Dieter Nelles - „Proletarische Demokratie und internationale Bruderschaft“

Das abenteuerliche Leben des Hermann Knüfken

Am 8. Februar 1976 starb der britische Staatsbürger Hermann Knüfken im Badeort Brighton. Seine Asche wurde in Kopenhagen - in Nähe der Meerjungfrau - ins Meer gestreut. Dänermark blieb für ihn das "ideale Land", das ihm "zwischen den verschiedenen Expeditionen ins Ungewisse mehr oder weniger freiwillig Asyl" gegeben hatte. In seinem Geburtsland Deutschland nahm niemand Notiz von dem Tod des Mannes, der im Widerstand gegen den Nationalsozialismus eine herausragende Bedeutung hatte.[1] In historischen Standardwerken sucht man vergeblich seinen Namen. Erst durch den Film des Schweden Staffan Lamm erfuhr die Öffentlichkeit etwas über das abenteuerliche Leben des Seemanns und Revolutionärs Hermann Knüfken. [2]

Am 9. Februar 1893 wurde Hermann Knüfken in Düsseldorf geboren. Wenige Monate nach seiner Geburt starb der Vater an Tuberkulose. Not und Entbehrung bestimmten fortan seine Kindheit. Die Mutter, eine sehr religiöse Frau, ernährte ihre fünf Söhne mühsam als Putzfrau. Die Kinder mußten schon frühzeitig zum Lebensunterhalt der Familie beitragen. Nach Beendigung seiner Schulzeit brach Hermann Knüfken aus diesen beschränkten Verhältnissen aus. Er mustert als Schiffsjunge auf einem Fischdampfer an. Dem harten und entbehrungsreichen Leben als Seemann konnte er seine positive Seiten abgewinnen. Er war interessiert an allen seemännischen Fragen und lernte sechs Sprachen.

Folgt man seinen Memoiren, so war er schon in jungen Jahren ein radikaler Sozialist, der sich den Idealen des proletarischen Internationalismus und nicht seinem 'Vaterland' verpflichtet fühlte. Als er im August 1914 zwangsweise zur Marine eingezogen wurde, war er enttäuscht über die Kriegsbegeisterung der eingezogenen Reservisten, die "anstatt die 'Internationale' zu singen und auf die Barrikaden zu gehen, oder in den Generalstreik gegen die Mobilmachung zu treten", mit "heiseren Stimmen und blauen Gesichtern" das Deutschlandlied sangen.

Dem Dienst auf einem Panzerkreuzer entging Knüfken durch die Meldung zu einem Vermessungskursus. Als Vermessungsgast wurde er auf der "S .M.S. 'Hyäne'" eingesetzt. Zu Beginn des Krieges gab es unter den 124 Besatzungsmitgliedern der "Hyäne" nur vier Kriegsgegner - "keine Pazifisten" -, die sich in einer wichtigen Frage einig waren: "Wie kann der Krieg beendet werden? Die Antwort darauf war: Durch Zersetzung der Wehrmacht! Daran wurde gearbeitet. Und wir ließen uns durch nichts stören. Deutschland darf den Krieg nicht gewinnen, das war im Großen und Ganzen unsere Parole." Auf der "Hyäne" und vielen anderen Schiffen wurden revolutionäre Gruppen gebildet, deren gewählte Vertrauensmänner untereinander in Verbindung standen. Daraus entwickelte sich langsam eine illegale Organisation, an deren Spitze ein leitendes "Kommitee" stand. Die Agitation der revolutionären Gruppen fand mit zunehmender Kriegsdauer immer mehr Anhänger. Das schlechte Essen und vor allem die demütigende Behandlung durch Vorgesetzte schürte die Unzufriedenheit unter den Besatzungen. "Was kein Buch, keine Zeitung und kein Sozialist vermocht hat", schrieb 1917 der national und christlich eingestellte Matrose Richard Stumpf in sein Tagebuch, "das gelang dem System des Militärs. Ich habe diese Autorität hassen und verachten gelernt wie nichts auf der Welt". [3]

Nach der Skagerrak-Schlacht 1916, die von der Admiralität aber nicht von den Matrosen als Sieg empfunden wurde, setzte sich unter den "aktiven Elementen" der Hochseeflotte der Gedanke durch, "den Krieg durch offenen Widerstand zu beenden". Knüfken und seine Genossen planten die "Hyäne" nach Dänemark zu entführen. Diese "Demonstration für die ganze Welt" wurde dann "unglücklicherweise zu einer Flucht". Einer der Mitwisser hatte "Gewissensbisse" bekommen und dem Kommandanten ein "teilweises Geständnis" gemacht. Knüfken flüchtete mit vier Genossen im Mai 1917 nach Dänemark. Bereitwillig gab er Journalisten und auch Agenten des britischen Nachrichtendienstes Informationen über die Marine: "Das Ziel war ein gemeinsames. Die militärische Niederlage der deutschen Kriegsmacht. Wir konnten zusammenarbeiten. Ob wir Skrupel hatten? Keine Idee! Als Deutsche wußten wir, daß der Krieg kein Verteidigungskrieg war."

Die kaiserliche Regierung hatte 1917 eine Amnestie für alle freiwillig zurückkehrenden Deserteure erlassen. Knüfken und sein Freund nutzten diese Gelegenheit und kehrten im August 1917 wieder nach Deutschland zurück. Sie wollten aktiv für die Beendigung des Krieges arbeiten. Während ihrer Abwesenheit war es im Sommer 1917 zur ersten Meuterei in der Marine gekommen. Das Oberkommando der Marine reagierte mit drakonischen Strafen. Die Matrosen Köbis und Reichpietsch wurden erschossen, hunderte andere zu langen Zuchthausstrafen verurteilt. Aber auch durch diese "Schreckensurteile" konnte die illegale Bewegung nicht mehr unterdrückt werden. "Die Stimmung war verbittert und nach der Meuterei nicht besser geworden", erinnerte sich Knüfken. "Sehr viele Freunde vertraten auf den illegalen Zusammenkünften die Meinung, daß die militärische Niederlage allein zum Zusammenbruch und Umsturz führen könne. Wohingegen ich und andere die Meinung vertraten, man muß mit allen Mitteln für die Niederlage arbeiten. Es ist Unsinn auf die Niederlage zu warten."

Zu diesem Zweck brach Knüfken mit einem Freund im Oktober 1917 zu einer zweiten Reise nach Dänemark auf. In Nähe der Grenze wurden sie verhaftet. Nun drohte ihnen die Todesstrafe wegen Landesverrats. Was sie rettete, war die "geistige Armut" der deutschen Spionageabwehr, die der Meinung war, sie könnte "sich in irgendetwas einschalten, in Verbindungen, die zwischen Deutschland und dem feindlichen Ausland bestanden." Als sich diese Vermutung als falsch erwies, wurde Knüfken in Kiel von aufständischen Matrosen aus dem Gefängnis befreit.

Ende Oktober 1918 widersetzten sich die Besatzungen der deutschen Hochseeflotte in Wilhelmshaven den Befehlen ihrer Offiziere in See zu stechen und gegen die englische Flotte zu kämpfen. Die Meuterei entwickelte sich wenige Tage später in Kiel zu einem Aufstand, der sich schnell auf die Küstenstädte und das nordrhein-westfälische Industriegebiet ausdehnte und schließlich zum Sturz der kaiserlichen Regierung führte. Von den Matrosen ging in vielen Städten Deutschlands der Impuls zur Gründung von Arbeiter- und Soldatenräten aus. Knüfken gehörte zu einer Gruppe, die am 5. November 1918 in Brunsbüttel 287 Offiziere des II. Geschwaders entwaffnete und festsetzte. Über die Rolle der Matrosen in der Novemberrevolution schrieb er rückblickend: "Sie waren die Träger der Idee der Widersetzlichkeit gegen den deutschen Militarismus. Mit ihren (wenn auch manchmal sinnlosen) Schiessereien taten sie das einzige und allein richtige was zu tun übrig geblieben war, sie zeigten dem deutschen Untertan die Ohnmacht der herrschenden Klasse. Es war der Aufstand der 'vaterlandslosen Gesellen', deren Avantgarde die Seeleute waren."

