News / Mein "Blog"

Neues aus anarchistischen und sozialrevolutionären Bewegungen und was mir halt gerade so durch den Kopf geht. Die alten Beiträge findet ihr nach Monaten sortiert, einzelne sind thematisch archiviert oder wurden in die Textsammlung verschoben.

Hier ist es derzeit leider ziemlich still geworden - für regelmäßige Veröffentlichungen fehlt mir gerade die Zeit... Regelmäßig aktualisierte News gibt es aber bei meinem Twitter-Account oder auf Facebook.



 

Persönliche Berichte über die Hegemonie der Mittelklasse in der Linken.

Es gibt keine Klassenunterschiede mehr. Wir sind heute anscheinend alle eine große Mittelklassefamilie, mit der Oberschicht und dem globalen Kapitalismus als Feind. Die Unterschicht ist so klein, dass du sie verpasst, wenn du zwinkerst. Die ArbeiterInnenklasse ist im Museum gelandet. Manchmal wird sie abgestaubt, um der Lebensgeschichte bekannter ArbeiterInnen Bedeutung zu verleihen. Einmal im Jahr wird sie mit Liedern und Fahnen gefeiert. Was empfinden aber jene Linken, die die Codes der Mittelklasse nicht kennen? Wie fühlt es sich an, in einem Demonstrationszug neben AkademikerInnen mit netten Wohnungen in der Innenstadt zu gehen, die „Internationale Solidarität“ skandieren?

Ab 18:00 Essen, ab 19:00 Beginn
Wo? Anarchistische Bibliothek Wien, Lerchenfelder Straße 124-126, 1080 Wien (Hof 3 Tür 1A)

Die Broschüre kann man sich z.B. bei anarchia-versand oder in der anarchistischen Buchhandlung besorgen.




Hurra diese Welt geht unter...

K.I.Z. feat Henning May: Hurra die Welt geht unter
https://www.youtube.com/watch?v=XTPGpBBwt1w




1. Mai: Ursprung, Revolte & Kritik

In dieser Sondersendung zum 1. Mai gibt es unterschiedliche Texte aus Vergangenheit und Gegenwart betreffend einer kritischen Auseinandersetzung des Traditionalismus dieses Feiertags, der kapitalistischen Logik der Arbeit und den anarchistischen Ursprüngen. Ihr hört Lesungen aus der Zeitschrift “An die Waisen des Existierenden” (2011) sowie “Eine anarchistische Perspektive auf den 1. Mai” aus dem Jahr 2013. Außerdem werden diverse Auszüge aus der historischen Rede des Anarchisten Parsons vor Gericht 1887 vorgetragen, das ihn aufgrund der Haymarket-Affaire mit anderen Anarchisten zum Tode verurteilte.

Hier gibt es die Sendung zum Nachhören.




Krilit 2016


Vom 10. - 12. Juni 2016 finden wieder die Kritischen Literaturtage in Wien statt - die Anarchistische Buchhandlung wird mit einem Büchertisch vertreten sein. Das genaue Programm könnt ihr der Homepage der Krilit entnehmen.

Veranstaltungsort:
KunstSozialRaum Brunnenpassage
Brunnengasse 71/Yppenplatz , 1160 Wien
(U6 Josefstädterstraße)

Öffnungszeiten:
Freitag, 10. Juni: 14.00 bis 20.00 Uhr
Samstag, 11. Juni: 12.00 bis 20.00 Uhr
Sonntag, 12. Juni: 12.00 bis 17.00 Uhr

EINTRITT FREI!




Fuck The Government, I Love You!

The Bunring Hell: Fuck The Government, I Love You
http://www.youtube.com/watch?v=FIRph805nJE




12. bis 21. August im nördlichen Niederösterreich

Acamp 2016Was es werden soll

Das anarchistische Camp 2016 in Österreich hat zum Ziel, Menschen strömungs-, projekt- und grenzübergreifend zusammenzubringen und die Kooperation innerhalb der linken und anarchistischen Bewegung zu stärken. Herrschaftslose Gesellschaftsalternativen können nicht nur aus Büchern erlernt werden – sie müssen im richtigen Leben erprobt sein. Das Camp kann uns Erfahrungen mit Selbstorganisation ermöglichen, neue Perspektiven für soziales Zusammenleben eröffnen und Ideen für zukünftige Projekte schaffen. Außerdem fördert die gemeinsame Auseinandersetzung mit herrschaftskritischem Denken das Hinterfragen des eigenen Handelns.

