Am 2. und 3. Juni findet im AJZ Between in Bregenz (liegt direkt gegenüber vom Bahnhof, Bahnhofstraße 47) eine Themenwochenende Anarchie statt. Anbei findet ihr das Programm, zudem gibt es noch Büchertische mit spannenden Materialien, u.a. vom Anarchia-Versand und LAW. Der Eintritt zum Programm ist frei.

Samstag, 2. Juni 2012
10:00 – 12:00 Was ist eigentlich Anarchie?
12:30 – 14:30 Mythos Schule
15:00 – 17:00 Workshop Definitionsmacht
17:30 – 19:00 Knast & Strafe

Sonntag, 3. Juni 2012
10:00 – 12:00 COMMONismus
12:30 – 14:30 Geschichte des Anarchosyndikalismus
15:00 – 17:00 Anarchafeminismus
17:30 – 19:00 Feministisch ficken

Die Dauer der jeweiligen Vorträge kann natürlich abweichen. An die Anfangszeiten versuchen wir uns so gut wie möglich zu halten.

Anarchietage Bregenz


Dieses Wochenende ist für alle Leute, die sich schon mal gefragt haben was Anarchie eigentlich bedeutet. Wolltet ihr schon mal wissen was es mit der Anarchie auf sich hat? Wie soll das Ganze denn funktionieren? Anhand verschiedener Vorträge, Diskussionen & Workshops soll der Versuch gestartet werden, Interessierten Menschen das Ideenspektrum der Anarchie näherzubringen. Dazu ist natürlich weder ein Grundwissen noch eine ideologische Grundhaltung nötig. Das Einzig nötige ist der Wunsch sich für ein paar Stunden mit dem Thema auseinanderzusetzen und der Respekt gegenüber anderen BesucherInnen.

Aus verschiedenen Teilen des Deutschsprachigen Raumes haben wir ReferentInnen eingeladen. Hier ein Überblick über die verschiedenen Themen, die genaue Reihenfolge wird noch in naher Zukunft festgelegt. Währenddessen werden wir euch hier auf den Laufenden halten. Falls Fragen bestehen, fühlt euch frei uns unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! zu kontaktieren!:


Was ist eigentlich Anarchie? Vortrag von Rudolf Mühland

Rudolf Mühland geht der Frage nach was Anarchie ist und welche Antworten sie für die Probleme Heute und in der Zukunft liefern kann anhand konkreter Beispiele aus dem Alltag nach. Welchen Sinn macht es zum Beispiel für Studierende sich in sogenannten Bildungssyndikaten selbst zu organisieren? Sind Studierende auch ArbeiterInnen? Und wenn ja, sollten sie in einer Gewerkschaft sein? Welche Möglichkeiten der Organisation schlägt „der Anarchismus“ auf sozialer, kultureller und ökonomischer Ebene vor? Wie organisieren sich AnarchistInnen schon heute und wie stellen sie sich die Transformation der Gesellschaft vor? Dies sind einige der Fragen die er in seinem Vortrag nachgehen wird. Insgesamt legt R. Mühland in seinem Vortrag einen Schwerpunkt auf die Makrostrukturen unserer Gesellschaft. Anschließend bleibt noch Raum für eine eingehende Diskussion der aufgestellten Thesen.


Mythos Schule – oder: Warum Bildung entstaatlicht und entschult werden muss. Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Klemm

Die zentrale These seines Vortrags ist, dass Bildung und Lernen nur dann wirklich gelingen können, wenn sie entstaatlicht und entschult werden. In den Mittelpunkt seiner Argumentation stellt Ulrich Klemm vier traditionelle Vorstellungen von Schule, die er als Mythen bezeichnet:
- Schule sichert Wissen
- Schule schützt Kinder
- Schule garantiert kulturellen Fortbestand
- Schulreformen verbessern Schule.

Erst wenn wir es wagen, uns auf ein anderes Bild von Schule einzulassen und Bildung „vom Kinde aus“ denken lernen, werden wir den Blick frei bekommen für eine freiheitliche Veränderung unseres Bildungssystems.

