Blogarchiv Feminismus

Blogarchiv von www.anarchismus.at - Beiträge zum Thema Anarchismus


 

Triggerwarnung: Der folgende Text thematisiert und beschreibt die äußerst brutale patriarchale Gewalt kolumbianischer Paramilitärs gegen Frauen. Bitte halte kurz inne und überlege, ob du diesen Beitrag lesen magst.

Auf die brutale Ermordung - sie wurde zuerst gefoltert und vergewaltigt - von Rosa Elvira Cely mitten im Nationalpark von Bogota folgte landesweit eine Empörungswelle. Beim Ruf „Wir wollen keine Rosa mehr!“ versammelten sich am 3. Juni Tausende BogotanerInnen am Tatort der makabren Ermordung, in Erinnerung an deren Opfer und als gewaltiger Protest gegen die Gewalt an Frauen.

Ich will hier mich nicht über dieses Verbrechen auslassen, leider nur Eines mehr unter den Tausenden Missbräuchen und Feminiziden, die in Kolumbien täglich stattfinden. Ich werde auch die vielfachen fahrlässigen Pflichtverletzungen nicht ansprechen, die auf die oder jene Weise zum tragischen Ausgang dieser Geschichte beigetragen haben (unselige Reaktion der Polizei auf die Hilferufe, Versäumnisse von Seiten der Ärzte, die Messerstiche nicht behandelt haben, was Rosas Tod herbeigeführt hat usw.) Was ich hier anprangern will, ist die Heuchelei der kolumbianischen Medien und Eliten, die heute vom Entsetzen ergriffen werden beim Anblick der Leiche von Rosa Elvira Cely, wobei sie vor den Verbrechen der paramilitärischen Kräfte systematisch die Augen zugedrückt haben - obwohl jene Gegenstücke der Aufspießung dieser jungen Frau sind.




Comic von leftycartoons.com






Comic von leftycartoons.com

Wage Gap

 




Free Pussy RiotPussy Riot ist ein feministisches Punkrockkollektiv aus Moskau, das mit spektakulären Protesten auf Missstände in der russischen Gesellschaft aufmerksam macht. Eine dieser Performances in einer orthodoxen Kirche brachte Anfang März drei Aktivistinnen in Untersuchungshaft. Informationen dazu findet ihr hier und hier.

Der Fall sorgt auch in Russland für hohe Wellen. In den letzten Tagen gab es dazu einige neue Statements...

Mehr Infos:


28.4.2012:
PEN International hat sich der Forderung nach Freilassung der Aktivistinnen angeschlossen. Mit welch miesen Tricks die Propagandamaschine des Kreml arbeitet, zeigt sich z.B. hierin. Inzwischen wurde zudem das Konto einer der AnwältInnen von der Steuerfahndung gesperrt.

20.4.2012:
Das Gericht entscheidet, dass die drei Pussy Riot - AktivistInnen weitere zwei Monate in Untersuchungshaft bleiben müssen.

19.4.2012:
Die Welt online titelt einen Artikel mit "Aufstand in Russland, Putin macht sich in die Hose"

19.4.2012:
Aktionstag für die Freilassung der Pussy Riot-Aktivistinnen parallel zum Gerichtstermin über die Untersuchungshaftverlängerung. Dazu gibt es einen Aufruf auf der Homepage der Rosa Antifa Wien, die neben einem umfangreichen Text zum Fall Pussy Riot auch eine DIY-Balaclava-Anleitung bereitgestellt hat.

14.4.2012:
Die Ermittlungsbehörde will die Verlängerung der Untersuchungshaft für die Mitglieder von Pussy Riot beantragen.

Aufruf zu gemeinsamen Aktionen:
Solidaritätskampagne am 15. und 21. April

6.4.2012:
Eine Mahnwache zur Unterstützung für Pussy Riot in Novosibirsk wurde verboten. Es fand eine Kundgebung statt, bei der es jedoch zu Übergriffen kam.

http://www.youtube.com/watch?v=A15gbBVWPhg

5.4.2012:
Imprisoned N. Tolokonnikova appeals against Russian church monopolizing gender-debates.

3.4.2012:
Der Anwalt der Inhaftierten gibt bekannt, dass die Aktivistinnen im Knast illegal per Video überwacht werden.

3.4.2012:
Amnesty International hat die drei in Untersuchungshaft sitzenden Frauen als Politische Gefangene anerkannt.

30.3. und 1.4.2012:
Die EU-Vertretung in Russland zeigt Interesse am Fall von Pussy Riot. Zudem haben sich neun Abgeordnete des estnischen Parlaments mit der Forderung an Putin gewandt, die Bandmitglieder freizulassen.