Wir wollen eine zentrale Schnittstelle für die verschiedenen Kämpfe gegen die alltäglichen Formen von Rassismus, Sexismus und Ausbeutung schaffen und damit auch ein Vernetzungs- und Aktionsnetzwerk über die Dauer eines Camps hinaus aufbauen. Du brauchst weder in irgendeiner Szene zu sein noch dich mit irgendwelchen Theorien auszukennen, um am A-Camp teilzunehmen. Jede*r ist eingeladen, die*der sich mit emanzipatorischen und antiautoritären Ideen identifizieren kann.

Unsere Stärke liegt in solidarischer Gemeinschaft!

Was es gibt und was es kann - Ablauf und Programm

Das A-Camp ist kein “Urlaub” im üblichen Sinn. “Urlaub” beinhaltet die Trennung von Arbeit und Freizeit. Statt unsere Arbeitskraft zu regenerieren wollen wir unser Leben gemeinsam ohne Zwänge gestalten und die anarchistische Theorie mit einer solidarischen Praxis auffüllen: bei den Dingen des alltäglichen Lebens ebenso, wie bei Diskussionen, Workshops und beim gegenseitigen Kennenlernen.

Das Camp findet auf dem Gelände eines Hofkollektivs statt. Es gibt mehrere Wiesen, einen kleinen Fluss und wahrscheinlich einen Feuerplatz. Neben genügend Platz zum Zelten bietet das Camp die unterschiedlichste Infrastruktur und wir können ein paar der vorhandenen Räume nutzen (andere werden verschlossen bleiben).

Gemeinsam wird so gekocht, dass alle etwas essen können (Veganer*innen, Rücksicht auf Allergien oder stillende Mütter). Wichtig ist uns, einen solidarischen Anspruch praktisch umzusetzen: Wenn wir die anfallenden Alltagsarbeiten (einkaufen, kochen, putzen, aufräumen, …) gemeinsam bewältigen und in Kooperation auf alle Campteilnehmer*innen aufteilen, muss jede*r einzelne nur wenig Zeit dafür aufbringen.

Gelebte Anarchie setzt auch voraus, dass wir praktisch handeln. Um unseren Gastgeber*innen für das Bereitstellen ihres Geländes zu danken, wollen wir mit ihnen gemeinsam auch etwas schaffen, was am Gelände bleibt und ihnen zugutekommt.




Heraus zum 1. MaiGegen Ende des 19. Jahrhunderts kämpfte die internationale ArbeiterInnenbewegung um die Einführung des 8-Stunden-Tages. Um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen, traten am 1. Mai 1886 hunderttausende ArbeiterInnen in den USA in den Streik. Vor allem in Chicago mit einer großen Community deutscher EinwandererInnen wurden Arbeitskämpfe seit Jahren heftig geführt, Polizei und private Milizen setzten die Interessen der Arbeitgeber brutal durch. Der 1. Mai blieb friedlich - aber am 3. Mai töteten Polizei und Pinkerton-Detektive bei der brutalen Auflösung eines Streiks zwei Arbeiter. Bei einer darauf folgenden Demonstration detonierte eine Bombe, die Polizei schoss in die Menge - mehrere Polizisten und Arbeiter starben ("Haymarket-Affäre"). Als Reaktion folgten Verhaftungswellen sowie Zeitungs- und Versammlungsverbote gegen die große anarchistische ArbeiterInnenbewegung von Chicago. Gegen 8 Anarchisten (die meisten deutsche Einwanderer) wurde schließlich Anklage erhoben, August Spies, Adolph Fischer, Georg Engel und Albert Parsons wurden hingerichtet. Louis Lingg nahm sich im Gefängnis das Leben.

200.000 Menschen säumten bei einem der größten Begräbniszüge in der Geschichte Chicagos die Straßen. Sechs Jahre später sollte der neue Gouverneur die Anarchisten rehabilitieren: "In all den Jahrhunderten während derer Regierungen von Menschen bestimmt und Verbrechen bestraft werden, hat kein Richter eines zivilisierten Landes jemals ein solches Urteil gefällt." Noch heute sind die Gerichtsreden z.B. von August Spies oder Georg Engel lesenswert.

