Blogarchiv Mai 2013

Die Blogbeiträge aus dem Mai 2013


 

Als "Fremde Elemente" bezeichnet, wurden in der Schweiz lebende Anarchisten im Lauf der 1880er Jahre immer häufiger Ziel staatlicher Repression. Nicht aus der Schweiz stammende Anarchisten wurden von der Schweizer Regierung immer häufiger ausgewiesen. Nach fingierten Drohbriefen zur Sprengung des Bundeshauses in Bern, beschloss der Bundesrat 1885 erstmals eine groß angelegte Untersuchung der anarchistischen Bewegung in der Schweiz.

Die Schaffung der Bundesanwaltschaft 1889 und damit der Etablierung einer eidgenössischen politischen Polizei, markierte einen Wendepunkt hin zu verstärkter Zusammenarbeit und Informationsaustausch mit benachbarten Staaten bei der Jagd auf Anarchisten. Im betrachteten Zeitraum zwischen 1878 und 1900 wurden total 240 Personen als Anarchisten aus der Schweiz ausgewiesen erklärt. Davon wurden alleine 88 Ausweisungen im Jahre 1898 ausgesprochen, nach dem Attentat auf Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn in Genf.

Im Zentrum des Vortrages stehen neben der staatlichen Repression, die Folgen der Ausweisung für die davon betroffenen Anarchisten sowie deren soziales Umfeld und ihre Familien.

Freitag, 21. Juni 2013 - 20:00 Uhr
Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien, Lerchenfelder Straße 124-126 (Hof 3, Tür 1a), 1080 Wien




Slowenien wird von massiven Protesten erschüttert, welche sich gegen das politische Establishment und gegen die Sparmaßnahmen richten. Die dezentralisierte und nicht-hierarchische Revolte begann im November 2012 und dauert bis heute an. Eine Aktivistin der slowenischen Federacija za anarhistično organiziranje (Föderation für anarchistische Organisation) wird über das gegenwärtige politische Klima, die Struktur der Revolte sowie über die Herausforderungen des Kampfes in Slowenien sprechen. Der Schwerpunkt des Vortrags wird dabei auf der Rolle anarchistischer Gruppen und kollektiven Prozessen liegen.

Slovenia is being shaken by a massive revolt against the political establishment and austerity measures. The revolt started in November 2012 and continues in a decentralised and non-hierarchical way. An activist from the Slovenian Federation for Anarchist Organising will speak about the current political climate, the structure of the revolt, and the challenges of the struggle. The focus will be on the role of anarchist groups and collective processes.

  • Revolte in Slowenien / The uprising in Slovenia
  • Sonntag, 2. Juni 2013 20:00 Uhr / Sunday, 2nd of June 8:00 pm
  • Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien, Lerchenfelder Straße 124-126, Hof 3, Tür 1A, 1080 Wien

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung statt. Eine Veranstaltung im Rahmen der Independent Anarchist Scholars Network-Koferenz vom 31.5. bis 2.6.2013 in Wien




Mitglieder des irischen Workers Solidarity Movement (WSM) und der britischen Gruppe Collective Action (CA) werden in diesem Vortrag über Anarchismus in Irland und Großbritannien sprechen sowie über aktuelle Versuche, sich als AnarchistInnen in Basisbewegungen zu engagieren.

Members of the Irish Workers Solidarity Movement (WSM) and the British group Collective Action (CA) will talk about anarchism in Ireland and Great Britain and about current attempts at anarchist involvement in popular struggles.

Die Veranstaltung findet in englischer Sprache mit deutscher Übersetzung statt. Eine Veranstaltung im Rahmen der Independent Anarchist Scholars Network-Koferenz vom 31.5. bis 2.6.2013 in Wien




Blockupy kommt wieder: Vom 30. Mai bis 1. Juni ruft das Bündnis zu europaweiten Aktionstagen gegen die autoritäre Krisenpolitik von Bundesregierung und Troika (EU, EZB, IWF) in Frankfurt/Main auf.

Am Sitz der Europäischen Zentralbank (EZB),  im  Zentrum des europäischen Krisenregimes, werden wir ein kämpferisches Signal der Solidarität an alle Betroffenen der aktuellen Spar- und Kürzungspolitik senden.

Als Zeichen der Widersetzung gegen das Spardiktat werden wir am 31. Mai daher die EZB in Frankfurt massenhaft blockieren. Wenn diese blockiert ist werden wir uns nicht all zu lange dort aufhalten, sondern die Aktionen bereits am späten Vormittag in einer zweiten Welle auf andere Akteure ausweiten. Unser Aktionsziel am 31. Mai ist es, den üblichen Geschäftsablauf der EZB sowie anderer Akteure des Krisenregimes öffentlich sichtbar zu stören.