28.3.2012:
Die Angehörigen von Pussy Riot klagen über Todesdrohungen

26.3. und 29.3.2012:
Nadja Tolokno meldete sich aus dem Untersuchungsgefängnis Nr. 6 mit einer christlichen Botschaft und Pussy Riot antworteten dem Patriarchen.

26.3.2012:
In der TAZ wird die Reaktion auf den Auftritt in der Kirche folgendermaßen eingeschätzt: "Die Kirche stilisiert den Vorfall zu einer Frage von Verrat und Loyalität. Dabei geht es nicht um Glauben, sondern um Russland und dessen Herrschaftssystem. Wer es wagt, die Orthodoxie zu kritisieren, stellt sich gegen Russland. Es ist der gleiche Reflex, den Wladimir Putin im Wahlkampf ausbeutete. Nach dem Motto: Wer gegen mich ist, verrät auch Russland. Die Beschwörung von Feinden soll das System am Laufen halten."

24.3.2012:
Patriarch Kirill kommentiert erstmalig öffentlich die Aktion von Pussy Riot

„Jeden gläubigen Menschen muss das beleidigen. Deswegen rufe ich Euch auf, Eure Gebete für das Land und unser Volk zu verstärken, denn wir werden keine Zukunft haben, wenn wir unsere großen Heiligtümer verhöhnen und wenn diese Verhöhnung für jemanden eine Art von Mut ist, eine Art von richtigem Ausdruck politischen Protests, eine Art von Verstandesleistung oder ein harmloser Scherz,“ erklärte Patriarch Kirill am Samstag nach einem Gottesdienst in einer Moskauer Kirche.




"If women on the street said I look nice, it´d make my day"

Catcalls, sexually explicit comments, sexist remarks, groping, leering, stalking, public masturbation, and assault. Most women (more than 80% worldwide) and LGBQT folks will face gender-based street harassment at some point in their life. Street harassment limits people's mobility and access to public spaces. It is a form of gender violence and it's a human rights violation. It needs to stop.




Free Pussy Riot

Pussy Riot ist ein feministisches Punkrockkollektiv aus Moskau, das mit spektakulären Protesten auf Missstände in der russischen Gesellschaft aufmerksam macht. Inhaltlich beschäftigen sich die Aktivistinnen mit der Situation von Frauen, mit Präsident Putin, den Wahlen uvm. Pussy Riot sparen nicht mit Kritik an Kirche und Nationalismus, sie sind explizit feministisch, antisexistisch und treten klar gegen Homophobie und Rassismus auf. Gebildet wird das Kollektiv mit gestrickten Hassis als "Markenzeichen" von rund 10 Aktivistinnen und weiteren UnterstützerInnen, die z.B. die Performances filmen und im Internet verbreiten.

Bei einer Aktion Ende Februar 2012 performten Pussy Riot in einer Kirche ohne Erlaubnis ihren neuesten Song „Mutter Gottes, vertreib uns unseren Putin“. Dies führte zu Anzeigen durch Würdenträger der orthodoxen Kirche und selbst Putin himself äußerte sich "negativ" zu der der Aktion. In den letzten Tagen folgten Verhaftungen von mehreren Pussy Riot-Aktivistinnen. Am 5. März verhängte ein Moskauer Gericht die Untersuchungshaft über Maria Alechina und Nadeschda Tolokonnikowa - sie müssen bis April in Haft bleiben und befinden sich derzeit im Hungerstreik. Den beiden jungen Müttern droht eine langjährige Haftstrafe wegen "Rowdytums" nach dem russischen Hooliganparagrafen, im schlimmsten Fall könnten sie zu sieben Jahren Haft verurteilt werden.

Neue Aktualisierungen zu Pussy Riot findet ihr hier! (neuer Artikel)

Aktualisierung 16.3.2012: Eine weitere Pussyriot-Aktivistin wurde verhaftet. Auch Ekaterina Samutsevich muss bis 24. April 2012 in Haft bleiben. Aktuelle News zur Repression gegen Feministinnen in Moskau findet ihr auf der Soliseite freepussyriot.org! Ein Statement von Pussy Riot zu den Verhaftungen gibt es hier.

Aktualisierung 18.3.2012: Das "Council of Orthodox Public Organizations" hat ein Statement veröffentlicht, in dem es (vereinzelte) Forderungen aus liberalen Kirchenkreisen für die Freilassung der Aktivistinnen kritisiert und deren harte Bestrafung fordert. Eine Freilassung würde die "Feinde von Christus und seiner Kirche" zu weiteren blasphemischen Aktionen veranlassen. Die "blasphemischen Frauen" hätten "blasphemische Worte geschrien und einen Teufelstanz aufgeführt." Das Statement schließt mit "If Russia will endure what has happened, that means, anybody can take it with bare hands, and that means that the people of Russia will no longer stand up for their religion and its fatherland. Let this not happen!"

