front? Was können wir tun? Hier hat jeder mit jedem gesprochen, da gab es keinen Unterschied, ob Mann oder Frau. Hier war für jeden die Frage: wie werden wir das weiterführen? Wo sind wir am nützlichsten für die Revolution?
 
Und was mich so beeindruckt hat, das waren diese consejos, die Räte, die Komitees, die sich überall gebildet haben, die sofort die Arbeit organisiert haben. Auch die Geschäfte, die Nahrungsmittelbetriebe, die Bäckereien z.B., das wurde sofort kontrolliert. Und da haben die Frauen eine große Rolle gespielt. Frauen, die sich vorher nur um die eigene Familie gekümmert haben, haben jetzt bestimmt: das Mehl, das eine Bäckerei bekam, da mußte soundsoviel Brot dabei rauskommen. Sie haben Straßen- und Preiskontrollen gemacht mit den Kontrollkommissionen zusammen, die eingriffen, wenn es sich um schwierige Fälle handelte. Sonst haben das die Frauen eines Viertels allein gemacht"

An der Front  

Clara hat sich dann eingeschrieben für die Kolonne Durruti und ist mit an die Aragon-Front gegangen. "Ich war ja etwas ausgebildet im Umgang mit dem Gewehr. Ich hatte auch zuvor, bei der POUM schon Schießkurse gegeben. Da kamen ja immer wieder Leute, die noch nie eine Waffe in der Hand gehabt hatten, aber die jetzt gegen die Faschisten kämpfen wollten. - Woher ich das konnte? Na, von der sozialistischen Jugend her. Wir sind in den Wald gegangen und haben Schießübungen gemacht."
 
K.: Wie viele Frauen etwa kämpften an der Front, vor der Militarisierung der Milizen, die vor allem von den Kommunisten betrieben wurde? Es gab in den ersten Monaten ja auch Sozialistinnen und Kommunistinnen bei den entsprechenden Einheiten.
 
C.: Zwei bis drei Prozent. In Spanien war das ein Volkskrieg, das darfst du nicht vergessen. Bei uns, in unserer Hundertschaft waren außer mir noch zwei spanische Arbeiterinnen, etwas über 20 Jahre alt. Die Montserrat in meiner Zehnergruppe, von der anderen weiß ich den Namen nicht mehr. Die Montserrat war verheiratet, ihr Mann war dabei, ist aber gleich bei der ersten Attacke gefallen. - Nein, daß Paare in der gleichen Centuria sein konnten, das war kein besonderes Problem. Aber wir waren sehr puritanisch, also bei uns jedenfalls. Die andere Spanierin hatte dann einen Freund, in der gleichen Hundertschaft. Aber sie schliefen nie zusammen - im Urlaub natürlich, aber das war etwas anderes. Wir schliefen ja immer zu zehnt im Bauernhof meistens. Und sogar wenn wir Wache standen, war ich nie mit meinem Mann zusammen - später, als Pavel auch an der Front war. Einige haben sogar gesagt: da gibt`s ein Zimmer. Aber das wollten wir nicht. Keine Privilegien. Für uns war das eine Sache der Selbstdisziplin: wir sind hier nicht zur sexuellen Befriedigung, sondern wir sind hier, um zu kämpfen. - In einigen Hundertschaften gab es Prostituierte, aber das ist ein besonderes Kapitel."
 
Lange Diskussion über dies "besondere Kapitel", und dann mein Erstauen (es wird ja auch ganz anderes berichtet), als Clara betont, in ihrer Hundertschaft habe es keinerlei Delegation von "Frauenarbeiten" gegeben. "Bei uns war das überhaupt keine Frage, daß wir Frauen kochen sollten oder Geschirr abwaschen oder fegen. Wir haben alles gemeinsam gemacht, wir Frauen waren in jeder Hinsicht genauso geachtet wie die Männer. Und - das war interessant: die Bauersfrauen haben zuerst gestaunt, als sie Männer beim Kochen sahen. Aber dann haben sie gesagt: jawohl, ist richtig, Männer können auch Essen machen und Geschirr abwaschen."
 