Der Splatterfilm "Blutgeil" wurde 1993 von Züricher Hausbesetzer*innen gedreht und prompt in der Schweiz verboten, der Film beschlagnahmt - eine Kopie konnte jedoch gerettet werden... Er handelt von zwei Zürcher Drogenfahndern, die nach einem Anschlag auf ihr Hauptquartier, bei dem alle ihre Kollegen getötet werden, einen Rachefeldzug gegen die dafür verantwortlichen Drogenabhängigen beginnen. In der Toilette eines einschlägigen Etablissements töten die beiden die anwesenden Junkies und Dealer. Anschließend stürmen sie ein besetztes Haus, werden dort aber von den Besetzern entwaffnet, gequält, getötet und verspeist...

http://www.youtube.com/watch?v=VKKPmVNMX7w




In den letzten Tagen gab es Aktualisierungen im Downloadbereich und der Bildergalerie. Insgesamt kamen 25 PDF sowie ca. 160 Bilder neu hinzu. Ende Mai / Anfang Juni wird dann das nächste größere Update der Textsammlung erfolgen. Sie wird um rund 160 Texte erweitert, darunter viele neue digitalisierte - lasst euch überraschen!




In seinem Film »Frohes Schaffen - ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral« attackiert Konstantin Faigle einen heiligen Gral: die Arbeit. Ganz unausgewogen, also mit einer deutlichen Haltung, nimmt er die Absurditäten der verrückten Arbeitsgesellschaft auf’s Korn...

http://www.youtube.com/watch?v=O6IpDDqFvPY




Rechts-Rock in Deutschland

War Rechts-Rock in den 1980er Jahren noch als größtenteils schlecht gemachter Hau-drauf-Punk/Hardrock anhand von Bands wie Störkraft, Landser, Die Böhsen Onkelz erkennbar, so hat sich die rechte Szene mittlerweile auch »popkulturell modernisiert« (Klaus Walter). Spätestens seit dem Jahr 2000 eignen sich die »Rechten« neue Genres und auch Codes der Popkultur an. So entstanden zwischen Autonomen Nationalisten (die Codes und Symbole der Antifa für ihre Zwecke übernehmen) und den Freien Kameradschaften neue rechtsradikale Subkulturen, die auch mit Anglizismen keine Probleme mehr zu haben scheinen (siehe die Initiative »Rock Against Communism«). Ebenso wurde ein eigentlich »undeutsches« Genre wie Rap zum »Nationalen Sprechgesang« umgedeutet, was wiederum das Andocken an einen Mainstream ermöglichte, der »Deutsch-Rap« sowieso schon vor den nationalen Pop-Karren gespannt hatte. Mit der Südtiroler Band Frei.Wild erreichten zudem die »ersten Rechtsrockstars im klassischen Sinne« (Thomas Kuban) 2010 locker Platz zwei der deutschen Albumcharts und etablierten so auch »Nationalismus und Anti-Antifaschismus als hippe Protestkultur«. Eine 2013 widerrufene Echo-Nominierung für Frei.Wild löste zudem eine Debatte über Begriffe, Definitionen und Grenzen in Zusammenhang mit rechter oder nationalistischer Musik aus.

Mit: Chaoze One (DE), Thorsten Hindrichs (DE), Marko Košnik (SL) u.a., Moderation: Klaus Walter (Journalist und Radio-DJ) (DE)

Talk, Festivalzentrum, Museumsquartier Wien - Freitag, 17. Mai, 18.30 Uhr

Ab 21:00 Uhr Konzert mit Chaoze One

Eintritt frei




Zwei gute Nachrichten in eigener Sache vorneweg: Im letzten Monat sind mit der Initiative Anarchistische Föderation Nord (aus Hamburg) und der Anarchistischen Gruppe Östliches Ruhrgebiet zwei neu entstandene Gruppen der Föderation eutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) beigetreten.

Wir hoffen, in den kommenden Wochen auf der Website eine Erklärung dazu herausgeben zu können. Ein ebenfalls erfreuliches Erlebnis war die 2. Anarchistische Buchmesse in Mannheim, die vom 19.  bis 21. April stattfand und auf der die [改道] Gaidao sowohl mit einem Infostand als auch mit einer Diskussionsrunde zur Bedeutung libertärer Medien (in Kooperation mit systempunkte.org) vertreten war. Danke für die interessanten Gespräche am Büchertisch und das wichtige Input in der Veranstaltung! Was das vorliegende Heft angeht, so steht darin nichts zum 1. Mai, was natürlich damit zu tun hat, dass Ende April die zweite Sonderausgabe des Jahres zum 1. Mai erstellt wurde, die in gedruckter Form auf 1.-Mai-Demonstrationen in verschiedenen Bundesländern verteilt wird. Schaut ruhig rein. In dieser Ausgabe ist mit einem Artikel von Philipp Kellermann erneut eine Replik auf einen zuvor in der Gaidao veröffentlichten Artikel enthalten, was uns besonders freut, da die [改道] Gaidao tatsächlich immer mehr auch als Diskussionsplattform genutzt wird. Es ist bereits abzusehen, dass auch in der kommenden Ausgabe frühere Diskussionen weitergeführt werden. Nur zu: Wir laden euch herzlich dazu ein, euch mit eigenen Beiträgen kritischsolidarisch an solchen Diskussionen zu beteiligen.

Jetzt aber erst mal viel Spaß beim Lesen!




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