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Der freie Arbeiter

Der freie Arbeiter. Hervorgegangen aus dem 1897 begründeten Wochenblatte „Neues Leben" (1904 - 1933, Deutschland)

Der Freie ArbeiterNeben der 1919 gegründeten anarchosyndikalistischen FAUD, die Anfang der 1920-Jahre mit 120.000 Mitgliedern ihren größten Aufschwung erlebte, waren die Überreste der anarchistischen Bewegung in Deutschland bescheiden. "Der freie Arbeiter" wurde ab 1904 von der "Anarchistischen Föderation Deutschlands" (AFD) herausgegeben, bis er am 1. August 1914 polizeilich verboten wurde - bis dahin waren 86 Verbote gegen einzelne Ausgaben ausgesprochen worden. Zwischen 1904 und 1914 erreichte "Der Freie Arbeiter" Auflagenzahlen zwischen 2.000 und 5.000 Exemplaren.

Im April 1919 kam es zu einer Wiederbelebung als "Föderation kommunistischer Anarchisten Deutschlands" (FKAD), die 1923 mit ca. 500 Mitgliedern ihren organisatorischen Höhepunkt erreichte. Dagegen verkaufte sich der strikt antisyndikalistische "Freie Arbeiter" nun in überraschend hohen Auflagenzahlen: 1920 wurden 7.000, 1923 7200 und 1925 4600 Exemplare der Zeitung abgesetzt. Sie hatte daher einen überproportionalen Stellenwert als Meinungsmultiplikator innerhalb der anarchistischen Bewegung.

Die ideologisch verhärtete Haltung des Herausgebers Rudolf Oestreich und seiner FKAD-Genossen verhinderte 1925 das lange diskutierte Projekt einer gemeinsamen revolutionären Tageszeitung von FAUD, FKAD und der rätekommunistischen "Allgemeinen Arbeiter Union / Einheitsorganisation" (AAUE). Der strikt antisyndikalistische Kurs stieß innerhalb der FKAD nicht nur auf Zustimmung - in Abgrenzung entstanden daher die Zeitschriften "Alarm" (1919 - 1930 von der Hamburger Ortsgruppe) und "Der Bakunist" (1930 von Teilen der Leipziger Ortsgruppe). "Der freie Arbeiter" wurde schließlich am 1. Mai 1933 verboten.

Einige Ausgaben der 1904 bis 1914 erschienen Variante wurden von der Anarchistischen Bibliothek und Archiv Wien digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht. Dort findest du noch mehr Ausgaben der Zeitung.
 

 
 

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