Clara berichtet vom Zusammenleben mit den Bauern, der Mitarbeit der milicianos auf den Feldern, von der Bildungsarbeit in den manchmal langen Gefechtspausen. Sie schildert Zusammenkünfte der Kollektivitätsmitglieder, z.B. auf dem Dorfplatz und Wahlen in die Komitees; es wurden durchaus auch Frauen gewählt, wenngleich weitaus weniger als Männer, u.a. weil die Analphabetenrate bei Frauen noch höher lag als bei den männlichen Kollektivisten. In Streit geraten wir über das System des Familienlohns, wenn Clara ähnlich allgemein argumentiert wie Leval (S.71): "... der Familienlohn, der die Existenzmöglichkeiten für alle Einwohner, ob Männer, Frauen oder Kinder, auf die gleiche Grundlage stellte", ich Semprun-Mauras Urteil (S. 137) dagegen halte: "Der Familienlohn (und die Familienkarte), von der CNT als großer sozialer Fortschritt gepriesen, erweist sich in Wahrheit als kraß rückschrittlich. Denn nicht nur die Frau - ohnehin das unterdrückteste Wesen in Spanien - wird dadurch dem Mann unterworfen, sondern ebenso werden die Kinder in der Abhängigkeit vom Familienvater gehalten. Selbst die jungen Männer und umso mehr die jungen Mädchen (...) bleiben der väterlichen Autorität unterstellt. Sexuelle Befreiung? Ganz bestimmt nicht in Alcora."
 
C.: "Das würde ich nicht so kraß sehen. Und: was kannst du in einigen Monaten gegen eine jahrhundertelange Tradition machen?
 
K.: Die Tradition zumindest nicht noch bestärken.
 
C.: Das mit dem Familienlohn sehe ich ganz anders. Man mußte doch berücksichtigen, daß die Frauen auch für die Kinder sorgen mußten, also nicht die ganze Zeit in der Arbeit steckten. - Und zur sexuellen Befreiung - da war es wichtig, daß überhaupt erst einmal über Sexualität gesprochen wurde, schon das war eine Revolution in Spanien. Es gab Bildungsabende, auch über sexuelle Aufklärung, bei der Miliz, über sexuelle Freiheit, freie Liebe, über Erziehungsfragen, vor allem über die Achtung des Mannes der Frau gegenüber und umgekehrt. Die anarchistische Ethik.
 
Ich war ja schon vorher in Spanien, mit Pavel, sieben Monate lang. Einmal haben wir Autostop gemacht, da hat uns ein Bus-Schaffner mitgenommen, zurück nach Tetuan. Wir haben uns unterhalten, und dann hat er uns eingeladen zu sich nach Hause. Das ist meine compafiera, und das ist mein Freund, mein compafiero, und seine compafiera. Das waren zwei anarchistische Paare, die gemeinsam gelebt haben.
 
K.: Ohne Kinder?
 
C.: Ja, das gibt es oft bei Anarchisten. Und dann waren sie auch noch ziemlich jung, so um 30. Die haben zusammengelebt - absolut nach der anarchistischen Idee: die Frauen haben bei allem mitdiskutiert; der Haushalt, das wurde gemeinsam gemacht, und alle haben gearbeitet in der Produktion. Sie waren Militante, CNT-Mitglieder.  

"Nimmt ein Kollektivitätsmitglied eine Gefährtin..."  

Abschaffung nicht der natürlichen Familie, aber der legalen, auf dem bürgerlichen Recht und dem Eigentum begründeten Familie. Die religiöse und die Zivilehe werden durch die freie Ehe ersetzt (Bakunin, Bd.3, S.24)
 
Der freiheitliche Kommunismus proklamiert die freie Liebe, ohne weitere Reglementierung als den Wunsch und Willen des Mannes und der Frau, wobei den Kindern der Schutz durch die Gemeinschaft garantiert wird. (aus dem Rahmenprogramm der CNT, verabschiedet beim Kongreß von Zaragoza, 1. - 15. Mai 1936; zit nach: Oberländer, S.388)
 