Knüfkens Darstellung ist eine der wenigen authentischen Zeugnisse der revolutionären Matrosenbewegung. Zwar ist deren äußerer Verlauf weitgehend erforscht und bekannt, aber wir wissen nur wenig über die Träger dieser Bewegung. Von Zeitgenossen und Historikern von politisch rechts bis links wurde (wird) des "Kaisers Kulis" [4] offensichtlich die Fähigkeit abgesprochen, eigenständige Organisationen und politische Zielvorstellungen zu entwickeln. Die Matrosenaufstände waren jedoch weder von linken politischen Organisationen außerhalb der Marine gesteuert, noch entstanden sie völlig spontan. Laut Knüfken wurde die Bewegung hauptsächlich getragen von den "jüngeren Jahrgängen" und beruhte auf den "wenigen, bewußten Elementen, die es verstanden, die Unzufriedenen zusammenzufassen und sie reif zu machen für das bißchen Aktion, das dann zum Zusammenbruch Deutschlands führte" . Ausdrücklich betonte er: "Die Masse war nur hungrig und kriegsmüde".

Die Erfahrungen aus der Matrosenbewegung prägten nachhaltig Knüfkens politische Haltung. Es war die Erfahrung, daß der Kampf kleiner Gruppen gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner durchaus zum Erfolg führen konnte und diese in der Lage waren, eine effektive und basisdemokratische Organisation zu entwickeln, in der es -wie Knüfken besonders hervorhebt - "eine vollkommene proletarische Demokratie" und keine "eigentlichen Führer" gab. Und nicht zuletzt nährte sich sein enormes Selbstbewußtsein aus dieser Erfahrung, einer erfolgreichen Revolte gegen ein autoritäres Regime.

Die nach dem Umsturz 1918 gebildeten Matrosenräte standen auf dem linken Flügel der Rätebewegung, der gegen parlamentarische Wahlen zur Nationalversammlung und für eine sozialistische Räterepublik votierte. Über Knüfkens Aktivitäten in diesem Zeitraum sind keine genauen Details bekannt. "Wir gehörten zur meist revolutionären Gruppierung der linken, radikalen Arbeiterbewegung", schrieb er rückblickend über diese Zeit. Er und seine Genossen hatten noch im Frühjahr an eine revolutionäre Machtergreifung der Arbeiterklasse geglaubt. Doch die "blutigen Straßenkämpfe" führten zu "ebenso blutigen Niederlagen". Unter dem Befehl des sozialdemokratischen Reichswehrministers Noske wurden die großen Erhebungen und Streiks des Frühjahrs 1919, die zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen in mehreren deutschen Großstädten führten, durch Freikorps blutig und brutal unterdrückt. Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg waren die prominentesten Opfer. Während der "Märzkämpfe" 1919 in Berlin, an denen Knüfken auf Seiten der Volksmarinedivision teilnahm, wurden 29 unbewaffnete Matrosen standrechtlich erschossen.

Der Terror der Freikorps, die "in jeder Hinsicht -politisch, sozial, ideologisch - ein entscheidendes Bildungselement des Faschismus" waren, schrieb der inzwischen verstorbene Historiker Erhard Lucas, verdiene als Vorgeschichte des Dritten Reichs "die größte Aufmerksamkeit". [5] Knüfken war sich dessen schon 1919 bewußt als er im Baltikum in die Hände der Freikorps geriet. Im Gefängnis von Libau (Liepaja/ Lettland) machte er "zum erstenmal Bekanntschaft mit organisierter deutscher Brutalität"." Seit 1919 hätte er "niemals daran gezweifelt, daß die Nation der Dichter und Denker" fähig sein würde, solche Verbrechen wie im Nationalsozialismus zu begehen: "Einmal miterlebt, vergißt man es niemals wieder." Er selbst kam glimpflich davon. Weil er einen skandinavischen Paß und Geld hatte, um den Kommandanten zu bestechen, wurde er nach dreiwöchiger Gefangenschaft entlassen. In Kopenhagen "verlebte er einen schönen Sommer" und erholte sich von den Folgen einer Ruhr, an der er im Gefängnis erkrankt war. Im August 1919 befand er sich wieder "mitten drin im politischen Wirrwarr Deutschlands".

In Cuxhaven war er einer der führenden Aktivisten des syndikalistischen "Deutschen Seemannsbund" - seit 1921 "Deutscher Schiffahrtsbund" - (DSB), in dem über 18 000 Seeleute organisiert waren. Die Reichsabteilung Seeleute des "Deutschen Transportarbeiter Verbandes" (DTV) bestand aus nur aus "wenigen Getreuen" . [6] Die Spaltung der Gewerkschaftsbewegung war eine Politik des DTV während des Krieges. Vor allem die Unterstützung des uneingeschränkten U-Boot Krieges diskreditierte den DTV nicht nur bei den Seeleuten der alliierten und neutralen Nationen, sondern auch bei einem großen Teil der Deutschen. Paul Müller, der Vorsitzende der Reichsabteilung Seeleute, stellte, wie Knüfken schrieb, wirklich "alles in den Schatten, was man damals an Chauvinismus in den deutschen Gewerkschaftszeitungen gewohnt war zu lesen".[7] P. Müller bekam den Spitznamen "Flaggenmüller", weil er nach der deutschen Besetzung Antwerpens triumphierend verkündet hatte: "Heute weht die deutsche Flagge auf den Türmen Antwerpens, hoffentlich für immer". [8] Auch nach dem Kriege legte Müller seine nationalistische Rhetorik, die sich kaum von der völkischen Rechten unterschied, nicht ab. Nachdem 1921 bekannt wurde, daß Müller in Zusammenarbeit mit den Reedern "gelbe Splitterorganisationen" gründen wollte, wurde er aus dem DTV ausgeschlossen. [9] Gleichzeitig war Knüfken in Cuxhaven einer der führenden Funktionäre der KPD, der er seit ihrer Gründung angehörte. Als "ein außerordentlich radikal sich gebärdender Spartakist" charakterisierte ihn damals die Polizei. [10]

Innerhalb der KPD gehörte er zur Links-Opposition, die sich gegen eine Beteiligung an den Parlamentswahlen und eine Mitarbeit in den freien Gewerkschaften wandte. Die Opposition gründete im April 1920 eine eigene Partei: die "Kommunistische Arbeiter Partei Deutschlands" (KAPD). Auf dem Gründungskongreß wurden Jan Appel (Hamburg) und der Schriftsteller Franz Jung (Berlin) delegiert, den Standpunkt der KAPD bei der Kommunistischen Internationale (Komintern) in Moskau zu vertreten. Ihr Problem war, daß es damals keine legalen Reisemöglichkeiten in die Sowjetunion gab. Knüfken machte den Vorschlag, "einfach mit einem der zur Verfügung stehenden Schiffe nach Rußland zu fahren". Schließlich griff man auf seinen Vorschlag zurück, an dessen Realisierung zunächst niemand geglaubt hatte.

