News / Mein "Blog"

Neues aus anarchistischen und sozialrevolutionären Bewegungen und was mir halt gerade so durch den Kopf geht. Die alten Beiträge findet ihr nach Monaten sortiert, einzelne sind thematisch archiviert oder wurden in die Textsammlung verschoben. Regelmäßig aktualisierte News gibt es zudem bei meinem Twitter-Account oder auf Facebook.


 

Vom 22. - 24. April findet die erste Anarchistische Buchmesse in Wien statt. Das ist das Programm:

Anarchistische Buchmesse Wien

Dienstag | 19.04 2016

20:00 Uhr: Demokratie oder Freiheit? Was ist der Unterschied zwischen Demokratie und Anarchie
Anarchistische Bibliothek und Archiv Wien | Lerchenfelderstrasse 124–126 | 1080 Wien (Hof 3)

Freitag | 22.04.2016

17:00 Uhr: Exkursion: Zentralfriedhof
Treffpunkt: 17:00 Uhr | Endstation U3 Simmering – Ausgang Simmeringer Hauptstrasse
20:00 Uhr: Abendprogramm im EKH | Wielandgasse 2–4 | 1010 Wien




Ein Medienvideo zu Besetzung und Räumung des Haus Caracol in der Grazbachgasse in Graz 2007.




Ihr "Glück in Argentinien zu machen" hofften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts viele verarmte und politisch verfolgte Europäer. Mit ihnen kamen auch ihre politischen Ideen über den Atlantik an den Rio de la Plata. Vor allem Anarchisten haben die Geschichte der argentinischen Arbeiterbewegung zeitweise entscheidend beeinflusst. Mit Streiks wollten sie nicht nur bessere Löhne erkämpfen, sondern auch eine Gesellschaft "ohne Herrschaft von Menschen über Menschen", ohne Hierarchien und staatliche Zwangsjacke. Eine Mehrheit entschied sich für den gewaltlosen Weg, eine Minderheit beharrte dagegen auf gewaltsame "direkte Aktionen". So die sogenannten "Enteigner", die mit Bank- und Fabriküberfällen die Revolution finanzieren wollten. Einige gewaltfreie Ideen der Anarchisten haben bis heute überlebt. So in selbst verwalteten Fabriken am Rio de la Plata.

Eine hörenswerte Radiosendung des SWR 2




Ein Refelexionspapier des Kostnixladen "Schenke" aus Wien.

Die Schenke - Reflexionen über einen Kostnix-Laden in Wien und den Zwiespältigkeiten einer umsonst-ökonomischen Praxis

Das Schenke Kollektiv ist ein Kost-Nix-Laden mit einem dazugehörigen Café-Raum in Wien. Dies bedeutet, dass Menschen Dinge bringen können und Andere diese mitnehmen, ohne Geld, ohne Tauschlogik. Der Café Raum ist ausgestattet mit Bücherregalen (auch hier können Bücher mitgenommen und gebracht werden) und Sessel und Sofas. Ebenfalls gibt es einen Billardtisch und eine große Küche, in der an geöffneten Tagen des Kost-Nix-Ladens häufig gekocht wird. Auch im Café Raum besteht das Schenk-Prinzip, alle zahlen so viel sie wollen und können. Dass ein Café zum Kost-Nix-Laden gehört, ist auch darauf zurückzuführen, dass es schon bei der Raumsuche das Bedürfnis gab, einen Ort zu schaffen, in dem Menschen einfach sein können ohne konsumieren zu müssen. Das Café ist auch zum Austausch gedacht, um den Kost-Nix-Laden einzubetten. Ebenso wird das Café häufig Gruppen zur Verfügung gestellt, die keine Miete bezahlen können. So gab es einige Jahre eine selbstorganisierte Box-Gruppe, die sich in der Schenke getroffen hat, es werden Geburtstage gefeiert oder Filme gezeigt und Lesungen veranstaltet.

