Lucy Parsons - "Zu streiken bedeutet die Produktion zu übernehmen"

Lucy Parsons wird heute weiterhin vorwiegend als die „Witwe von Albert Parsons“ wahrgenommen, einem der Anarchisten, die im November 1887 hingerichtet wurden. Einige, ein wenig mit der persönlichen Geschichte von Lucy Parsons vertraut, sehen in ihr eine vermeintliche (spätere) Mitarbeiterin der Kommunistischen Partei der USA.

Dabei war sie schon Jahre zuvor eine der Aktivisten in der Organisierung der Arbeiterinnen und deren Kämpfe, begann da schon Artikel über „soziale Gerechtigkeit“, Arbeits- und Obdachlosigkeit (siehe dazu den bekanntesten Artikel „To Tramps“, wo sie sich für „direkte Aktionen“ ausspricht). Sie gilt in der Geschichte der (nord)amerikanischen anarchistischen Arbeiterbewegung und den „Anarchist People of Color“ als eine ihrer bemerkenswertesten Protagonistinnen und war für die Polizei in Chicago „gefährlicher als 1000 Randalierer“.

Wenig ist über die ersten Jahre ihres Lebens bekannt. Als Tochter einer Mexikanerin und eines Angehörigen des Creek-Stammes 1853 (?) in Texas geboren ( ihre Eltern waren sehr wahrscheinlich Sklaven) wuchs sie die nächsten Jahre wohl auf der Farm ihres Onkels mütterlichseits auf –in einer offen rassistischen Gesellschaft wechselte sie oft ihren Familiennamen, nannte sich vorwiegend Lucy Gonzales und verdeckte damit ihre afroamerikanischen Wurzeln.

1870 begegnete ihr Albert Parsons, ein ehemaliger Soldat der Konföderierten, Abolitionist und radikaler Republikaner, der zu dieser Zeit als Journalist des „Daily Telegraph“ den Nordwesten von Texas bereiste.

Doch ein gemeinsames Leben ist ihnen in diesem Teil der USA verwehrt. Es herrschte auch per Gesetz Rassentrennung „Mischehen“ wurden nicht geduldet. Als sich Albert für die Registrierung schwarzer Wähler*innen einsetzt, wird er angeschossen, der Klan droht mit Lynchjustiz.

1873 ziehen Lucy und Albert Parsons nach Chicago, wo Albert als Drucker für die „Chicago Mail“ arbeitet.

In dieser Zeit einer wirtschaftlichen Depression mit Millionen von Erwerbslosen wuchs der Druck auf die Arbeiter*innen sich gegen niedrige Löhne zu verkaufen oder den vielen Einwanderern den stark umkämpften Arbeitsplatz zu überlassen. Die Bevölkerung von Chicago verdoppelte sich in diesen Jahren durch den Zuzug junger Landarbeiter und europäischer Einwander*innen. Viele fanden Arbeit in den Fertigungsanlagen, mit einer Arbeitszeit von 12 Stunden und mehr. Untergebracht in Billigwohnungen, eher einer Holzbox ähnlich, wuchsen im Westen der Stadt die Slums. Unter den Augen der ihnen feindlichen Vorarbeiter, die sie zu immer schnellerem Tempo antrieben, um die endlose Nachfrage nach Fleisch, Holz und Maschinen zu befriedigen. Die Zahl der Ungelernten stieg, die Arbeitslöhne sanken täglich. Aber mit den Einwanderern kam auch die sozialistische und anarchistische Ideologie in die USA und die Arbeiter*innen radikalisierten sich.

Im Oktober 1877 fand einer der größten Streiks in der Geschichte der USA statt. Eisenbahner im ganzen Land protestierten gegen weitere Lohnkürzungen der Baltimore Ohio Railroad. Bald streikten sie auch in Chicago, griffen auch zu militanteren Aktionen. Da entgleiste mal ein Gepäckwagen, dort wurde sich mit der Polizei geprügelt.