Das Leben von August Spies
Das Leben von Georg Engel
Das Leben von Louis Lingg
Das Leben von Adolph Fischer 
Das Leben von Samuel Fielden
Das Leben von Oskar Neebe
Das Leben von Albert R. Parsons
Das Leben von Michael Schwab 
August Spies - Rede vor Gericht
Louis Lingg - Rede vor Gericht
Adolph Fischer - Rede vor Gericht
Albert R. Parsons - Rede vor Gericht 
Haymarket 1886 - Chicago am Tag der Hinrichtungen
Haymarket 1886 - Aus den Briefen an Gouverneur Richard Oglesby 
Haymarket 1886 - Das Begräbnis der Ermordeten
Haymarket 1886 - Die Grabrede von Robert Reitzel
Haymarket 1886 - Die Jahre nach dem Justizmord

"Ich hasse und bekämpfe nicht den einzelnen Kapitalisten, sondern das System, welches diesen Kapitalisten so privilegiert." (Georg Engel)

"Ich verachte euch! Ich verachte eure Ordnung, eure Gesetze, eure Gewaltherrschaft! Hängt mich dafür!" (Louis Lingg)




So richtig in eine Schublade passen sie musikalisch nicht - dafür umso hörenswerter!

Tut das Not: 68 angekommen
https://www.youtube.com/watch?v=7bLMDz9x2Aw




Im öffentlichen Interesse von der Flüchtlingskrise überlagert, schwelt die Krise der Euro-Zone weiter. Nichts geändert hat sich auch an der Konfusion, die in der Linken über diese Krise und die Möglichkeiten ihrer Bewältigung herrscht. In der Hoffnung auf sachhaltigen Streit hatten wir dazu vor einer Weile den Beitrag »Krisenlösung als Wunschkonzert« in »analyse & kritik« veröffentlicht; tatsächlich folgten darauf auch einige Erwiderungen, die aber sämtliche von uns angeschnittenen Fragen wohlweislich umschifften (vgl. dazu »Zugaben zum Wunschkonzert«). Auf diese Fragen sowie die Einschätzung der Syriza-Regierung in Griechenland geht der folgende Beitrag, der im Dezember 2015 im Rahmen der »Marx-Expedition« an der Universität Leipzig gehalten wurde, nochmals ein.

Anlass für die Kritik, die wir vor mittlerweile fast drei Jahren in dem Text Krisenlösung als Wunschkonzert formuliert haben, war die Beobachtung, dass bestimmte fragwürdige Vorstellungen über das Verhältnis von Krise und Staat bis weit in nominell radikale Kreise hinein gang und gäbe geworden sind. In einem Satz zusammengefasst wollten wir damals der Auffassung entgegentreten, alternativ zum sogenannten Neoliberalismus, der sich in gnadenloser Austeritätspolitik auf Kosten der Lohnabhängigen austobt, während er andererseits quasi aus reiner Willkür die Banken und Anleger rettet, gäbe es eine andere, soziale Krisenlösung, die gerade durch eine Umverteilung von oben nach unten und umfangreiche Staatsprogramme nicht nur den Lohnabhängigen allerlei Härten erspart, sondern auch die ramponierte Ökonomie wieder flott macht. Diese Vorstellungen fallen hinter alle kritischen Einsichten zurück, die seit Marx über das Kapital und seine Krisen formuliert worden sind. Eine Kritik solcher Vorstellungen kann vielleicht einen bescheidenen Beitrag dazu leisten kann, dass sich aus der ganzen Misere heraus wider Erwarten doch noch eine sozialrevolutionäre Bewegung entwickelt; wir überschätzen die Bedeutung einer solchen Kritik allerdings auch nicht, will sagen, bestimmte sozialreformerische Illusionen sind sicherlich nicht der größte oder sogar alleinige Hemmschuh für die Herausbildung einer solchen Bewegung. Festhalten muss man erstmal, dass in all den Kämpfen, die es im Zuge der Krise gegeben hat, nirgends der entscheidende Sprung von Streiks und Platzbesetzungen zur Betriebsbesetzung und zu irgendeiner Form von Räten gewagt worden ist. Die Vorstellung, sich gemeinsam die Produktionsmittel anzueignen, ist auch dort, wo eine irrwitzige Arbeitslosigkeit herrscht und es wirklich ums Eingemachte geht, offenbar so undenkbar geworden, dass es gar kein Polizeiaufgebot braucht, um die Leute daran zu hindern; das scheint uns das eigentliche Problem zu sein. (1) Damit will ich nur klarstellen, dass wir nicht einem bestimmten Muster linksradikaler Kritik folgen, wonach irgendwelche Reformisten ein eigentlich zur Revolution drängendes Proletariat vom rechten Weg abbringen. Darauf komme ich nachher nochmal am Fall Griechenland zurück.




While sex and consent are of course serious issues, the producers of this video manage – with some stick figures and a cup of tea – to really zero in on just how easy it should be to respect one another when it comes to sex.

https://www.youtube.com/watch?v=fGoWLWS4-kU




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