Der Raum wurde 2010 eröffnet und hat seitdem 2-3 mal pro Woche geöffnet – an einem der Tage mit einer F*L*I*T*-Einladungspolitik. Das bedeutet, dass an diesem Tag versucht wird einen geschützten Raum für Frauen*, Lesben*, Inter*- und Trans*-Personen zu schaffen. Männer, die sich mit ihrem zugeschrieben Geschlecht identifizieren, sind an dem Tag ausgeschlossen.

Die Idee der Schenke entstand aus dem Wunsch aus der Waren-Logik des Konsumierens auszubrechen und eine Alternative auszuprobieren, Raum zu schaffen, der etwas weniger von kapitalistischen Handlungen durchdrungen ist, bzw. Momente des Nachdenkens in diesen Handlungen eröffnet (denn natürlich ist auch ein Kost-Nix-Laden in diese Verhältnisse eingebunden, allein schon durch die Miete, die jeden Monat bezahlt wird).

Was geschah mit der Schenke?

In der Schenke gab es in den letzten 1 1/2 Jahren viele schwierige Auseinandersetzungen, viele Prozesse, Frustrationen, mehrere ‚Zukunfts-Treffen‘, in denen auch immer wieder die Frage des ‚Aufhörens‘ aufgekommen ist. Überforderung Einzelner, der Satz ‚Es braucht neue Leute, die mitmachen.‘ ist aus einem gefühlten Mangel an sich verantwortlich-fühlenden Personen oft gefallen.




Frei.Wild: die Band, die Wahrheit, der Hitlergruß - so übertitelte der Blog „schattenbericht“ einen Beitrag über die Südtiroler Band Frei.Wild, die gestern den Echo gewann. Über Frei.Wild und ihre Ansichten wurde und wird viel diskutiert – dies kann an anderer Stelle nachgelesen werden. Und dass Philipp Burger zuvor bei der Skinheadband „Kaiserjäger“ spielte, ist ebenfalls kein Geheimnis. Dass es bei dieser jedoch nur um „Liebe, Freundschaft und Alkohol“ (Philipp Burger 2002) ging und es „unfaire Nazivorwürfe“ gegeben habe, ist nicht nur in Anbetracht des im Booklet abgebildeten Hitlergrußes sowie ausländerfeindlicher Textstellen eine Verharmlosung. Denn Kaiserjäger spielten ihr Konzert im Kontext der neonazistischen Skinheadbewegung „Blood & Honour“, von deren Geschichte in Südtirol um die Jahrtausendwende der folgende Beitrag aus dem Jahr 2003 handelt. Oder anders ausgedrückt: Es handelte sich nicht nur um eine "Liebesschnulzenband" mit harter Rockmusik, sondern eindeutig um eine Band aus der rechtsextremen Südtiroler Skinehadszene. Es waren übrigens das hier angeführte Konzert und die folgenden Auseinandersetzungen innerhalb der rechtsextremen Szene, die noch am selben Abend zur Auflösung von "Kaiserjäger" führten.

Blood & Honour in Südtirol um die Jahrtausendwende

In Südtirol formierte sich Blood & Honour um die Meraner Band „Südfront“ und die von den Bandmitgliedern mitorganisierte „Skinheads Tirol - Sektion Meran“. Diese Sektion zählte sich bewusst zur Blood & Honour Division Österreich - auch um sich von italienischstämmigen Skinheads abzugrenzen. Im Winter 2000 verschärften sich in Südtirol die ideologischen Auseinandersetzungen zwischen deutsch- und italienischsprachigen Faschoskinheads. Bei einem von Blood & Honour organisierten Konzert am 13.1.2001 in der „Sportbar“ in Vahrn - das erste größere Rechtsrockkonzert in Südtirol seit 1999 - eskalierte die Lage. Weil rechte Skinheads aus Brixen, die Kontakte zu den italienischsprachigen „KameradInnen“ der „Veneto Fronte Skinheads“ (VFS) pflegten, letztere auf das Konzert eingeladen hatten, druckten nationalistische deutschsprachige Skinheads im Vorfeld ein Flugblatt und verteilten dieses bei dem Konzert mit den Bands „Kaiserjäger“ (Brixen / Südtirol), „Vogelfrei“ (Deutschland) und „Südfront“ (Meran / Südtirol).