Albert Parsons engagierte sich so stark in diesem Streik, dass er bald seine Arbeit bei der Zeitung verlor und als „Arbeiteragitator“ auf die schwarze Liste gesetzt wurde. Lucy eröffnete daraufhin ein Kleidergeschäft, um ihre wachsende Familie finanziell über die Tage zu bringen. Sie unterstützt in dieser Zeit mit anderen Frauen die Organisation „WWU“ (Workers Women Union) in Chicago – dabei auch Lizzie Swank Holmes, zu der sich eine intensive Freundschaft entwickelt, so unterschiedlich ihre Herkunft auch sein mochte.

Hier die Tochter von Sklaven, dort eine junge Frau aus dem eher ländlichen Iowa, aufgewachsen in einer Familie von Freidenkern mit dem damals typischen Karrieweg, Lehrerin in einer ländlichen Schule, dann frühe Heirat, Geburt von zwei Kindern. Wenige Jahre später, nach dem Tod des Ehemannes, unterrichtet sie Musik und vernimmt die Schwingungen der Streiks und der radikalen Arbeitskämpfe. Mit ihren Kindern geht sie nach Chicago, gibt wieder Musikunterricht und arbeitet als Näherin in einem der „Sweatshops“, wo sie sich weiter radikalisiert.

Lizzie wohnte in unmittelbarer Nähe von Lucy und Albert Parsons in einem Arbeiter*innenviertel im Westen von Chicago. In langen Spaziergängen mit beiden wurde Lizzie mehr und mehr zur Anarchistin. 1884 gab Albert, der inzwischen Mitglied der „IWPA(International Working People´s Association), der „schwarzen Internationale“ war, die Wochenzeitung „Alarm“ heraus, Lizzie wurde seine Assistentin. In der ersten Ausgabe des „Alarm“ erschien dann der schon erwähnte Artikel „To Tramp“ von Lucy Parsons.

„Jeder schmutzige, lausige Tramp solle sich bewaffnen mit einem Revolver oder Messer und damit auf den Stufen der Paläste der Reichen warten und diese erstechen oder erschießen, so bald sie herauskommen. Lasst sie uns töten ohne Gnade und lasst es zu einem grausamen Krieg gegen die Eigentümer werden, ohne Mitleid.“

Ähnlich rigoros setzte sie sich für die Rechte der Afro-Amerikaner*innen ein. Schrieb Artikel und Broschüren, benannte und verurteilte öffentlich rassistische Morde und Angriffe, forderte zur Selbstverteidigung auf. In Fragen des Rassismus (und der Frauenfrage) zeigt es sich aber, warum Lucy Parsons heute kaum mehr als das wahrgenommen wird, wie ganz zu Anfang beschrieben.

In einem Artikel zu Lynchmorden in Corrollton 1886, wo dreizehn Afroamerikaner gehängt wurden schrieb sie: „Gibt es wirklich noch welche, die glauben, dass dieses Verbrechen und alle anderen geschehen ist, weil er schwarz war? Nein, überhaupt nicht! Es ist, weil er arm ist, weil er abhängig ist, weil er als Klasse noch ärmer ist als ein weißer Lohnsklave im Norden“.

Für sie war Rassismus eng verknüpft mit dem Klassenkampf, der unvermeidlich mit der Zerstörung des Kapitalismus auch die Frauenfrage „kläre“ – und sich damit der oft persönlichen Kritik von Emma Goldmann ausgesetzt sah.

„Der Feminismus von Lucy Parson sah die Unterdrückung der Frauen als eine Funktion des Kapitalismus, während für Emma Goldmann die Freiheit der Frauen eher einen abstrakten, allgemeinen Charakter hatte. Für Emma wurde die Frau in allen Schichten, in allen Dingen, in allen Zeiten und an allen Orten unterdrückt.“

Der Konflikt ging so weit, dass Emma Goldmann Lucy Parsons nur noch „als die Witwe unseres Märtyrers Albert Parsons“ bezeichnete, die „mit seinem Blut um öffentliche Anerkennung buhlt“, ja, in späteren Schriften zu Albert Parsons sogar nur noch von einer „jungen Mulattin“ sprach.

Aber zurück ins Chicago des Jahres 1886. Im ganzen Land gärte es, der Widerstand gegen die Arbeitsbedingungen mehrte sich. Ein 1.Mai wurde gewählt, um im ganzen Land für einen Achtstundentag zu demonstrieren. Die anarchistischen Arbeiter*innen schlossen sich dieser Forderung an, obwohl sie weiterhin für die Abschaffung der Lohnarbeit eintraten.

