Während immer mehr industrielle Betriebe in Frankreich geschlossen oder ins Ausland verlagert werden, wehren sich die Arbeiterinnen und Arbeiter einer Teebeutel­fabrik in der Provence gegen die Einstellung der Produktion. Nachdem ihnen im August gekündigt worden war, besetzten sie vor drei Monaten das Werk. Sie wollen mit einem »alternativen Projekt« selbstorganisiert weiterarbeiten.

»Wir sind rund 100 Leute, die sich in verschiedenen Schichten ablösen, Tag und Nacht, sieben Tage die Woche.« Gérard Cazorla, Gewerkschaftssekretär des Betriebskomitees, spricht nicht etwa über die Schichtarbeit, sondern darüber, wie die Besetzung der Teebeutelfabrik Fralib organisiert ist, die Beuteltee der internationalen Marke Lipton und der französischen Marke Éléphant herstellt. Ende Juli wurde die Produktion im Betrieb in Gémenos in der Nähe von Marseille eingestellt. Der Konzern Unilever, dem die Fabrik gehört, will die Produktion der beiden Marken in seine Werke in Polen und Belgien verlegen. Den 182 Arbeiterinnen und Arbeitern von Fralib wurde im August gekündigt. Einige Wochen nach der Schließung beschloss die Belegschaft im September, das Werk in Gémenos zu besetzen, um den Abtransport der Maschinen nach Polen und Belgien zu verhindern.

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