Nimmt ein Kollektivitätsmitglied eine Gefährtin - will er also eine Familie gründen - sorgt die Kollektivität für sein materielles Leben. (Artikel 18 der Statuten der freien Arbeiterkollektivität von Tamarite de Litera; zit. nach: Leval, S.206)
 
K.: "Sicher gab es solche Beispiele wie die von dir genannten zwei anarchistischen Paare. Aber insgesamt habe ich doch zunehmend den Verdacht, daß das Prinzip der freien Liebe vor allem gegen die Eingriffe staatlicher- und kirchlicherseits gerichtet ist und auch - gerade in Spanien - gegen die Bevormundung durch die älteren Familienmitglieder, während zu wenig reflektiert wurde, wieviel bei jedem einzelnen getan werden muß, wieviel gerade auch die Männer umdenken müssen.
 
Pavel (der bei unseren Gesprächen häufig dabei war): Man darf die Anarchisten auch nicht idealisieren. Zwischen Theorie und Praxis bestanden auch bei ihnen sehr oft große Unterschiede.
 
C.: Für mich war immer klar, daß die Frau sich ihre Freiheit selbst erkämpfen muß. Und in der Arbeiterbewegung ist immer gesagt worden, daß das eine lange Erziehung braucht, auch der Männer. Gemessen an der Tradition in Spanien aber war der Fortschritt viel gewaltiger als in anderen europäischen Ländern, industrialisierteren Ländern, wo die Frau schon sozial besser gestellt war. Daß die Frauen Riesenschritte gemacht haben, das war auch eine der großen Lehren der spanischen Revolution (...)
 
K.: Hast du eigentlich Unterschiede festgestellt im Verhalten gegenüber Ausländerinnen einerseits und Spanierinnen andererseits? Bei Mika Etchebéhére scheint mir das ganz deutlich - abgesehen davon, daß sie eine Intellektuelle war, im besten Sinn des Wortes: mit mehr Übersicht, Weitsicht, weshalb ihr die einfachen milicianos, Analphabeten meist, mit denen sie in ihrer Einheit zu tun hatte, so sehr vertrauten.
 
C.: Eher waren die Spanier erstaunt, daß Ausländerinnen kamen, um gegen Franco zu kämpfen. Bei Spanierinnen lag das doch näher. Die Spanierinnen, die bei uns waren, auch eher Analphabetinnen, waren sehr verantwortungsbewußt, auch politisch bewußt. Das hat ihnen die Achtung der milicianos gebracht. Daß sie sich besser mit den Spaniern unterhalten haben, mehr zusammen lachen konnten, ja, das vielleicht.
 
K.: Aufgefallen ist min die Gefährtin von Durruti war Französin, von Ascaso auch, Elisa Kater, die Tochter des deutschen Libertären Fritz Kater, war die Gefährtin von Diego Abad de Santillan...
 
C.: Ja, nicht von ungefähr! Sie waren in der Emigration und haben da viel freier Frauen treffen können, die Anarchistinnen waren und sind. Da kam das gleichberechtigte Zusammenleben eben viel leichter zustande als in Spanien."

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Emilienne Morin  

1977, Quimper in der Bretagne. Emilienne holt uns am Bahnhof ab, außer mir: Michael und unsere fünfjährige Tochter. Beide können, da sie weder Französisch noch Spanisch sprechen, nur Atmosphärisches wahmehmen, Marlene die Süßigkeiten, später im Emiliennes Wohnung, Michael Emiliennes tiefe, warme Stimme.
 
Fast ihr ganzes Leben hat sie in Paris verbracht. Vor zwei Jahren erst ist sie hierher gekommen "wegen der Kinder", die wenige Kilometer entfernt in einem alten Landhaus leben. In Emiliennes Wohnzimmer keinerlei Bücher, kein Plakat, nur einige wenige Familienbilder (Colette und Roger und deren beide erwachsene Söhne). Ich frage mich: wo sind die Bücher? Die Dokumente über Durruti? - Am nächsten Tag erst holt Emilienne ein paar Bücher hinter der Schrankwand hervor. Die Dokumente, ebenso wie Durrutis Totenmaske auf einem Sockel, sind bei Colette: "es tat mir zu weh, das jeden Tag zu sehen".
 