Ulrich Klemm ist Sozialwissenschaftler, Hochschullehrer in Augsburg und Leipzig sowie Lehrbeauftragter für internationale Bildungsforschung an der PH Weingarten. Er war in der Erwachsenenbildung tätig, ist seit 1991 Verleger. Er arbeitet als Unternehmensberater im Gesundheitsbereich und ist Geschäftsführer der Europäischen Donau-Akademie in Ulm. Zuletzt erschienen von vom ihm: „Libertäre Pädagogik – Ein Einführung“ (2011), Bildung ohne Zwang“ (2010), „Mythos Schule“ (2009).


Definitionsmacht & Zustimmungskonzept. Workshop der asap München (Antisexistisches Aktionsbündnis)

Mit dem Workshop zum Thema „Definitionsmacht & Zustimmungskonzept“ wollen wir die Basis für eine antisexistische Praxis schaffen. Um einen Umgang mit sexualisierten Übergriffen zu finden, braucht es ein Umfeld des Vertrauens und der Solidarität.

Während des Workshops wollen wir anhand eines Textes gemeinsam erarbeiten, ob und wie Definitionsmacht umgesetzt werden kann, uns aber auch überlegen, wie Grenzverletzungen verhindert werden können.


Knast & Strafe. Diskussionsrunde mit/von individuellen Anarchist_innen

Gefägnisse, Lager, Heime – Auswüchse einer einsperrenden Gesellschaft und eine radikale Kritik daran.,> Diskussionsveranstaltung mit kurzem theoretischen Input.


Feministisch Ficken – zur Rolle von Sexualität in feminstischen Kämpfen. Vortrag von L.

In diesem Vortrag wird diskutiert wieso Sexualität in feministischen Kämpfen eine so große Rolle spielt und wie Sexismus in vielen Lebensbereichen über Sexualität transportiert wird.


Geschichte des Anarcho-Syndikalismus. Vortrag von der FAU Düsseldorf

Der Anarchosyndikalismus ist eine Verbindung von Anarchismus und revolutionärem Syndikalismus. Im Allgemeinen erkennt der Anarchismus gewerkschaftliche Verbindungen und der Syndikalismus anarchistische Kollektive an.

In Österreich & Deutschland existieren zur Zeit zahlreiche Syndikate und Ortsvereine, die sich Anarchosyndikalistisch nennen. Die meisten von ihnen haben sich zusammengeschlossen als Freie ArbeiterInnen Union (FAU).


Anarchafeminismus. Vortrag der LAW (Libertäre Aktion Winterthur)

Wie man dem Titel entlesen kann, geht es in diesem Vortrag um anarchistischen Feminismus.


COMMONismus (Beitragen statt tauschen). Vortrag von Christian Siefkes

In den letzten Jahrzehnten ist eine neue Produktionsweise entstanden, die auf Commons (Gemeingütern) und freiwilliger Kooperation beruht. In commonsbasierter Peer-Produktion entstehen Freie Software (wie Linux und Firefox), die Wikipedia und die Freie-Kultur-Bewegung; sie steckt hinter Freien Funknetzen und Projekten wie SETI@home. In diesem Vortrag wird es darum gehen, wie und warum Peer-Produktion funktioniert und wie sie den Sprung von der immateriellen in die materielle Welt schaffen kann: wie könnte eine Gesellschaft aussehen, die im Wesentlichen auf Commons und Peer-Produktion beruht, so dass es kein Geld und keinen Markt mehr braucht? Warum treiben die dem Kapitalismus inhärenten Tendenzen die Entwicklung einer solchen Gesellschaft selber voran; und welche Herausforderungen und Probleme stehen ihr entgegen?

Christian Siefkes ist ein Autor und Informatiker, er arbeitet als selbstständiger Software Ingeniuer und ist Spezialist für fortgeschrittene Algorithmen und Datenbank-design in Berlin. Er hält ein Doktortitel für Informatik an der Freien Universität Berlin.


Wir hoffen, dass ihr an einen oder mehreren der genannten Themen Interesse findet und uns an diesem Wochenende begleitet. Desweiteren werden Infotische, Bücherstände, Vegane Imbisse (süß/salzig) und Filmvorführungen angeboten.

In diesem Fall bleibt nur noch zu sagen, wir freuen uns auf euren Besuch und auf spannende und rege Diskussionen! Haltet euch auf dem Laufenden.

Infoladen Zündschnur


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