An diesem Tag, so eine Chicagoer Zeitung, „kam kein Rauch aus den Schornsteinen der Fabriken, es herrscht eine Sabbat-ähnliche Ruhe“. Es war ein Generalstreik, im ganzen Land fuhren keine Eisenbahnen mehr, die Häfen wurden besetzt. In Chicago selbst gingen ca. 40.000 auf die Strasse – ganze Familien in ihren Sonntagskleidern. Für die Unternehmer und deren Politiker waren dies Zeichen einer Revolution, die es zu bekämpfen galt. Auf Dächern, an Kreuzungen und Strassen postierte sich die Polizei, Soldaten der Nationalgarde wurden mobilisiert und mit Maschinengewehren ausgestattet.

Dann schlugen sie zu. Am 3.Mai schossen sie in eine streikende Menge vor der Mähmaschinenfabrik McCormick in Chicago. Arbeiter wehrten sich mit Steinen, es gab Tode und Verletzte. Für den Abend des 4.Mai wurde dann zu einer großen Versammlung auf dem Haymarketplatz aufgerufen. Es war ein großer, offener Platz, ideal für die vielen Menschen, die sich nun dem Streik noch anschlossen. Am Abend die grosse Versammlung auf dem Platz, Redner*innen wechselten sich unentwegt ab, dabei auch der Anarchist August Spieß, der schon die Tage zuvor unentwegt agitiert hatte. Es begann zu regnen, viele verließen den Platz. Der Rest des Abends ist wohl bekannt.

Die folgenden Tage waren eine einzige Verfolgungsjagd, gesucht und festgenommen, gefoltert und abgeurteilt wurden vor allem die Anarchisten. In einigen Zeitungen von Chicago waren zuvor vor allem August Spieß und Albert Parsons als die „Rädelsführer“ genannt. Es gab Haftbefehle gegen sie. Doch Albert Parsons, der an diesem Abend nicht auf dem Platz war, konnte erst einmal untertauchen und versteckte sich bis zum ersten Verhandlungstag. Dann stellte er sich dem Gericht und neben seine mitangeklagten Freunde.

Die ganze Zeit über wurde Lucy von der Polizei überwacht. Als Albert untertauchte, wurde sie verhaftet und verhört, aber selber nicht der Teilnahme an dem Bombenattentat beschuldigt. Im Denken der Behörden waren Frauen nicht in der Lage, solche radikalen und militanten Aktionen durchzuführen.

Nach dem Todesurteil 1887 gegen fünf, dabei auch Albert, konzentrierte sich Lucy, vorangetrieben aus einer Mischung aus Wut und Stolz, auf die Freilassung der Anarchisten. Sie reiste durchs Land, hielt Kundgebungen ab, sammelte Gelder. Wohin sie auch ging, wurde sie von der Polizei „begrüßt“ und bewacht, manchmal behindert. Aber sie gewann mehr und mehr Menschen für den Haymarket Fall, wenn auch nicht unbedingt das Interesse des Gouverneurs von Illinois, der für eine Begnadigung zuständig war. Der 11. November wurde der Tag der Hinrichtung. Lucy, die mit ihren beiden Kindern zum letzten Mal Albert sehen wollte, wurde verhaftet, gezwungen sich auszuziehen und mit ihren Kindern solange in eine kalte Zelle gesteckt, bis die Hinrichtung vorbei war.

Danach lebte sie in Armut, mit acht Dollar in der Woche unterstützt von der „Pioneer Aid and Support Association“, eine Unterstützungsgruppe u.a. für die Familien der Märtyrer vom Haymarket.

1888 reiste sie auf Einladung der „Socialist League“ nach London. Überrascht und erregt über die Redefreiheiten in England, die in nichts mit der täglichen Repression in den USA zu vergleichen war, begann sie nach ihrer Rückkehr eine neue Epoche ihres Kampfes. Trotz mehrmaliger Festnahmen verteilte sie auf der Strasse ihre Broschüre zum Anarchismus, hielt Reden, suchte die Erwerbslosen bei ihren Hungermärschen.