Sie wäre gern Lehrerin geworden. "Aber es war ja Krieg, es gab keine Möglichkeit". So hat sie nur die Volksschule besucht. "Näherin? Schon in der Schule war mir das unmöglich. Das Nähen machte mich derart nervös, daß ich schwitzte und meine Nadeln rosteten. Des Kleinkriegs müde, erlaubte mir die Lehrerin, es sein zu lassen. Du kannst nicht nähen, also wirst du deinen Kameradinnen beim Nähen vorlesen. Meist Auszüge aus französischen Klassikern. Ich habe damals und später immer sehr viel gelesen, auf eine etwas chaotische Art, da ich niemanden hatte, der mich anleiten konnte."
 
In Abendkursen ließ sie sich zur Stenotypistin ausbilden, ihren Beruf hat sie bis zum 68. Lebensjahr nahezu immer ausgeübt. "Damals wurde das ja fast als aristokratisches Métier angesehen. Es gab kaum Arbeitertöchter wie mich, meist Kleinbürgertöchter, die in den Büros einige Jahre verbrachten, bevor sie heirateten. Mit 18 Jahren bin ich in die Gewerkschaftsjugend eingetreten. Aber ich war natürlich schon vorher im Milieu. Zu Hause beherbergten wir häufig Flüchtlinge, ausländische libertäre Genossen. Mein Vater, ein etwas romantischer Anarchosyndikalist der alten Zeit, hat viel mit mir über seine Ideen geredet, mehr als mit meinem Bruder, der sich weniger dafür interessierte, obwohl er natürlich auch links dachte, wie alle in der Familie." (...) "Die CGT (Confédération Générale du Travail) war von ihrem Ursprung her eine anarcho-syndikalistische Organisation, aber ich selbst habe mich immer mehr als Syndikalistin gesehen denn als Anarchistin. Die Anarchisten erschienen mir etwas sektiererisch, etwas abseits vom realen Leben, den realen Auseinandersetzungen. Man war immer noch bei Bakunin, bei Kropotkin. Aber die Welt hatte sich verändert seitdem. Und die Menschen waren und sind noch weitaus zu unterentwickelt in ihren egoistischen Ansichten, in ihren Vorurteilen, als daß die anarchistische Ethik die Massen erreichen könnte. - 
 
Was die Auffassungen über die Aufgaben der Frauen betrifft, so hieß es doch überwiegend: die Frau ist die Gefährtin des Mannes, im häuslichen Bereich. Ich habe vor einigen Jahren, weil man mich darum gebeten hatte, einen Artikel geschrieben zum Jahr der Frau; das war für den Combat Syndicaliste, die Zeitung der - ziemlich unbedeutenden - französischen CNT. Da habe ich geschrieben, was ich denke von dem "großen libertären Philosophen" Proudhon, der gemeint hat, die Frau sei "entweder häuslich oder Kurtisane". Die Genossen haben mir das, selbst in der heutigen Zeit, ziemlich übel genommen.
 
Es gab immer Ausnahmefiguren, Federica Montseny z.B., die immer voll anerkannt war. Ihre schriftstellerischen und rednerischen Fähigkeiten machten sie von Anfang an wichtig für die libertäre Bewegung in Spanien. Und sie hatte ja die besten Voraussetzungen: aufgewachsen ohne materielle Sorgen, in einer libertären Familie, mit den besten Lehrern, die man sich vorstellen kann, den eigenen Eltern." (Lola Iturbe widmet der Mutter von Federica Montseny, Soledad Gustavo, mehrere Seiten in ihrem Buch.)"
 
"Ich habe natürlich in Komitees mitgearbeitet, im Komitee Sacco und Vanzetti und im Komitee, das sich für die Nichtauslieferung von Ascaso, Durruti und Jover einsetzte, nach dem Attentat auf den spanischen König. Dank einer riesigen Kampagne - halb Frankreich sprach von den "drei Musketieren" - mußte die französische Regierung im Sommer 1927 nachgeben. Gleich nach seiner Entlassung habe ich Durruti in der Internationalen Buchhandlung kennengelernt. Et voilà...
 