Aktualisierung 20.3.2012: Orthodoxe AktivistInnen fordern nun ein Vorgehen gegen alle Medien und Blogs, die "blasphemische Diskussionen" rund um Pussy Riot  unterstützt hätten. Derweil überprüft Amnesty International, ob es die verhafteten Aktivistinnen als "Gewissensgefangene" einstufen soll - der Fall werde genau verfolgt.




Anarchorobben gegen SexismusDer folgende Text ist dem Blog der queerfeministischen Anarchorobbenfront entnommen.

„Was meinst du damit? Ich soll ein Sexist sein?” Ich war geschockt. Ich bin kein Macker, ich habe keinen Hass auf Frauen, ich bin keine böse Person. „Aber wieso soll ich ein Sexist sein? Ich bin doch Anarchist!”. Ich war unsicher, nervös, versuchte mich zu rechtfertigen. Ich glaubte an Befreiung und an den Kampf gegen Kapitalismus und Staat. Da sind doch auf der einen Seite jene, die Ungerechtigkeiten verteidigen und von ihnen profitieren, und auf der anderen Seite stehen wir, oder?

Nilou hält meine Hand während sie mir geduldig erklärt: “Ich sage nicht, dass du eine böse Person bist, ich sage, dass du sexistisch bist und Sexismus gibt es in vielen verschiedenen Formen – subtilen wie krassen. Du unterbrichst mich, wenn ich rede. Du achtest mehr darauf, was Männer sagen. Letztens, als ich mit dir und Mike im Café saß, war es so, als ob du und Mike allein ein Gespräch führen würden – und ich nur zum Zuschauen da sei. Ich habe versucht mich einzuklinken, aber ihr habt mich nur angeschaut, und seit dann wieder in euer Gespräch verfallen. Die Männer in unserer Gruppe halten Augenkontakt und sie verhalten sich so, als ob keine Frauen anwesend wären. Die (Lern)Gruppe ist ein Forum für Männer geworden, wo es nur um dieses oder jenes Buch geht – so als ob sie alles wüssten und nur den Rest von uns zu unterrichten bräuchten.




Die Verhaftungen mit anschließender Untersuchungshaft gegen zwei Aktivistinnen des feministischen Pussy Riot-Kollektivs haben in Russland viel Staub aufgewirbelt. Und sie führten neben Solidaritätsaktionen z.B. aus der LGBT-Community auch zu Protesten innerhalb der orthodoxen Kirche mit der Aufforderung an die Kirchenleitung, auf eine Niederlegung des Gerichtsverfahrens einzuwirken. Die Kirchen-Performance der Gruppe sei zwar inakzeptabel gewesen, noch viel inakzeptabler sei jedoch die Reaktion darauf, heißt es etwa in einer Petition innerhalb der orthodoxen Kirche.

Hier findet ihr Solidaritätsinfos der Rosa Antifa Wien und weitere Liedtexte.

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Pussy Riot - A mutinous column marches on the Kremlin

Blowing up windows of FSB offices
Bitches piss on the Kremlin walls
Announcing a riot, Abort the System!

Act at dawn? Don’t start to question
For our and your freedom we’ll whip them to submission
The glorious Madonna will teach us to fight
The feminist Magdalena stood up for democracy

http://www.youtube.com/watch?v=7kVMADLm3js




going for a pleasant stroll after dark, not checking the back of your car as you get in,
sleeping soundly, speaking without interruption,
and not remembering dreams of rape that follow you all day, that wake you up crying,
and privilege is riding your bicycle trough town without being screamed at or run off the road,
not needing an abortion,Stop violence against women
taking off your shirt on a hot day in a crowd, not wishing you could type better just in case -
not shaving your legs,
having a good job and expecting to keep it,
not feeling the boss`s hand up your crotch,
dozing off on late-night buses,
privilege is being the hero in the tv show, not the dumb broad,
knowing your doctor won`t rape you.
it`s simple, really, privilege means someone else`s pain,
your wealth is my terror, your uniform is a woman raped to death here or in  cambodia,
or wherever your obscene privilege writes your name in blood,
it`s that simple, you`ve always had it, that`s why it doesn`t seem to make you sick at the stomach,
you have it, we pay for it, now...

*struggle*

Phoolan Devi Kollektiv - a poem for men

Wien:
Autonome Frauen Lesben Mädchen - Demonstration
16.30 Uhr Auftaktkundgebung Schwedenplatz
17.00 Uhr Demobeginn




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