News / Mein "Blog"

Neues aus anarchistischen und sozialrevolutionären Bewegungen und was mir halt gerade so durch den Kopf geht. Die alten Beiträge findet ihr nach Monaten sortiert, einzelne sind thematisch archiviert oder wurden in die Textsammlung verschoben. Regelmäßig aktualisierte News gibt es zudem bei meinem Twitter-Account oder auf Facebook.


 

Ein Refelexionspapier des Kostnixladen "Schenke" aus Wien.

Die Schenke - Reflexionen über einen Kostnix-Laden in Wien und den Zwiespältigkeiten einer umsonst-ökonomischen Praxis

Das Schenke Kollektiv ist ein Kost-Nix-Laden mit einem dazugehörigen Café-Raum in Wien. Dies bedeutet, dass Menschen Dinge bringen können und Andere diese mitnehmen, ohne Geld, ohne Tauschlogik. Der Café Raum ist ausgestattet mit Bücherregalen (auch hier können Bücher mitgenommen und gebracht werden) und Sessel und Sofas. Ebenfalls gibt es einen Billardtisch und eine große Küche, in der an geöffneten Tagen des Kost-Nix-Ladens häufig gekocht wird. Auch im Café Raum besteht das Schenk-Prinzip, alle zahlen so viel sie wollen und können. Dass ein Café zum Kost-Nix-Laden gehört, ist auch darauf zurückzuführen, dass es schon bei der Raumsuche das Bedürfnis gab, einen Ort zu schaffen, in dem Menschen einfach sein können ohne konsumieren zu müssen. Das Café ist auch zum Austausch gedacht, um den Kost-Nix-Laden einzubetten. Ebenso wird das Café häufig Gruppen zur Verfügung gestellt, die keine Miete bezahlen können. So gab es einige Jahre eine selbstorganisierte Box-Gruppe, die sich in der Schenke getroffen hat, es werden Geburtstage gefeiert oder Filme gezeigt und Lesungen veranstaltet.

Der Raum wurde 2010 eröffnet und hat seitdem 2-3 mal pro Woche geöffnet – an einem der Tage mit einer F*L*I*T*-Einladungspolitik. Das bedeutet, dass an diesem Tag versucht wird einen geschützten Raum für Frauen*, Lesben*, Inter*- und Trans*-Personen zu schaffen. Männer, die sich mit ihrem zugeschrieben Geschlecht identifizieren, sind an dem Tag ausgeschlossen.

Die Idee der Schenke entstand aus dem Wunsch aus der Waren-Logik des Konsumierens auszubrechen und eine Alternative auszuprobieren, Raum zu schaffen, der etwas weniger von kapitalistischen Handlungen durchdrungen ist, bzw. Momente des Nachdenkens in diesen Handlungen eröffnet (denn natürlich ist auch ein Kost-Nix-Laden in diese Verhältnisse eingebunden, allein schon durch die Miete, die jeden Monat bezahlt wird).

Was geschah mit der Schenke?

In der Schenke gab es in den letzten 1 1/2 Jahren viele schwierige Auseinandersetzungen, viele Prozesse, Frustrationen, mehrere ‚Zukunfts-Treffen‘, in denen auch immer wieder die Frage des ‚Aufhörens‘ aufgekommen ist. Überforderung Einzelner, der Satz ‚Es braucht neue Leute, die mitmachen.‘ ist aus einem gefühlten Mangel an sich verantwortlich-fühlenden Personen oft gefallen.




Frei.Wild: die Band, die Wahrheit, der Hitlergruß - so übertitelte der Blog „schattenbericht“ einen Beitrag über die Südtiroler Band Frei.Wild, die gestern den Echo gewann. Über Frei.Wild und ihre Ansichten wurde und wird viel diskutiert – dies kann an anderer Stelle nachgelesen werden. Und dass Philipp Burger zuvor bei der Skinheadband „Kaiserjäger“ spielte, ist ebenfalls kein Geheimnis. Dass es bei dieser jedoch nur um „Liebe, Freundschaft und Alkohol“ (Philipp Burger 2002) ging und es „unfaire Nazivorwürfe“ gegeben habe, ist nicht nur in Anbetracht des im Booklet abgebildeten Hitlergrußes sowie ausländerfeindlicher Textstellen eine Verharmlosung. Denn Kaiserjäger spielten ihr Konzert im Kontext der neonazistischen Skinheadbewegung „Blood & Honour“, von deren Geschichte in Südtirol um die Jahrtausendwende der folgende Beitrag aus dem Jahr 2003 handelt. Oder anders ausgedrückt: Es handelte sich nicht nur um eine "Liebesschnulzenband" mit harter Rockmusik, sondern eindeutig um eine Band aus der rechtsextremen Südtiroler Skinehadszene. Es waren übrigens das hier angeführte Konzert und die folgenden Auseinandersetzungen innerhalb der rechtsextremen Szene, die noch am selben Abend zur Auflösung von "Kaiserjäger" führten.