Knüfken brachte Jung und Appel als blinde Passagiere auf dem Island-Fischdampfer "Senator Schröder" unter, auf dem er als Matrose gemustert hatte. Am 21 .April 1920 verließ der Dampfer Cuxhaven. Zwischen Feuerschiff "Elbe I" und Helgoland nahm die Besatzung unter Leitung Knüfken das Schiff in ihren Besitz. Die Offiziere wurden festgesetzt. Nicht zuletzt wegen Knüfkens seemännischen Fähigkeiten, die ihm später von einem mitreisenden Kapitän bescheinigt wurden, erreichte die "Senator Schröder" am 1. Mai 1920 Alexandrovsk. Von sowjetischen Lotsen wurden sie nach Murmansk gebracht. [11]

Dort und später in Leningrad und Moskau wurde die Delegation mit Begeisterung empfangen. "Na, da haben wir ja die Genossen Piraten". Mit diesen Worten drückte Lenin seine Begeisterung für die Aktion aus. "Man lobte und hätschelte uns als revolutionäre Kämpfer" erinnerte sich Knüfken, "aber im übrigen zerhackte und zerschlug man uns." Lenin hatte gerade seine Broschüre "Der 'linke Radikalismus' die Kinderkrankheit des Kommunismus" beendet, in der er den Standpunkt der KAPD scharf kritisierte. Trotz der ausgesprochen freundlichen Aufnahme durch Lenin, der sie nicht wie die anderen Funktionäre als "Schuljungen" behandelte, dachte keiner der drei daran, "die 'Kinderkrankheiten' zu akzeptieren". Sie respektierten Lenin als den "Architekten der Oktoberrevolution" , waren aber überzeugt, daß sie die "Fragen der proletarischen Revolution im industriellen Deutschland besser kannten und besser lösen konnten."

Im Juli 1920 kehrte Knüfken mit Aufträgen der Komintern illegal nach Deutschland zurück. Auf seiner Rückreise nach Moskau wurde er im Oktober 1920 in Stettin verhaftet. In der Gerichtsverhandlung, die unter strengen Sicherheitsvorkehrungen und fast unter Ausschluß der Öffentlichkeit stattfand, nahm er die alleinige Verantwortung für die Schiffsentführung auf sich, um eine Bestrafung der Besatzung zu verhindern. Er wurde wegen schweren Raubes in Tateinheit mit schwerer Meuterei und schwerer Freiheitsberaubung zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt, behielt aber die bürgerlichen Ehrenrechte. Der Landgerichtsdirektor May war im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft und den Geschworenen der Meinung, daß er die Tat nicht aus "ehrloser Gesinnung" begangen und "keinerlei persönliche Vorteile" gehabt habe. Dies war eine Ausnahme in der damaligen Rechtssprechung. Die angesehene "Vossische Zeitung" hatte anläßlich der Verhaftung Jungs, die in Deutschland verbreitete Neigung kritisiert, "politische Vergehen und Verbrechen mit einer gewissen Gewalt in den Rahmen von Strafparagraphen zu zwingen, die für ganz andere Zwecke geschaffen sind". [12]

Knüfken wurde in das Zuchthaus Fuhlsbüttel in Hamburg eingeliefert, dessen Direktor Koch als Strafvollzugsreformer galt. Trotz dem vielen "Kummer und Trubel" den er Koch machte, betonte Knüfken rückblickend, sah ich "in ihm immer einen der vorbildlichen Reformer". Seine Interessen waren aber naturgemäß andere als die der Zuchthausleitung. Er wollte "kein guter Gefangener sein" und die "Pflicht eines revolutionären Arbeiters im Zuchthaus" brachte er auf die knappe Formel: "Niemals nachgeben. Sich nicht einfügen. Immer zu neuen Aktionen bereit sein." Er führte insgesamt sieben Hungerstreiks durch, in deren Verlauf es zu Demonstrationen und Arbeitsverweigerungen im ganzen Zuchthaus kam. Weil er nie den "verhängnisvollen Fehler" der meisten politischen Gefangenen machte, auf die Kriminellen herabzusehen, konnte er "immer auf die Unterstützung aller Gefangenen rechnen".

Während seines letzten Hungerstreiks im Oktober 1922 wurde er zwangsernährt und schwebte in Lebensgefahr. In der Hamburger Arbeiterschaft kam es zu einer breiten Solidarisierungswelle. Auf einer von 5.000 Menschen besuchten Versammlung der linken Arbeiterorganisationen, bei der auch Koch das Wort ergriff, wurde eine Kommission aus Vertretern der KPD und des DSB gewählt, die mit dem Hamburger Senat über seine Freilassung verhandeln sollte. Knüfken brach den Hungerstreik ab, nachdem ihm Justizsenator Nöldecke und Koch persönlich mitteilten, daß er in naher Zukunft entlassen werden sollte. Offiziell wurde er im April 1923 ohne "Termin der Rückkehr aus dem Zuchthaus beurlaubt".

Den 'Urlaub' verbrachte Knüfken in den folgenden Jahren in der Sowjetunion, wo er im Mai 1923 "mit offenen Armen empfangen" wurde. In Leningrad leitete er den "Internationalen Klub der Seeleute" (Interklub). Seit 1921 waren von der kommunistischen Roten Gewerkschafts-Internationale (RGI) in allen großen Hafenstädten Interklubs eingerichtet worden. Die großen Interclubs in Leningrad und Hamburg hatten durchschnittlich 30.000 Besucher im Jahr und eine große politische Bedeutung. Zwar konnte die RGI die Vormachtstellung der reformistischen Seeleutegewerkschaften in Europa mit wenigen Ausnahmen nie ernsthaft gefährden, aber weltweit wurden kommunistische Kader in der Seefahrt gewonnen, die für den Verbindungsapparat der Komintern von enormer Bedeutung waren.

"Es gab ein vollkommenes Netz von Verbindungen nach allen Erdteilen", schrieb Knüfken über diesen Apparat, in dem er selbst wichtige Funktionen hatte. Auf den in Leningrad ankommenden Schiffen rekrutierte er Vertrauensleute, die Literatur und Briefe schmuggelten und Mitarbeiter der Komintern, die aus unterschiedlichem Grund illegal reisen mußten, als blinde Passagiere ins Ausland brachten. Aufgrund dieser Tätigkeit hatte er enge Beziehungen zu den führenden Funktionären der Komintern und in Leningrad wohnte er zusammen mit der Parteiprominenz im Hotel Astoria.

Trotz dieser relativ privilegierten Lebensweise wurde er nicht zu einem willenlosen Befehlsempfänger seiner sowjetischen Parteigenossen, sondern setzte eigene politische Akzente: Der Interklub, schrieb er, "war eine gute Einrichtung in Bezug auf das Restaurant und das Tanzen. Die Propaganda jedoch war ein plumper Versuch, der darin bestand, in den Versammlungen immer wieder die Russische Revolution (unter viel Blutumrühren) als das Vorbild aller folgenden Revolutionen in den übrigen Ländern darzustellen. Ich brachte die Arbeit des Klubs auf ein anderes Niveau, mehr auf gewerkschaftlicher Basis."

Aus der Einsicht, daß er die Seeleute "nur dann an den Klub gewöhnen konnte, wenn sie sich dort zu Hause fühlten und absolute Freiheit hatten, zu sagen, was sie wollten", gestaltete Knüfken den Interklub zielbewußt zu "einer ex-territorialen Einrichtung". Er bemühte sich erfolgreich um die Vertretung von ausländischen Gewerkschaften in Leningrad, für die er Zahlstellen im Interklub einrichtete. Im Jahre 1927 war er offizieller Vertreter des norwegischen Seeleuteverbandes, des dänischen Seeleute- und Heizerverbandes und des deutschen Verkehrsbundes. In Konfliktfällen vertrat er auch die schwedischen Organisationen.

Daß er sich in erster Linie als gewerkschaftlicher Interessenvertreter und nicht als Parteikommunist verstand, zeigte sein Verhalten während eines Streiks der schwedischen Seeleute im Jahre 1925. Gegen den ausdrücklichen Parteibefehl unterstützte er den Streik der Schiffsbesatzungen in Leningrad. Schon damals schrieb er rückblickend, hätten die "wirklich wertvollen Genossen" begriffen, daß die maßgebenden Funktionäre in der Sowjetunion von einer "eigentlichen Gewerkschaftsbewegung nichts verstanden".