Als wir uns entschieden hatten, zusammenzuleben, wußten wir beide sehr klar, was das bedeutete: das Leben eines Militanten. Deshalb hatten wir auch beschlossen, keine Kinder zu bekommen. Colette ist dann aber im Dezember 1931 geboren.
 
In Spanien, das war kein leichtes Leben für mich. Ich nahm Gelegenheitsarbeiten an, als Putzfrau, als Flaschenwäscherin bei Cinzano, und erst Ende 1935 bekam ich für längere Zeit eine Stelle als Kassiererin in einem Kino. Dazwischen war ich oft genug arbeitslos und häufig kam es vor, daß Genossen, die manchmal selber arbeitslos und auf jeden Fall sehr arm waren, zusammenlegten, um die Miete für unsere verschiedenen Wohnungen zu zahlen. Das fiel mir doch sehr schwer, ich, die ich gewohnt war, von niemandem abzuhängen.
 
Durruti war wenig zu Hause. Wenn er nicht gerade im Gefängnis saß - ich habe die verschiedenen Provinzen Spaniens eigentlich nur kennengelernt durch meine Besuche in allen möglichen Gefängnissen, das war schon bitter - , wenn er also nicht wieder einmal für einige Monate eingesperrt war, dann war er oft auf Reisen für die Bewegung. Und da konnte ich ihn nicht begleiten; die CNT bezahlte zwar seine Reisen, aber die der Gefährtin, das wäre doch zu weit gegangen. Und - ich konnte ja auch Colette nicht beliebig von einem Ort zum nächsten mitnehmen. Glücklicherweise gab es aber nie Schwierigkeiten, wo ich meine Tochter lassen konnte, wenn ich zur Arbeit ging. Teresa oder auch andere Frauen waren immer für sie da; sie wurde richtig verwöhnt, die "kleine Durruti"."
 
Auch nach dem 18. Juli 1936 behielt Emilienne ihre etwas skeptischere Haltung bei. "Ich habe die Genossen manchmal gefragt Glaubt ihr, ganz Europa wird euch einfach machen lassen? Oder ein anderes Moment: An der Aragon-Front, wohin ich mit dem Sardinenauto gekommen war - Colette war schon seit April, da abzusehen war, was kommen würde, in Paris bei meiner Mutter -, da wurden wir natürlich im Triumph empfangen. Aber, ich sah auch in den Wohnungen die hellen Stellen an den Wänden, wo vorher wohl die Heiligenfiguren und die Christusbilder gehangen hatten (...)"
 
"Das einzige, was ich nach meiner Rückkehr nach Frankreich an "Öffentlichkeitsarbeit" tat, war Artikel zu schreiben für die Pariser Zeitung Le Libertaire. Im Mittelpunkt blieb für lange Zeit die Sorge um meine alte Mutter und um Colette, die den Namen Durruti trug, nach spanischem Recht. Besonders zur Zeit der deutschen Besatzung mußte ich mich vollkommen ruhig verhalten. Es gab genügend Flics, die selber Nazis waren und genau wußten, wer wir waren. Ich habe abends Radio BBC gehört, mehr nicht."
 
Natürlich hatte Emilienne Kontakte zu spanischen Emigranten. Aber ihre zurückhaltende Art, die beinahe übertriebene Scheu, man könnte denken, sie erwarte etwas Besonderes - als Durratis Gefährtin und Mutter der gemeinsamen Tochter, Hätschelkind und Talisman so mancher emigrierten Spanier, wie Colette selbst leicht irritiert bemerkte, - hat sie bei einigen desinteressierter erscheinen lassen als dies in Wirklichkeit der Fall war. Noch in den 50er Jahren, so erfahre ich einige Tage darauf, haben Juan Molina und Lola Iturbe, die Emilienne seit den 20er Jahren, seit der gemeinsamen Brüsseler Zeit, gut kannten, sie gebeten, eine Biographie Durrutis zu schreiben, ohne Idolatrie, wie von ihr nicht anders zu erwarten war. Sie hat abgelehnt, Arbeit vorschützend.
 