Diesesmal mal ganz was anderes: Spoken word "Auf eigene Gefahr" zu Gesetzen / Regeln und verantwortungsvollem Handeln / selber denken

The Real Life Guys: Auf eigene Gefahr





It is only too easy to be caught into the hustle and bustle of updates on the unfolding crisis: to be dragged into closely following minute-by-minute trackers from one “crucial summit” after another, in reading into a country’s swagging around, into demands raised and dropped, interim agreements reached and breached: heck, to even be caught into trying to understand what the lunch menu of attendants might have to do with this all. It is only too easy, in other words, to read this crisis and its management as an endlessly consecutive, theatre-like play of political actors entering the spotlight to decide the fate of those people dismissed as “flows”. Yet while this is all unfolding, and keeping well away from the spotlight for now, a crucial process plays out: the process of establishing and rendering operative the so-called ‘hot spots’ – including in the Greek island of Lesbos, which is where this brief video was filmed...

Link zum Film: https://vimeo.com/158463296




Vom 28. April bis 1. Mai 2016 findet in Wien das 4. Anarchist Black Cross Wien - Festival statt. Lineup & Programm: https://abcfestvienna.noblogs.org/

ABC Festival Wien 2016




In Spanien stehen derzeit rund 3 Millionen Wohnungen leer und es kommt weiterhin täglich zu zahlreichen Zwangsräumungen. Schließlich muss kapitalistische "Ordnung" aufrechterhalten werden - auch wenn dafür hunderte Menschen (die Hälfte von ihnen Minderjährig) von Riotcops auf die Straße gesetzt werden, damit ein weiterer leerstehender Wohnblock dazu kommt... Bericht geklaut vom lesenswerten Blog Bodenfrost.

Gran Canaria - Wohnprojekt Esperanza räumungsbedroht

Das selbstverwaltete Wohnprojekt Comunidad la Esperanza auf Gran Canaria ist akut räumungsbedroht. Am 14. März erhielten die Bewohner ein Schreiben des Bürgermeisters von Santa María de Guía, in dem er ihnen ein Ultimatum stellte. Bis Ende des Monats sollen sie die Gebäude “freiwillig” verlassen haben, sonst werde er veranlassen, dass sie von Strom und Wasser abgeschnitten werden. Die verzweifelten Bewohner wandten sich daraufhin an die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC), mit der Bitte um Beistand.

Das Wohnprojekt Comunidad la Esperanza war Anfang 2013 von der Anarchistischen Föderation Gran Canaria ins Leben gerufen worden, als die ersten 20 Familien in einem bis dahin leerstehenden Wohnblock in Santa María de Guía untergebracht wurden. Seitdem ist das Projekt stetig gewachsen. Mittlerweile leben dort in vier Wohnblöcken bis zu 310 Menschen, wovon über 150 minderjährig sind. Sie stammen allesamt aus prekären Verhältnissen, Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosigkeit.




„Bitte schicken Sie uns einige Maschinengewehre und Zigaretten...“

...ist der Titel einer im Institut für Anarchismusforschung erschienenen Broschüre über Leo Rothziegel. Der Autor Peter Haumer erzählt über die wichtigsten Etappen seines kurzen Lebens und die wichtige Rolle, die er im Jännerstreik 1918 und in der österreichischen Revolution 1918/19 gespielt hat.

Zur Broschüre: Anarchia-Versand
Zur Radiosendung: Anarchistisches Radio Wien




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