Seine relativ unabhängige Stellung schwand immer mehr, nachdem sich Stalin Ende der 20er Jahre gegen seine innerparteilichen Widersacher durchsetzen konnte und damit einhergehend die Geheimpolizei, die sich damals OGPU nannte, an Einfluß gewann. 1923 konnte er die OGPU-Vertreter noch aus dem Interklub hinauswerfen, weil er "ganz hohe Protektion" und die "alten Bolschewiki noch keine Angst" hatten. Als er diese Protektion verlor, ging die OGPU gegen ihn vor, um den Interklub, der "eine Austauschstelle für freie Gedanken blieb", unter ihre Kontrolle zu bringen.

Im Jahre 1929 wurde er verhaftet. Vordergründig wurde er beschuldigt, Gewerkschaftsgelder auf ein Privatkonto bei einer skandinavischen Banken deponiert zu haben. Er durchlief mehrere Gefängnissen, u.a. saß er mehrere Monate in der Lublijanka, der Zentrale der OGPU in Moskau. Daß er nicht wie viele seiner Zellengenossen erschossen, sondern nach zehnmonatiger Haft entlassen wurde, verdankte er der Intervention vieler ausländischer Genossen und der - vermutlich einzigen - spontanen Demonstration von ausländischen Seeleuten in Leningrad, die seine Freilassung forderten.

Nach seiner Rehabilitierung erhielt Knüfken keine Funktion mehr im Interklub, sondern man versetzte ihn in die Auslandsabteilung der sowjetischen Handelsmarine. Damit war er aller politischen Handlungsmöglichkeiten beraubt. Vermutlich kehrte er deshalb Anfang 1932 mit seiner Frau Sonia (geb. Doniach), die er 1930 geheiratet hatte, nach Hamburg zurück.

Er blieb Mitglied der Partei, obwohl er schon damals eine große Distanz zur offiziellen kommunistischen Politik hatte. Er fand Arbeit im "Neuen Deutschen Verlag", für den er die populäre "Arbeiter-Illustrierte-Zeitung" (AIZ) in der Umgebung Hamburgs vertrieb. Die AIZ trat im Unterschied zur sonstigen kommunistischen Presse für eine breite antifaschistische Oppositionsbewegung ein und vermied die damals übliche Etikettierung der Sozialdemokraten als "Sozialfaschisten". Gleichzeitig leitete Knüfken die skandinavische Sektion im Interklub. Er blieb Mitglied im freigewerkschaftlichen "Gesamtverband" und schloß sich nicht dem kommunistischen "Einheitsverband der Seeleute, Hafenarbeiter und Binnenschiffer" (Einheitsverband) an, der weltweit der 1930 gegründeten "Internationale der Seeleute und Hafenarbeiter" (ISH) angeschlossen war. Die von der Komintern betriebene Spaltung der Gewerkschaften hielt er u.a. wegen der massiven nationalsozialistischen Bedrohung für einen fatalen Fehler.

Trotz der gespaltenen Arbeiterbewegung glaubte Knüfken wie so viele Aktivisten der Arbeiterbewegung, daß es nach der nationalsozialistischen Machtergreifung zu einem Generalstreik kommen würde. Aber alle großen Arbeiterorganisationen verharrten mehr oder weniger in Passivität. Die Führung des ADGB kooperierte offen mit den neuen Machthabern, in dem sie ihre Mitglieder aufforderte, sich an den nationalsozialistischen Maifeiern zu beteiligen. Die Folge davon, schrieb Knüfken, war eine "grenzenlose Enttäuschung", die in Verbindung mit dem beispiellosen Terror der Nazis dazu führte, daß "die Arbeiterschaft vollkommen mutlos und eingeschüchtert sich in alles fügte". [13]

Doch zum damaligen Zeitpunkt hielt Knüfken es noch nicht für opportun, die Parteileitung öffentlich zu kritisieren. Er organisierte den Transport des illegalen ISH-Büros nach Kopenhagen, wohin er selbst nach einer Hausdurchsuchung im Mai 1933 floh. Anfang Juni hielt er sich wieder mit illegalem Auftrag in Hamburg auf. Seine nächste Station war Rotterdam, wo er die illegale Arbeit unter deutschen Seeleuten organisierte. In der ersten Phase der NS-Diktatur wurde der organisierte Widerstand in der Seefahrt fast ausschließlich vom Einheitsverband getragen. In Kopenhagen, Antwerpen und Rotterdam waren vom Einheitsverband sogenannte Aktivgruppen eingerichtet worden, die Seeleute mit Propagandamaterial belieferten und versuchten die Organisation wieder aufzubauen.

Im Dezember 1934 wurde Knüfken in Rotterdam verhaftet und nach Belgien ausgewiesen. In der Antwerpener Aktivgruppe traf er auf Genossen, die seine kritische Haltung zur Politik der ISH-und KPD-Führung teilten. Zentral ging es dabei um den Wiederaufbau der Gewerkschaften in der See- und Binnenschiffahrt. Die Antwerpener Aktivgruppe kritisierte, daß die Beibehaltung formaler Organisationsstrukturen - Mitgliederausweise, Beitragsmarken etc. - der Gestapo ermöglicht habe, viele illegale Gruppen zu zerschlagen. Die formale Organisationsstruktur würde von den Seeleuten gefühlsmäßig und mit Recht abgelehnt. Dagegen setzten sie ihre eigenes organisatorisches Konzept, das unverkennbar auf Knüfkens Erfahrungen in der Marine basierte. "Die Organisationsform der Freien Gewerkschaftsgruppen an Bord und der revolutionären antifaschistischen Vertrauensleute besteht nur und kann nur darin bestehen, daß wir Aktivistengruppen in den Häfen haben, die ununterbrochen mit den Besatzungen der Schiffe auf der Ausreise sowohl als auf der Heimreise in Kontakt bleiben, die Besatzungen kennen lernen und von ihnen gekannt werden. Von den Aktivistengruppen in den Häfen erhalten die Genossen an Bord Arbeitsanweisungen und Literatur. Gleichzeitig sorgen die Bordvertrauensleute dafür, daß freiwillige Sammlungen durchgeführt werden und das Geld abgeführt wird an die Aktivistengruppe. Dadurch finanziert sich die Bewegung selbst. Gleichzeitig wird ein Zustand erreicht, wo die revolutionären Elemente sich gegenseitig kennen lernen, und sich darüber hinaus als Mitglieder der Freien Gewerkschaften der Seeleute legitimieren." [14]

Die Führung der KPD war nicht bereit, die Vorstellungen der Aktivgruppe zu akzeptieren. Die Gruppe wandte sich deshalb an Edo Fimmen, den Generalsekretär der Internationalen Transportarbeiter Föderation (ITF). Sie wußten, daß die KPD-Führung mit Fimmen im Zuge der Einheitsfrontpolitik über den Wiederaufbau der Gewerkschaften verhandeln wollte. Diesen Verhandlungen, schrieb Knüfken im Namen der Aktivgruppe, wollten sie grundsätzlich keine "Knüppel zwischen die Beine schmeissen". Aber sie wollten ihre Arbeit unter deutschen Seeleuten fortsetzen, von denen "ihre Feldwebel leider keine Ahnung" hätten. Die "Möglichkeiten der wirklich organisatorischen Arbeit auf deutschen Schiffen" wäre "sogroß, daß es kein Ausstehender glauben kann". Auf über 190 Schiffen hätten sie "Verbindungsleute oder Gruppen". Zwar würden nur "einige wenige Leute auf jedem Schiff bewußte revolutionäre Arbeit machen", aber 85 - 90% der deutschen Besatzungen wären "antifaschistisch eingestellt" und würden mit ihnen sympathisieren. [15]