"Ich habe mich vom Emigrantenmilieu etwas entfernt, weil es mir widerstrebte, mich an Einschätzungen und Strategiedebatten zu beteiligen, wo ich doch selbst nie die Absicht hatte, nach Spanien zurückzukehren, um etwas davon in die Praxis umzusetzen. - Mein Platz war wieder in Frankreich."

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Lola Iturbe

Wenig später bei Lola und Juan. Juan, als Erkennungszeichen die neue CNT unterm Arm, hat darauf bestanden, uns in Paris am Bahnhof abzuholen. Nun, in Deuil-la-Barre, einem kleinen Vorort, winkt uns Lola schon von weitem zu. Ein leicht verfallenes Haus, unmittelbar neben der Bahnstrecke. Noch im Schlafzimmer und im Gästezimmer reichen die Bücherregale bis zur Zimmerdecke, vor allem aber im Raum neben der Küche, in welchem wir uns um den Tisch setzen: Bücher über Bücher, Archivschränke, eine Radierung von Durruti an der Wand, Plakate, die neuesten Zeitungen und Zeitschriften aus der "Bewegung". (In der winzigen Neubauwohnung in Barcelona, wo wir die beiden 1983 noch einmal besucht haben, hatte fast nichts davon mehr Platz.)
 
Was Lola in ihrer Kindheit geprägt hat, das war "die Schande, ein Bastard zu sein. Zuhause merkte ich nichts davon, umso mehr aber in der Schule, auf der Straße, wenn scheinheilige Damen dem "armen Kind" einen Kuß aufs Haar drückten, und später noch bei der Arbeit. Während der ersten sieben Jahre kannte ich meine leibliche Mutter nicht. Sie hatte mich nach der heimlichen Geburt zu einer Bauernfamilie gebracht. Dann, nachdem das Geheimnis an den Tag gekommen war, nahm sie mich mit nach Barcelona, wo sie als Hausangestellte bei einem wohlhabenden Handwerksmeister und dessen Tochter lebte. Ich wurde gehalten wie ein eigenes Kind, empfing eine Menge Eindrücke in diesem kultivierten Haushalt, ich durfte die Schule besuchen, was gar nicht alltäglich war für ein Mädchen aus armen Verhältnissen, ich wurde ins Theater mitgenommen, ich las, was mir unter die Augen kam.
 
Der Hausherr war immer großzügig mit Geld umgegangen; nach dem Bankrott, der sich lange angekündigt hatte, rettete meine Mutter einige Möbel und richtete so etwas wie ein kleines Hotel ein, womit sie den ehemaligen Herrn, der ihre Tochter so liebevoll aufgenommen hatte, nun miternährte. Mit zehn Jahren begann ich eine Lehre als Näherin. Mehr als zehn Stunden täglich für fünf centimos die Woche. Abends half ich noch meiner Mutter, und nachts, beim Schein der Straßenlaterne - meine Mutter wollte nicht, daß ich Licht verschwendete - las ich die Werke von Dumas und Victor Hugo, ich las Gedichte, ja sogar das "Verlorene Paradies" von Milton, das ich zwar nicht recht verstand, das aber meinen damaligen religiösen Neigungen entsprach. Wie ich zur libertären Bewegung kam? - Ich las die Stellenangebote in einer republikanischen Zeitung; und da war auch häufig die Rede von Streiks, von Demonstrationen und von der CNT. Auch die Adresse der Textilarbeitergewerkschaft fand ich in dieser Zeitung.
 
Hier unter den Kameraden der CNT fühlte ich mich wohl, hier flüsterte niemand über meine illegitime Geburt. Ich ging immer häufiger zu Versammlungen, zu Vorträgen, und ich organisierte Streiks und Demonstrationen mit. Unter dem Pseudonym Kyralina begann ich, in der libertären Presse zu schreiben. Und ich beteiligte mich an den Aktivitäten der ateneos libertarios, der Kulturhäuser, die von den Syndikaten getragen wurden. Eine Zeitlang war ich auch Präsidentin von einem dieser ateneos (...).
 