1892 gab sie zusammen mit Lizzy Holmes die Zeitschrift „Freedom: A Revolutionary Anarchist-Communist Monthly“, wurde oft festgenommen entweder weil sie (verbotene) öffentliche Reden hielt oder (verbotene) anarchistische Literatur verteilte.

Lucy`s Beziehung zur anarchistischen Bewegung war aber verhalten. Während sie sich – verstärkt noch durch die Hinrichtung von Albert – der „anarchistischen Sache“ verpflichtet sah, entstand zwischen ihr und vielen anderen in der „Bewegung“ eine tiefe Kluft, allen voran bei Emma Goldmann, die sich oft nicht gerade nett über Lucy äußerte (s.o.) Für Lucy war die Klassenfrage, der Klassenkampf das Entscheidende und betrachtete – wie die meisten Arbeiterinnen – Ehe und Familie als eine fast natürliche Sache. Im Gegensatz dazu die entsprechende Kritik vor allem von Emma und dem Grossteil der anarchistischen Bewegung und deren Eintreten der „freien Liebe“ – auch wenn sie, Emma Goldmann, in dieser Zeit selbst in einer acht Jahre andauernden, „verzweifelt leidenschaftlichen“ und sehr eifersüchtigen Beziehung zu und mit Ben Reitmann lebte.

Lucy Parsons und Emma Goldmann hatten sehr verschiedene soziale und politische Hintergründe. Während Lucy mehr im Zusammenhang der militanten Arbeiterklasse der 70 und 80er Jahre zu sehen ist, kam Emma Goldmann aus den radikalen intellektuellen Emmigrant*innenzirkeln New Yorks.

1894 streikten etwa 50.000 Arbeiter der Pullmann Werke im Süden von Chicago. Was als wilder Streik begann, wurde einer der größten Arbeiter*innenproteste in den USA: Obwohl der Streik nach zwei Monaten zusammengeschossen wurde, war er für viele – so auch für Lucy Parsons – ein weiteres Beispiel für die Stärke der Arbeiter*innen und der Möglichkeit einer Revolution.

Vehement stürzte sie sich in die Agitation, war maßgeblich an dem Chicagoer „Teamster Streik“ beteiligt. Montgomery Ward (ein großes Textilunternehmen) hatte 1905 die streikenden Schneider ausgesperrt. Daraufhin traten bis zu 25000 „Teamster“, also Fuhrleute, in einen so genannten „Sympathiestreik“. Der Streik dauerte etwa 100 Tage und bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen mit Streikbrechern und Polizei gab es 21 Tote. Dieser Streik gehört neben den East St.Louis Riots zu den heftigsten in der Geschichte der amerikanischen Arbeiterbewegung.

1905 nahm sie als eine der ersten Frauen an der Gründung der „IWW“ in Chicago teil und gab „The Liberator“, die Zeitung der IWW heraus. Zwischen 1907- 1908, die Zeiten enormer wirtschaftlicher Depression, verlagerte sie ihre Agitation und kämpfte nun vorrangig gegen Armut und Arbeitslosigkeit. 1915 organisierte sie einen Hungermarsch in Chicago. In dieser Zeit wird sie mit den Worten zitiert: „Meine Vorstellungen von Streiks der Zukunft heißt nicht, sich zusammenschlagen zu lassen, zu gehen und zu verhungern, sondern zu streiken bedeutet für mich, in den Fabriken zu bleiben und die Produktion zu übernehmen.“

Damit antizipierte sie nachfolgende Sitzstreiks in den USA, wie in den 30erJahren bei den Kämpfen der Automobilarbeiter(General Motors) und Besetzungen der Fabriken, wie in jüngerer Zeit 2001 in Argentinien.

„Der Anarchismus konnte sich in der jetzigen Generation nicht durchsetzen. Es gibt nur ein paar lose, sich abmühende Gruppierungen, die über dieses große Land verstreut sind. Sie treffen sich gelegentlich bei ‚Konferenzen‘, reden miteinander und gehen dann wieder nach Hause. Anarchisten sind gut darin, Mängel anderer Organisationen aufzuzeigen. Aber was haben sie in den letzten fünfzig Jahren getan … Nichts, um eine Bewegung aufzubauen. Sie sind nur Fantasten, die träumen. Somit finden sie keinen Anklang in der Öffentlichkeit … [Es] ist kein Thema mehr im heutigen Leben Amerikas.