Wenige Tage später kam es zu einem ersten Gespräch zwischen Fimmen und Knüfken in Amsterdam. Dies war der Beginn einer engen Zusammenarbeit zwischen dem einflußreichen internationalen Gewerkschaftsführer und der Antwerpener ITF-Gruppe, die Fimmen drei Jahre später in einem Brief an Knüfken folgendermaßen beschrieb: "Es mag wahr sein, daß ich, indem ich Euch vor 3 Jahren unter meine Fittiche genommen habe, etwas zur Förderung der Bewegung der Seeleute gegen den Faschismus und zur Befreiung der Arbeiterschaft beigetragen habe, andererseits aber hat mir die Zusammenarbeit mit Euch, den Antwerpener Jungens, in mancher Hinsicht Mut und Kraft zum Durchhalten eingeflößt. Dadurch bin ich den wirklich revolutionären deutschen Proleten viel näher gekommen und mit ihnen fühle ich mich mehr geistesverwandt wie mit jemand anders. Hoffentlich werden wir zusammen noch manches schmeissen, was auf die Dauer schöne Früchte tragen wird. Ich glaube, schon heute haben wir uns, alles in allem, nicht zu beklagen und nochmals: ich sage Euch Dank dafür." [16]

Zwischen den von ihrer sozialen und politischen Herkunft so verschiedenen Fimmen und Knüfken, gab es einen weitgehenden Konsens in grundsätzlichen Fragen. Beide machten die leitenden Funktionäre der großen Arbeiterparteien und Gewerkschaften gleichermaßen verantwortlich für die kampflose Kapitulation der deutschen Arbeiterbewegung 1933. Die "furchtbare Niederlage der stärksten Arbeiterorganisationen Europas", hieß es im ersten illegalen Flugblatt der ITF vom August 1933, sei die Konsequenz einer Politik "von verbürgerlichten Führern" und zugleich "jener unfruchtbaren 'radikalen' Zersplitterungspolitik" der "nicht weniger unfähigen" Kommunisten. Nur in der "entschiedenen Abkehr" von dieser Politik sei ein "Wiederaufstieg" der Arbeiterbewegung möglich, ohne den es "nur ein Versinken der ganzen Gesellschaft in der Barbarei" gebe. [17]

Der "entscheidende Teil der Arbeiterschaft", die Mitglieder der Gewerkschaften, der KPD und SPD wären bereit gewesen, heißt es im Programmentwurf der Antwerpener ITF-Gruppe, "den ganzen Nazispuk durch den Generalstreik zu erledigen". Aber die Führer, die sich "als 'blaßrote' oder 'purpurrote' Generalstäbe des deutschen Proletariats ausgaben" hätten den Kampf nicht gewollt. [18] Sie hätten ihre Mitglieder "nicht zu denkenden sozialistischen Gliedern einer Organisation gemacht", sondern ihnen "die typische weltbekannte deutsche Disziplin, die Disziplin der Gefreiten und Unteroffiziere", den "Kadavergehorsam" eingepaukt.

Das von der Antwerpener ITF-Gruppe entwickelte Organisationsmodell war nahezu identisch mit dem von der ITF propagierten "Netz von Betriebsvertrauensleuten". [19] Historisches Vorbild waren für die Antwerpener ITF-Gruppe die revolutionären Gruppen in der Marine, während Fimmen sich auf die "Revolutionären Obleute" in Berlin bezog, die Initiatoren der großen Rüstungsarbeiterstreiks während des Ersten Weltkrieges. In der Praxis erwies sich dieses Modell als sehr erfolgreich. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde das illegale Netzwerk systematisch ausgedehnt. Die Antwerpener Gruppe hatte ca. 300 namentlich bekannte Vertrauensleute auf deutschen Schiffen und viele Sympathisanten. Darüber hinaus gab es Vertrauensleute unter den deutschen Binnenschiffern und feste Verbindungen zu zwei illegalen Gruppen von Hafenarbeitern in Hamburg. Wenn man bedenkt, daß es zum damaligen nicht mehr als 40.000 Seeleute (Mannschaftsdienstgrade) gab, war dies eine imponierende Bilanz.

Der praktische Erfolg ihrer Arbeit hatte mehrere Gründe. Sie waren aus eigener Erfahrung mit den konkreten Arbeits- und Lebensbedingungen der Seeleute aufs engste vertraut. Gegenüber allen anderen Exilgruppen hatten sie nach Aussage Knüfkens den Vorteil mit einer "Betriebsbelegschaft" verbunden zu sein, "die weniger als alle anderen Berufszweige zu verlieren" hatte: "Heimatlose Gesellen, ohne Plüschmöbel und Dreizimmerwohnung. Rebellen, die immer schlecht organisiert waren aber den einen großen Vorteil hatten, sich so leicht nicht unterdrücken zu lassen." [20] Das Solidaritätsgefühl unter den Seeleuten war offensichtlich so stark ausgeprägt, daß selbst Nazis die Verteilung von illegaler Literatur und anti-faschistischer Propaganda nicht denunzierten, so daß es der Gestapo trotz massiver Anstrengungen nicht gelang, in das illegale Netz der ITF einzudringen. Zudem war es der Gruppe gelungen, den größten Teil der kommunistischen Kader unter den Seeleuten für die ITF zu gewinnen. Ein Spitzel der Gestapo bemerkte dazu, daß der KPD "kein einziger nennenswerter Seemannsfunktionär aus Deutschland" mehr zur Verfügung stehe.

Neben Antwerpen wurden bis zum Kriege noch weitere ITF-Gruppen gebildet bzw. arbeiteten einzelne Personen für die ITF unter den sehen Seeleuten: In Rotterdam wurde in erster Linie unter deutschen Binnenschiffern gearbeitet; in Frankreich (Bordeaux, Marseille, Rouen, Straßburg); in Schweden (Stockholm, Göteborg, Lulea, Öxelesund); in Norwegen (Oslo, Bergen, Narvik). In Norwegen war Willy Brandt, verantwortlicher Leiter der ITF-Aktivitäten. An der Westküste der US A organisierte Erich Krewet, ein ehemaliges Mitglied der Antwerpener Gruppe, die antifaschistische Arbeit der ITF. Aufgrund seiner Aktivitäten rief die "Maritime Union of the Pacific Coast" im August zu einem halbstündigen Generalstreik gegen die Unterdrückung der Gewerkschaften in Deutschland auf, an dem 30.000 Seeleute und Hafenarbeiter teilnahmen. [21]

Im Unterschied zur Antwerpener Gruppe waren die Mitglieder der anderen ITF-Gruppen oft keine Seeleute und oft nicht Mitglieder der ITF, sondern kamen aus dem gesamten Spektrum der linken Exilgruppen. Sie mußten die Richtlinien der ITF für die illegale Arbeit schriftlich anerkennen. Obwohl sich die ITF politisch scharf von den Exilleitungen des ADGB, KPD und SPD abgrenzte, wurde in ihrem Rahmen , die vielbeschworene Einheitsfront der Arbeiterklasse tatsächlich verwirklicht. "Ist das ein anständiger Sozialist" [22] Diese und nicht die Frage der Organisationszugehörigkeit war für Fimmen das erste Kriterium bei der Auswahl seiner Mitarbeiter. Auch diese Eigenschaft verband ihn mit Knüfken und der Antwerpener ITF-Gruppe. "Gefährdete aus Deutschland ins Ausland zu schaffen", erinnerte sich Kurt Lehmann, "war für uns eine Selbstverständlichkeit". [23]