Juanel und ich haben uns 1922 kennengelernt. Seither leben wir in freier Gemeinschaft zusammen. Wie er war ich dann auch in der FAI, und später habe ich selbstverständlich die Arbeit von Mujeres Libres unterstützt und auch Artikel in der Zeitschrift geschrieben." 
 
Manches, was jetzt in La Mujer en la Lucha Social y en la Guerra Civil de Espania steht, ist schon damals erschienen. Bezeichnenderweise, so die Verfasserin mit leicht resigniertem Lächeln, wurde das 1974 erschienene Buch von der libertären Presse kaum beachtet. "Meine Absicht war zu zeigen, daß längst vor Mujeres Libres viele Frauen sich dem Kampf für soziale Veränderungen gewidmet haben, wenngleich immer nur von Männern die Rede ist".
 
Lola gibt viele Beispiele, Beispiele von in der Geschichtsschreibung namenlos gebliebenen Frauen, die bei Demonstrationen erschossen wurden; von Deportierten; Beispiele von "aufopferungsvollen Frauen", welche, selbst wenn sie die Ideen ihrer Männer oder ihrer Gefährten nicht teilten, die libertäre Bewegung unterstützt haben; etwa beim Generalstreik von Zaragoza 1934, als Hunderte von Kindern aus Zaragoza wochenlang bei Arbeiterfamilien in Barcelona gelebt haben, damit die Frauen in Zaragoza die Männer im Streik besser unterstützen konnten.
 
Und Lola erinnert an die beträchtliche Zahl militanter CNTistinnen, die an Attentaten beteiligt waren oder an der Befreiung gefangener Genossen; die Waffen organisierten usw.: Maria Rius oder die vier weiblichen Mitglieder der Gruppe "Los Solidarios", eine Gruppe, zu der auch Francisco Ascaso und Durruti gehörten und die sich Anfang der zwanziger Jahre gebildet hatte, um dem Terror der Pistoleros (gekauften Mördern mit der Aufgabe, rebellische Arbeiter zu liquidieren) mit der Waffe entgegenzutreten.
 
Ich frage, besonders an Juan gewandt, ob diese vier Frauen, eine Weberin, eine Näherin, zwei Köchinnen, besondere "frauenspezifische" Aufgaben hatten: als Kuriere zu fungieren, bei der Darstellung "harmloser Liebespaare" mitzuwirken (die Abziehbilder der Krimi- und Agentenfilme in unseren Köpfen!). Juan: "Natürlich hatten sie solche Funktionen. Aber darüber hinaus taten die Frauen genau dasselbe wie die Männer, sie waren vollständig integriert."
 
Zu den landläufigen Vorstellungen, gerade in Spanien, über weibliche Aufgabenbereiche paßte die Mitarbeit in einer konspirativen Gruppe ja schwerlich, so frage ich nach: "Was dachten andere Männer aus der libertären Bewegung?" - "Sie fanden das richtig, was diese Frauen taten. Fast das ganze spanische Volk fand das richtig - du mußt dir die fürchterliche Repression vorstellen damals; es gab ja keine andere Möglichkeit der Gegenwehr. - Aber sicher haben viele Kameraden gedacht Das ist eigentlich Männersache - gut, daß meine Gefährtin nicht dabei ist. Wenn Lola dabeigewesen wäre, so wäre ich einverstanden gewesen."
 
Zu Maria Rius erzählt Lola ein signifikantes Detail: "Nach einem Raubüberfall wurden von vier Angeklagten zwei zum Tode verurteilt und zwei, welche ohnehin unschuldig waren, wurden freigesprochen, der eine der beiden aber nur dank einer List von Maria Rius: Sie sagte vor Gericht aus, der Angeklagte könne wohl kaum beteiligt gewesen sein, da er in der fraglichen Nacht und zur fraglichen Stunde sich bei ihr in einer sehr intimen Situation befunden habe. - Und was tat ihr Gefährte, ein libertärer Genosse, danach? Er hat sich von ihr getrennt!"
 
Neben den Widerstandsaktionen einzelner militanter Frauen gab es natürlich zahlreiche kollektive Aktionen: In Hungerzeiten Stürme auf die Läden halsabschneiderischer Lebensmittelhändler oder, am Anfang der Republik, der Sturm libertärer Frauen, der viele Sympathien fand, auf das Frauengefängnis von Barcelona. Alle Frauen wurden befreit und das Gefängnis derart zerstört, daß es nie wieder in Betrieb genommen werden konnte.
 