Ich habe für International Labor Defense (ILD) gearbeitet, weil ich etwas tun wollte, um den Opfern des Kapitalismus, die in Schwierigkeiten geraten waren, zu helfen und weil ich mehr tun wollte, als nur zu reden.“ Harte Worte von einer, die zutiefst von den Ideen des Anarchismus überzeugt war.

„Der Anarchismus hat nur ein unfehlbares, unveränderliches Motto: Freiheit. Die Freiheit, jede Wahrheit zu entdecken, die Freiheit, sich zu entwickeln, natürlich und voll zu leben.“( The Principles of Anarchism).

Harte Worte auf harte Kritiken von Seiten einer langsam absterbenden, zerfallenden anarchistischen Bewegung. Sie arbeite mit den Kommunisten zusammen, ja, sei Mitglied der Kommunistischen Partei, war eigentlich immer schon eher eine Kommunistin gewesen.

Auslöser war ihre Zusammenarbeit mit der „International Labor Defense“, der US-amerikanischen Sektion der Internationalen Rote Hilfe, die der Kommunistischen Partei angegliedert war. Die ILD engagierte sich sehr stark in Bürgerrechtsfragen, setzte sich für verfolgte Gewerkschaftsaktivistinnen ein und kämpfte gegen Rassismus und Lynchjustiz. Dies war ausschlaggebend für Lucy Parsons und erinnert sehr stark an die Motive der Zusammenarbeit von Erich Mühsam mit der „Roten Hilfe“ und den dementsprechenden Schmähungen.

Lucy Parsons angebliche Mitgliedschaft jedenfalls konnte nicht belegt werden, selbst die KP wies diese „Gerüchte“ in einer Todesanzeige 1942 zurück.

Wohl eine der spektakulärsten Aktionen, die Lucy zusammen mit der ILD durchführte, war die gegen die Verfolgung und Verurteilung der „Scottsboro Nine“. Eine Gruppe von neun jungen Schwarzen, die 1931 der Vergewaltigung zweier weißer Frauen in Alabama angeklagt und ohne jegliche Beweise für ihre Schuld zum Tode verurteilt wurden. Durch eine unermüdliche Kampagne wurden anfangs vier der Männer freigelassen, die Todesstrafe für die anderen zuerst in längere Haftstrafen umgewandelt, bis auch sie 1943 freigesprochen und freigelassen wurden.

Lucy Parsons setzte ihren Einsatz für die freie Rede unermüdlich fort, hielt glühende Ansprachen in den Strassen von Chicago, wo sie viele junge Anarchist*innen begeisterte. Studs Terkel nannte sie später seine „Lehrmeisterin“.

Sie starb am 7.März 1942 – wohl 89 Jahre alt – in ihrem Haus durch ein Feuer. Nach ihrem Tod beschlagnahmte die Polizei ihre Bibliothek von mehr als 1500 Büchern und viele ihrer persönlichen Papiere, Reden, Manuskripte, so als fürchteten sie Lucy Parsons noch über ihren Tod hinaus.

Sie wird in der Nähe von Albert Parsons beerdigt, am Haymarketdenkmal im „Forrest Park“, Illinois. http://youtu.be/OF6RGQwnyB8″> (Haymarketdenkmal mit den Grabsteinen von Lucy Parsons und Emma Goldmann u.a.)

„Lucy Parsons sprach mit einer schönen, wohlklingenden Stimme, voller Eloquenz und Leidenschaft. Ihre Kraft holte sie aus den Menschen, die sie umgaben. Sie verlor nie den Glauben an die Stärke, den Mut und die Intelligenz der Menschen…. Welche große Befriedigung mag es für sie sein, die Zahl der jungen Frauen zu sehen, die die Farbe ihres Protestes stark und heiter weitertragen. Lucy Parsons lebte nicht in der Vergangenheit. Sie lebte für die Zukunft. Sie wird in der Zukunft in den Herzen der Arbeiter*innen weiterleben.“ (Elizabeth Gurley Flynn)

Originaltext: http://radiochiflado.blogsport.de/2012/04/09/zu-streiken-bedeutet-die-produktion-zu-uebernehmen/


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