In der Solidaritätsarbeit mit dem republikanischen Spanien war die ITF besonderes aktiv. Sechs Mitglieder der Antwerpener ITF-Gruppe brachen schon im August 1936 nach Spanien auf und schlossen sich dort den Arbeitermilizen an. "Heute Spanien, morgen Deutschland", mit dieser Parole stellten sie die Kämpfe des spanischen Proletariats in einen Zusammenhang mit ihrem Kampf gegen Nazi-Deutschland. In ihrer Zeitung und in Flugblättern forderten sie die Seeleute auf, deutsche Transporte von Kriegsmaterial nach Franco-Spanien zu verhindern. Nachweisbar ist ein Plan der ITF, durch eine Meuterei auf offener See, ein deutsches Schiff mit Kriegsmaterial auf die republikanische Seite zu bringen. "Tatsächlich haben wir diesen Plan in die Wirklichkeit umzusetzen versucht. Leider ist er fehlgeschlagen." [24]

Eine wichtige Aufgabe übernahmen die Vertrauensleute der ITF, die von Antwerpen aus auf deutschen Schiffen nach Franco-Spanien fuhren. Im Durchschnitt waren es sieben bis zehn Schiffe im Monat. Auf fast allen Schiffen - circa 80% - hatte die ITF-Gruppe Vertrauensleute. Einiger dieser Vertrauensleute waren in militärtechnischen und -strategischen Fragen geschult und hatten in den Hafenstädten Informanten gewonnen, sowohl unter Spaniern als auch unter deutschen Soldaten und Angehörigen der Marine. Aufgrund von Informationen der ITF konnten 1938 hinter den feindlichen Linien bei Montril 350 asturische Bergleute durch einen Handstreich aus der Gefangenschaft befreit werden.

Die von Fimmen formulierte Hoffnung vieler Antifaschisten, daß der Kampf in Spanien, "der Anstoß zur Auslösung (...) revolutionärer Aktionen gegen das 3. Reich" sein würde, war zur Illusion geworden. [25] Deutschland war politisch und militärisch gestärkt aus dem Spanischen Bürgerkrieg hervorgegangen. Die Antwerpener Gruppe ging nun dazu über Sabotageaktionen vorzubereiten. Im Falle eines Krieges sollte kein deutsches Schiff einen deutschen Hafen erreichen. Nun wurden die kapitalistischen Demokratien zu Bündnispartnern der ITF. Fimmen und Knüfken lieferten dem französischen und britischen Geheimdienst Informationen über die militärische Aufrüstung Deutschlands. Zusammen mit dem britischen Geheimdienst waren sogar Sabotageanschläge in Skandinavien geplant. Die Erzverschiffung nach Deutschland sollte unterbunden werden. Aber die Aktion wurde von den Briten abgesagt.

"Der Kriegsausbruch und die Welle der deutschen Siege haben natürlich auch unsere Erwartungen eines schnell aufflammenden Widerstandes zunichte gemacht." [26] Knüfken und die ITF hatten den "phoney war" nicht in ihre Planungen miteinbezogen. Während deutsche Truppen im Blitzkrieg Polen überrollte, kam es an der Westfront zu keinen Kampfhandlungen. Der Kriegsverlauf ist ein Grund dafür, warum es nur vereinzelte Sabotageanschläge auf deutschen Schiffen gab. In Island kam es zu Meutereien auf zwei deutschen Schiffen, auf denen die Besatzungen sich zunächst geweigert hatten, nach Deutschland zurückzukehren. Für die Gestapo warfen diese Meutereien "ein bezeichnendes Bild auf die Disziplin der deutschen Schiffsbesatzungen, die zum Teil noch stark kommunistisch und marxistisch verseucht" wären. Die Disziplinarordnung für deutsche Handelsschiffe wurde 1940 drastisch verschärft; für Meuterei wurde die Todesstrafe angedroht.

Knüfken war Ende Oktober 1939 mit falschem Paß nach Schweden gereist. Er wollte dort die illegale Arbeit gegen Nazi-Deutschland neu organisieren. Wegen der für die deutsche Kriegswirtschaft wichtigen Erzlieferungen wurde Schweden nun zum wichtigsten Aktionsfeld der ITF. In Stockholm suchte Knüfken zunächst Charles Lindley, den Vorsitzenden der ITF, auf und diskutierte mit ihm die Möglichkeiten der Arbeit in Schweden, die sich seit Ausbruch des Krieges enorm verschlechtert hatten. Die Regierung hatte in Folge ihrer strikten Neutralitätspolitik eine Reihe von Maßnahmen eingeleitet, um Spionage auf ihrem Territorium zu verhindern. Ausländern wurde der Aufenthalt in gewissen Regionen Schwedens verboten. Hafen-, Eisenbahn- und Fabrikanlagen unterstanden einer strengeren Kontrolle. Die deutschen Flüchtlinge gerieten somit noch stärker ins Visier der Sicherheitspolizei. Deshalb wurde die Arbeit unter deutschen Seeleuten zu Beginn des Krieges eingestellt.

Knüfken führte Gespräche mit Vertrauensleuten der ITF, mit deutschen und schwedischen Syndikalisten und besuchte mehrere schwedische Hafenstädte. Aber schon Mitte November wurde er von der schwedischen Polizei verhaftet. Er hatte beim englischen Konsulat darum gebeten, Informationen über deutsche Kriegsschiffe und militärische Anlagen auf dem schnellsten Weg, unter Umgehung der englischen Zensur an die ITF nach London zu schicken. Wegen der Mittagszeit hatte er aber nur den schwedischen Wachmann angetroffen, der die Polizei informierte, die Knüfken einen Tag später verhaftete. Wegen Paß Vergehens und unerlaubter Nachrichtensammlung wurde Knüfken zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Lindley versuchte auf höchster politischer Ebene für ihn zu intervenieren, allerdings ohne Erfolg. Kurze Zeit vorher waren zwei weitere Vertrauensleute der ITF festgenommen worden. Öffentlich verwahrte sich Lindley gegen die Behauptung, die Arbeit unter deutschen Seeleute könnte als Spionage bezeichnet werden.

Die Gestapo stellte, nachdem sie von der schwedischen Polizei über Knüfkens Verhaftung unterrichtet worden war, einen Auslieferungsantrag, den sie mit dessen angeblicher Beteiligung an Sabotageakten gegen deutsche Schiffe im Jahr 1938 begründete. Diese Beschuldigungen, für die keine Beweise vorgelegt wurden, untermauerte man mit der Begründung, Knüfken habe die Sabotageakte nicht als ITF-Funktionär sondern als bezahlter Agent des britischen Geheimdienstes durchgeführt. Seine Auslieferung an Deutschland konnte nur durch massive Interventionen Lindleys und des britischen Botschafters verhindert werden. Bis 1943 saß Knüfken in strengster Isolationshaft und durfte erst im Herbst 1944 nach England ausreisen.

"Der Hermann, den' ich so lange nicht gesehen hatte, war wie früher voller Erwartungen, voller Leben und allem." [27] So schilderte Sonia Knüfken das Wiedersehen mit ihrem Mann. Sofort ging Knüfken daran, Vorschläge für den Neuaufbau der "Wassertransportarbeiter Deutschlands" und deren Aufgabe für die "Wiederintriebsetzung der Häfen" auszuarbeiten. [28] Wie seine ITF-Kollegen Walter Auerbach und Jahn, die wesentlichen Einfluß auf das Programm der "Landesgruppe Deutscher Gewerkschafter in Großbritannien" hatten, schlug Knüfken den Aufbau antifaschistischer, demokratischer Industriegewerkschaften vor. [29] Die neuen Gewerkschaften sollten ausgehend von den Betrieben von unten nach oben aufgebaut werden und von Funktionären aus dem Widerstand und Exil geleitet werden.