"Und was du natürlich nie vergessen darfst, das waren die vielen Frauen, die kontinuierlich in den Syndikaten mitgearbeitet haben. Auf mittlerer Ebene gab es durchaus auch weibliche Mitglieder als Delegierte oder sonst in leitenden bzw. koordinierenden Funktionen. Z.B. war Maria Rius Sekretärin der Textilarbeitergewerkschaft von Barcelona, ich sebst war es für kurze Zeit. Niemals aber gab es eine Frau im Nationalkomitee der CNT.- Die alte Erziehung, die alten Vorurteile."
 
Während ich mit Emilienne über die Streiks bei LIP oder die damaligen Volksfrontanstrengungen in Frankreich gesprochen habe, kaum aber über die aktuelle Situation in Spanien, sind wir hier bald bei unter spanischen Anarchisten kontrovers diskutierten Kardinalfragen: Durften die Libertären sich an der Regierung beteiligten? Gab es Verselbständigungen von "Führern" gegenüber der Basis? Und Lola und Juan sprechen lange über die beiden Strömungen, die es in der spanischen libertären Bewegung bis heute jahrzehntelang gegeben hat, einer puritanisch-orthodoxen und einer flexibleren, der sie selbst sich zuordnen und die von der ersten "reformistisch" geschimpft wird.
 
Beide freuen sich darüber, daß Mujeres Libres, wie andere libertäre Publikationen, nach den langen Jahren des Exils nun wieder in Spanien erscheinen kann. Was sie befremdet, das sind die Artikel über Drogen oder über Lesben. "Wir sind als Libertäre weit davon entfernt, Homosexualität durch irgendwen verbieten lassen zu wollen. Aber ob ich lesbische Liebe als menschliches Faktum sehe oder aber daraus eine Ideologie mache, da ist doch ein Unterschied."
 
Literatur:

  • Autorenkollektiv: Autogestion. Die libertäre Bewegung in Spanien 1868-1976. Frauen in der spanischen Revolution, Selbstverlag, Heidelberg 1976 
  • H.M. Enzensberger: Der kurze Sommer der Anarchie. Bonaventura Durrutis Leben und Tod, Suhrkamp-Verlag, Frankfurt 1972 
  • L. Iturbe: La Mujer en la Lucha Social y en la Guerra Civil de España, Editores Mexicanos Unidos, S.A., México 1974 
  • G. Leval: Das libertäre Spanien, Association, Hamburg 1976 
  • M. Nash (Hg.): "Mujeres Libres". España 1936-1939, Tusquets Editor, Barcelona 1976 (deutsch: Karin Kramer Verlag, Berlin/W. 1979)
  • G. Orwell: Mein Katalonien, Verlag Das gute Buch, Amsterdam o.J.
  • A. Paz: Durruti, le peuple en armes, Paris 1972
  • C. Semprun-Maura: Révolution et contre-révolution en Catalogne, l'histoire à l"épreuve, Mame, Tours 1974 (deutsch: Edition Nautilus, Hamburg 1983 
  • A. Souchy: Nacht über Spanien, Verlag Freie Gesellschaft, Frankfurt 1975; Neuauflage Trotzdem Verlag, Reutlingen 1983 
  • C. und P. Thalmann: Revolution für die Freiheit. Stationen eines politischen Kampfes, Moskau/Madrid/Paris, Association, Hamburg 1976. Neuauflage Trotzdem Verlag, Grafenau 1987.
  • Die Zeitschrift MUJERES LIBRES en exilio, erschien 1964ff. in London/ Capestang (Frankreich); ab 1977 wieder in Barcelona als MUJERES LIBRES.


Aus: Thomas Kleinspehn / Gottfried Mergner (Hg.): Mythen des Spanischen Bürgerkriegs. Trotzdem-Verlag, 1996. Digitalisiert von www.anarchismus.at mit freundlicher Genehmigung des Trotzdem-Verlags.


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