Für den 31. März rief das Bündnis "M31" zu einem antikapitalistischen Aktionstag auf, Initiativen in unterschiedlichen europäischen Ländern beteiligten sich daran. Gebildet wurde das Bündnis vor allem von autonom-kommunistischen und antiautoritären Gruppen sowie anarchosyndikalistischen Gewerkschaften. In Frankfurt, Utrecht, Mailand, Athen, Zagreb, Moskau, Warschau, Besancon, Kiew, Bern, Wien (Wien 2) und anderen Städten gab es am Samstag Demonstrationen oder Kundgebungen. Bei der Demonstration in Frankfurt mit 6.000 TeilnehmerInnen wurden Scheiben von Banken, Luxushotels, Jobcenter, Stadtwache... eingeworfen und es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. 465 Menschen wurden festgenommen, 200 Menschen fast 10 Stunden lang eingekesselt und etwa 130 DemonstrantInnen sowie 15 PolizistInnen verletzt. Inzwischen beginnt der Repressionsapparat auf Hochtouren zu laufen, eine eigene Sonderkommission mit 25 BeamtInnen wurde eingerichtet. In Göttingen folgte am Abend eine Spontandemonstration als Antwort auf die Repression in Frankfurt. Die größte Demonstration im Zuge des M31-Aktionstag fand mit 10.000 TeilnehmerInnen in Mailand statt.

Inwieweit die vorzeitig abgebrochene Frankfurter Demonstration auf Grund der Ereignisse als Erfolg zu werten ist, ist in den Kommentarspalten von Indymedia heftig umstritten. Zu Bedenken ist jedoch, dass innerhalb der kurzen Zeitspanne von drei Monaten eine vergleichsweise große und spektrenübergreifende linksradikale Demonstration mit mehreren tausend TeilnehmerInnen und klar antikapitalistischer und antistaatlicher Ausrichtung auf die Beine gestellt wurde - und dass inhaltliche Debatten und Vernetzungen über Staatsgrenzen hinweg angeregt wurden. Und das ist etwas, worauf zukünftig hoffentlich in gegenseitiger Hilfe aufgebaut werden kann.

"In Ländern mit einer starken traditionellen Linken wie in Griechenland war die Beteiligung an den Protesten am Samstag eher klein. Hier stehen die an den M31-Protesten beteiligten Gruppen zu den großen anarchistischen und kommunistischen Gruppen in Opposition, die in den letzten Monaten häufig zu Protesten mobilisierten. In Ländern, in denen es bisher kaum Proteste gab und die verschiedenen linken Organisationen keine große Rolle spielen, waren die M31-Aktionen größer." Peter Nowak, Telepolis

"Wegen ein paar kaputter Scheiben hat die Polizei unsere Demonstration brutal angegriffen, Dutzende Demonstranten verletzt und über 200 stundenlang festgesetzt. Das ist angesichts der brutalen Auswirkungen der Sparpolitik für die Menschen in Europa und weltweit absurd." M31, Junge Welt

Medienberichte: Euronews, Hessen-Rundschau 1, Hessen-Rundschau 2, Reuters, Tagesschau, Der Standard, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau 1, Frankfurter Rundschau 2, Frankfurter Rundschau 3, Frankfurter neue Presse, Nordbayern, Der WestenJunge Welt, Junge Welt Interview, Jungle World, Verfassungsschutz-Interview

Einschätzungen / Debatte: Telepolis, Der Freitag, FAU, ...ums ganze 1, ...ums ganze 2, AG/R, Blog Ritinardo, Nigra, Saul, Occupy-Anhänger verurteilen Gewalt, Indymedia 1, Indymedia 2, Linksunten Indymedia 1, Linksunten Indymedia 2, Jutta Ditfurth, Polizeigewalt, Syndikalismus.tk, M31kritik, Anarchistischer Funke, Wolf Wetzel 1, Wolf Wetzel 2 (sehr lesenswert!), Erste Bilanz des EA, Rechtshilfeaufruf zur Aussageverweigerung, Kombinat Fortschritt, Linke Zeitung, Szenekritische Kommunist_innen, SAV - Sozialistische Alternative, Andere Zustände ermöglichen

Hier gibt es weitere Zusammenfassungen der Aktionen der IAA-Gewerkschaften am M31 und ein sehr ausführlicher Rückblick bei Indymedia / Indymedia Linksunten bzw. ein Überblick auf englisch beim M31-Bündnis. Einen weiteren Überblick mit vielen Aktionen, die hier fehlen, gibt es bei der FAU.

Rechtshilfe: Aufruf an alle Kriminalisierten der M31 Demonstration / Antirep-Homepage zu M31 / Klage gegen M31-Polizeikessel / Frankfurt-Verbot bei Bloccupy für M31-DemonstrantInnen

Anmerkung 19.9.2012:
Beim M31 wurden hunderte Menschen verhaftet und die Polizei nützte die Ereignisse zur Heraufbeschwörung bürgerkriegsähnlicher Zustände bei Blockupy, weshalb dieses kurzerhand verboten wurde. Jursitisch folgt M31 ein Verfahren wegen Beamtenbeleidigung, weitere Folgen wird es wegen "Nichtigkeit" wohl nicht geben. Auf welcher Grundlage die Polizei die Massenfestnahmen durchführte, weiß sie wohl nur selbst...

Anmerkung 6.10.2012:
Lesenswerte M31-Nachbereitung des "sozialrevolutionären & antinationalen Krisenbündnis" Frankfurt

Frankfurt:














Mailand:



Utrecht:



Zagreb:







Athen:

Bilder auf Indymedia, eine Einschätzung auf Linksunten Indymedia.



Bern:

Eine Straßenparty (Aufruf) mit hunderten TeilnehmerInnen wurde von der Polizei aufgelöst. Inzwischen ist eine Debatte um Verschärfung der Repressionsmöglichkeiten entbrannt. Medienbericht

Warschau:

Berichte und Bilder bei der ZSP - Bericht englisch, Bilder von der Demonstration

Kiev:

Demonstration mit 400 TeilnehmerInnen und Hausbesetzung



Spanien:




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