Aber in einem zentralen Punkt unterschied sich Knüfken wesentlich von seinen deutschen Genossen. Er betonte die "Schuld der deutschen Arbeiter am Kriege und den im Kriege begangenen Verbrechen". Von dieser "Mitschuld" sprach er sich selbst nicht frei, weil er nicht genügend dafür getan hätte, die Machtergreifung der Nationalsozialisten zu verhindern. "Glauben wir nicht an die Schuld der deutschen Arbeiter, dann sind wir immer noch die Deutschen von 1914 oder 33, dann gibt es keine Besserung und nicht die Möglichkeit einer Neukonstruktion der Gewerkschaften. Dann wird auch nach dem Krieg und nach dieser Niederlage die Mehrheit der deutschen Arbeiter den alten Spuk des 'Deutschland über alles' mit sich weiter herumschleppen." [30]

Die "Mitschuld der gesamten deutschen Arbeiterschaft" begann für Knüfken nicht erst im Kriege sondern durch die kampflose Kapitulation 1933. Zwar kritisierte er nach wie vor scharf die Verantwortlichen des ADGB, "die weder den Willen noch den Mut hatten, den Zusammenbruch von 1933 zu verhindern" [31], aber im Unterschied zu seiner Auffassung in den 30er Jahren, war die "bittere Lehre": "Die Arbeiterschaft hatte die Organisationen und die Führung, die ihr und ihrer Einstellung entsprach." [32]

Auch die Schlußfolgerungen aus seiner Analyse unterschied ihn von seinen deutschen ITF-Genossen. Während diese nur widerwillig die vom Sekretariat der ITF beschlossene internationale Kontrolle des gewerkschaftlichen Wiederaufbaus akzeptierten, wurde diese von Knüfken als notwendige Bedingung gefordert, "um das Versagen wiedergutzumachen und das Vertrauen der ausländischen Bruderorganisation wieder zu gewinnen" [33]

Der Kern dieser neuen Gewerkschaften sollte die "kleine Minderheit von Aufrechten" sein, die aktiven Widerstand geleistet hatten, denen man "keine Mitschuld am Kriege aufbürden könne". Diese sollten den neuen Gewerkschaften ihren Inhalt geben: "Proletarische Demokratie und internationale Bruderschaft". [34] Die "Überzentralisierung" und die "typisch 'deutsche Disziplin' der Mitglieder gegenüber dem leitenden Funktionärsstab" müsse im "Interesse einer wirklichen Demokratie" von "Grundauf anders gestaltet werden", die Macht "für alle Zukunft so gelagert werden, daß ihr Schwergewicht nicht mehr in der Leitung, sondern in der Mitgliedschaft liegt". [35]

Knüfken hatte nicht die Möglichkeit unmittelbaren Einfluß auf den Neuaufbau der Gewerkschaften zu nehmen. Die britischen Besatzungsbehörden waren nicht bereit, der ITF direkte und unabhängige Kompetenzen einzuräumen und lehnten die Eröffnung eines ITF-Büros und einer ITF-Zeitung ab. Erst im Januar 1946 war klar, aber "noch unbestimmt", daß er nach Deutschland zurückkehren konnte. Zwischenzeitlich hatte er Kontakte zu Genossen aus der ITF-Seeleutegruppe wiederherstellen können, die er materiell unterstützte.

Knüfken kehrte aber nicht als offizieller ITF-Delegierter, sondern im Auftrag der britischen Regierung nach Deutschland zurück. In Hamburg arbeitete er in der Entnazifizierungskommission für deutsche Seeleute. [37] Gleichwohl wurde er aktives Mitglied der ÖTV. In einem von ihm in englischer Sprache verfaßten Bericht, weist er sich als "Secretary of Seameris Section of Transport § General Workers, Hamburg" aus. [38] Dieser Bericht, den er den britischen Behörden und später der ITF zukommen ließ, enthält kritische Bemerkungen über das Verhalten führender Funktionäre der Hamburger ÖTV während der Zeit des Dritten Reichs. Darüber hinaus schrieb er von starken nationalistischen Tendenzen in der Arbeiterschaft - "strong Germanic sentiment" - ,die sich seiner Einschätzung nach verstärken würden, solange der Wiederaufbau der deutschen Gewerkschaften nicht von den internationalen Organisation kontrolliert würde. Vermutlich wegen dieses Berichts wurde Knüfken Anfang 1947 aus der ÖTV ausgeschlossen. Genauere Hintergründe sind nicht bekannt. [39]

Knüfken blieb bis 1950 in Hamburg. Aus dem politischen Leben zog er sich zurück. Seit 1950 lebte er in Brighton und arbeitete nach Darstellung seiner Frau bis zu einem Schlaganfall im Jahre 1965 für das britische Außenministerium im Londoner Hafen. Dabei handelte es sich vermutlich um eine nachrichtendienstliche Tätigkeit.

"Aus dem Mann, der so viele Jahre in Gefängnis und in Einzelhaft verbracht und dauernd für große Ziele gekämpft hatte", sagte Sonia Knüfken über den letzten Lebensabschnitt ihres Mannes, "wurde tatsächlich plötzlich ein Familienvater", der "das Glück seiner alten Tage nach so vielen Leiden, so vielen Ängsten und Gefahren in der ruhigen und geborgenen Atmosphäre seines Zuhause" fand.

Es war vielleicht kein Zufall, daß ein schwedischer Filmemacher und kein deutscher Historiker Knüfkens Name der Vergessenheit entriess. Er repräsentierte eine Berufsgruppe, deren Leben und politische sowie gewerkschaftliche Traditionen in der Geschichtsschreibung ein Schattendasein führen. Im Unterschied zu Großbritannien oder den USA gibt es in Deutschland nur ganz wenige Arbeiten über die Geschichte der 'einfachen' Seeleute. So schreibt z.B. Reinhard Schmelzkopf, die deutsche Handelsschiffahrt hätte "keine sozialistische Tradition" hervorgebracht und im Widerstand gegen den Nationalsozialismus hätte es keine "führenden Köpfe, bestenfalls drittrangige Zuträger, Kuriere und unbedeutende Agitatoren" gegeben. [40] Alleine das Beispiel Knüfkens zeigt, daß es sich bei Schmelzkopfs Ausführungen um eine grandiose Fehleinschätzung handelt.

Allerdings stand die von Knüfken verkörperte revolutionäre Tradition der "proletarischen Demokratie und internationalen Brüderschaft" in mancher Hinsicht im Gegensatz zu den Hauptströmungen der deutschen Arbeiterbewegung. Von dieser Tradition waren nach 1945 sowohl die deutschen Arbeiter als auch ihre Organisationen weit entfernt.

Das ist der wesentliche Grund, warum der Beitrag Knüfkens und der anderen ITF-Seeleute im Widerstand gegen den Nationalsozialismus bis auf den heutigen Tag keine angemessene Würdigung gefunden hat.

Knüfken faßte sein politische Haltung in einem Gedicht zusammen, das 1917 in der Arrestanstalt der kaiserlichen Marine als Parole "von Zelle zu Zelle" ging:

Nicht betteln, nicht bitten
Nur mutig gestritten
Nie kämpft es sich schlecht
Für Freiheit und Recht!



Fußnoten:
[1] Hermann Knüfken: Memoiren o.O, o.J. Soweit nicht anders angegeben sind die folgenden Zitate aus den Memoiren Knüfkens. Es handelt sich dabei um ein 141 Seiten umfassendes Manuskript in deutscher Sprache, das keine Überschrift trägt und ein 27 Seiten umfassendes Manuskript in englischer Sprache mit dem Titel "Inside Secret Prison".
[2] Vgl. das Manuskript zum Film von Staffan Lamm: Ein Mann namens Freitag (A Man called Friday). Das abenteuerliche Leben des Seemanns und Revolutionärs Hermann Knüfken, Norddeutscher Rundfunk, Redaktion Film und Theater.
[3] Richard Stumpf: Die Matrosenrevolte von Wilhelmshaven, in: Wolfram Wette (Hg.): Der Krieg des kleinen Mannes. Eine Militärgeschichte von unten, S. 168 -182, hier S. 172.
[4] Soder Titel eines Romans von Theodor Pliviers: Des Kaisers Kulis. Roman der deutschen Kriegsflotte, der 1929 erschien. Des "Kaisers Kuli" wurde zu einem großen Bucherfolg und in achtzehn Sprachen übersetzt
[5] Erhard Lucas, Märzrevolution l920, Bd. 3. Die Niederlage, Frankfurt am Main 1978, S. 382.
[6] Verkehrsbund. Fachorgan für die Interessen der im Handels-, Transport- und Verkehrs (Schiffahrt, Hafen- und Wasserbau) Betrieben Beschäftigten, Nr. 15,11.4.1931, S. 114.
[7] Hermann Knüfken: Über den Widerstand der Internationalen Transportarbeiter Föderation gegen den Nationalsozialismus und Vorschläge zum Wiederaufbau der Gewerkschaften in Deutschland - zwei Dokumente 1944/45, eingeleitet von Dieter Nelles, S. 64 - 83, hier. 74.
[8] Courier. Zentralorgan für die Interessen der Handels, Transport- und Verkehrsgewerbebeschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Publikationsorgan des Deutschen Transporter Verbandes, Nr. 38, 25.10.1914.
[9] Müller starb im Oktober 1925. Vgl. Seefahrt. Zeitschrift des Vereins Deutscher Kapitäne und Offiziere der Handelsmarine, 25. Jg. (1925), Nr. 11
[10] Berichte über Knüfken vom 29.10. und 26.11. 1919, in: Staatsarchiv Bremen, 4. 65 -1621.
[11] Franz Jung schilderte die Aktion in seinem autobiographischen Roman "Der Weg nach unten". Vgl. ders.: Schriften und Briefe, Bd. 1, Frankfurt/Main 1982, S. 356 - 366. Weiteres Material zu der Schiffsentführung, - u. a. ein Brief Knüfkens und eine Schilderung der Aktion von Appel-, in: Lutz Schulenburg (Hg.): Hommage a Franz Jung - Der Torpedokäfer, Hamburg 1988, S. 25 - 35.
[12] Zitiert nach ebenda, S. 31.
[13] Knüfken, Über den Widerstand der Internationalen Transportarbeiter Föderation, S. 76.
[14] Arbeitsbericht der Aktivgruppe Antwerpen, Juni 1935, in: Stiftung Archiv Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (S APMO), ZPA, 12/3/330.
[15] Karl (d.i. Hermann Knüfken) an Fimmen, 7. 1. 1936, in: Modern Records Centre, University of Warwick, (MRC), JTF-Papers (159), 159/3/C/a/45.
[16] Fimmen an die Gruppe deutscher Seeleute der ITF Antwerpen, 6.1.1939, in: MRC 159/6/15,
[17] Sozialistische Erneuerung gegen den Faschismus, in: SAPMO, 12/708/136.
[18] Programmentwurf der "Deutschen ITF-Gruppe" Antwerpen (Hafenaktivgruppe Rotterdam und Antwerpen sowie Bordvertrauensleute), in: MRC 159/3/C/a/ 44.
[19] Vgl. dazu das von der ITF 1935 herausgegebene Flugblatt: Vorschlag eines "gewerkschaftlichen" Sofortprogrammmes, in: Esters/Pelger, S. 152-155.
[20] Knüfken an Fimmen, 2. 1. 1939, in: MRC, 159/6/12.
[21] Krewet schrieb in zwei Aufsätzen in den Gewerkschaftlichen Monatshefte (GMH) über seine Aktivitäten in den USA, Vgl. Erich Krewet: Hände über die Meere, in: GMH 18. Jg. (1967); S. 559 -  562; ders: Vor dreißig Jahren, GMH 19. Jg. (1968), S. 569 - 571.
[22] Willy Eichler: Sozialisten. Biographische Aufsätze, S. 109.
[23] Interview Jan Foitzik mit Kurt Lehmann, 10. 2. 1979, Kopie im Besitz des Verfassers.
[24] Vgl. Fritz Eberhard: Arbeit gegen das Dritte Reich. Beiträge zum Widerstand, Heft 10, hg. vom Informationszentrum Berlin, Gedenk- und Bildungsstätte Stauffenbergstraße, 3. Auflage, 1981, S. 17.
[25] Fimmen an Harry Bahlke, 10.4.1937, in: MRC l59/3/C/a/94
[26] Knüfken: Über den Widerstand der Internationalen Transportarbeiter Föderation, S.78.
[27] Zitiert nach Lamm: Ein Mann namens Freitag, S. 34.
[28] Hermann Knüfken: Einige Erklärungen zu den im früheren Gesamtverband zusammengefaßten Kategorien der deutschen Wassertransportarbeiter. 18.12. 1944: Die Internationale Transportarbeiter Föderation und der Aufbau der Gewerkschaften in Deutschland insbesondere der Gewerkschaft der Wassertransportarbeiter; Die Internationale Transportarbeiter Föderation zur Demokratisierung des deutschen Wassertransport-Verbandes: Einige Ausführungen über die Wiederinbetriebsetzung der Häfen an der deutschen Wasserkante nach der Okkupation und die Erfassung der dazu nötigen Facharbeiter durch die Gewerkschaft der Wassertransportarbeiter; Statutenentwurf für eine Gewerkschaft der Wassertransportarbeiter Deutschlands; in: Archiv der sozialen Demokratie Bonn (AdsD), Bestand ITF, Nr. 54; Und was nun?, ebenda, Nr. 78. Die kursiven Manuskripte sind abgedruckt in Knüfken: Über den Widerstand der Internationalen Transportarbeiter Föderation.
[29] Zu den programmatischen Ausarbeitungen des deutschen Gewerkschaftsexils vgl. Siegfried Mielke / Peter Rütters: Die Deutsche Arbeitsfront (DAF): Modell für den gewerkschaftlichen Wiederaufbau? Diskussion in der Emigration und in der Gründungsphase der Bundesrepublik Deutschland, in: Hans-Erich Volkmann (Hg.): Ende des Dritten Reiches – Ende des Zweiten Weltkriegs. Eine perspektivische Rückschau, S. 675 -709.
[30] Knüfken: Über den Widerstand der Internationalen Transportarbeiter Föderation, S. 80/81.
[31] Knüfken: Statutenentwurf für eine Gewerkschaft der Wassertransportarbeiter Deutschlands.
[32] Hermann Knüfken: Und was nun?
[33] Statutenentwurf für eine neue Gewerkschaft der Wassertransportarbeiter Deutschlands, in: AdsD, Bestand UF, Mappe 54.
[34] Und was nun?
[35] Knüfken: Über den Widerstand der Internationalen Transportarbeiter Föderation, S. 84.
[36] Knüfken an Lieber Freund (d.i. Helmut Rüdiger), in: Internationales Institut für Sozialgeschichte Amsterdam (IISG), Teilnachlaß Rüdiger, Nr. 5 (Fußnote fehlt im Original)
[37] Sonia Knüfken: Hermann Knüfken (maschinenschriftliches Manuskript, o. O., o.J., 2. S.)
[38] Der Bericht, der keine Überschrift trägt findet sich im AdsD, Bestand ITF,Nr.81.
[39] Vgl. dazu den Briefwechsel zwischen Adolf Kummernuss und Hans Jahn, 24.8. und 28.8. 1950, in: MRC 159/ D98.
[40] Reinhart Schmelzkopf: Die deutsche Handelsschiffahrt 1919-1939, Bd.I, S.233f.

Aus: Schwarzer Faden Nr. 67 (1/1999)

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