Blood & Honour in Südtirol um die Jahrtausendwende

In Südtirol formierte sich Blood & Honour um die Meraner Band „Südfront“ und die von den Bandmitgliedern mitorganisierte „Skinheads Tirol - Sektion Meran“. Diese Sektion zählte sich bewusst zur Blood & Honour Division Österreich - auch um sich von italienischstämmigen Skinheads abzugrenzen. Im Winter 2000 verschärften sich in Südtirol die ideologischen Auseinandersetzungen zwischen deutsch- und italienischsprachigen Faschoskinheads. Bei einem von Blood & Honour organisierten Konzert am 13.1.2001 in der „Sportbar“ in Vahrn - das erste größere Rechtsrockkonzert in Südtirol seit 1999 - eskalierte die Lage. Weil rechte Skinheads aus Brixen, die Kontakte zu den italienischsprachigen „KameradInnen“ der „Veneto Fronte Skinheads“ (VFS) pflegten, letztere auf das Konzert eingeladen hatten, druckten nationalistische deutschsprachige Skinheads im Vorfeld ein Flugblatt und verteilten dieses bei dem Konzert mit den Bands „Kaiserjäger“ (Brixen / Südtirol), „Vogelfrei“ (Deutschland) und „Südfront“ (Meran / Südtirol).




Diesesmal mal ganz was anderes: Spoken word "Auf eigene Gefahr" zu Gesetzen / Regeln und verantwortungsvollem Handeln / selber denken

The Real Life Guys: Auf eigene Gefahr





It is only too easy to be caught into the hustle and bustle of updates on the unfolding crisis: to be dragged into closely following minute-by-minute trackers from one “crucial summit” after another, in reading into a country’s swagging around, into demands raised and dropped, interim agreements reached and breached: heck, to even be caught into trying to understand what the lunch menu of attendants might have to do with this all. It is only too easy, in other words, to read this crisis and its management as an endlessly consecutive, theatre-like play of political actors entering the spotlight to decide the fate of those people dismissed as “flows”. Yet while this is all unfolding, and keeping well away from the spotlight for now, a crucial process plays out: the process of establishing and rendering operative the so-called ‘hot spots’ – including in the Greek island of Lesbos, which is where this brief video was filmed...

Link zum Film: https://vimeo.com/158463296




Vom 28. April bis 1. Mai 2016 findet in Wien das 4. Anarchist Black Cross Wien - Festival statt. Lineup & Programm: https://abcfestvienna.noblogs.org/

ABC Festival Wien 2016




In Spanien stehen derzeit rund 3 Millionen Wohnungen leer und es kommt weiterhin täglich zu zahlreichen Zwangsräumungen. Schließlich muss kapitalistische "Ordnung" aufrechterhalten werden - auch wenn dafür hunderte Menschen (die Hälfte von ihnen Minderjährig) von Riotcops auf die Straße gesetzt werden, damit ein weiterer leerstehender Wohnblock dazu kommt... Bericht geklaut vom lesenswerten Blog Bodenfrost.

Gran Canaria - Wohnprojekt Esperanza räumungsbedroht

Das selbstverwaltete Wohnprojekt Comunidad la Esperanza auf Gran Canaria ist akut räumungsbedroht. Am 14. März erhielten die Bewohner ein Schreiben des Bürgermeisters von Santa María de Guía, in dem er ihnen ein Ultimatum stellte. Bis Ende des Monats sollen sie die Gebäude “freiwillig” verlassen haben, sonst werde er veranlassen, dass sie von Strom und Wasser abgeschnitten werden. Die verzweifelten Bewohner wandten sich daraufhin an die Anarchistische Föderation Gran Canaria (FAGC), mit der Bitte um Beistand.

Das Wohnprojekt Comunidad la Esperanza war Anfang 2013 von der Anarchistischen Föderation Gran Canaria ins Leben gerufen worden, als die ersten 20 Familien in einem bis dahin leerstehenden Wohnblock in Santa María de Guía untergebracht wurden. Seitdem ist das Projekt stetig gewachsen. Mittlerweile leben dort in vier Wohnblöcken bis zu 310 Menschen, wovon über 150 minderjährig sind. Sie stammen allesamt aus prekären Verhältnissen, Arbeitslosigkeit, Armut und Obdachlosigkeit.




„Bitte schicken Sie uns einige Maschinengewehre und Zigaretten...“

...ist der Titel einer im Institut für Anarchismusforschung erschienenen Broschüre über Leo Rothziegel. Der Autor Peter Haumer erzählt über die wichtigsten Etappen seines kurzen Lebens und die wichtige Rolle, die er im Jännerstreik 1918 und in der österreichischen Revolution 1918/19 gespielt hat.

Zur Broschüre: Anarchia-Versand
Zur Radiosendung: Anarchistisches Radio Wien




...Deutschpunk aus den 80ern

Canalterror: Maximierung des Gewinns




Mehr Informationen und Programm unter www.buechermesse.at

Anarchistische Buchmesse Wien 2016




Revista Buna Nr. 3Die dritte Ausgabe des libertären Rumänien-Magazins BUNĂ ist soeben erschienen. Über den Inhalt schreibt die Redaktion im Editorial:

“Liebe Leserinnen und Leser, diese Zeilen werden in bewegten Zeiten geschrieben. Millionen Menschen sind aufgrund von Krieg, Mord, Versklavung und Vertreibung auf der Flucht. Religiöse Faschisten ermorden kritische und libertäre JournalistInnen, ermorden KonzertbesucherInnen. Kritik an Religionen, an „Gott“, Lebensfreude und Heavy Metal ist ihnen „Sünde“. Das haben der Islamische Staat als auch die Rumänisch-Orthodoxe Kirche gemeinsam. Nach dem verheerenden Brand während eines Heavy Metal Konzertes im Bukarester „Colectiv-Klub“ wurden aus der orthodoxen Kirche Stimmen laut, die verbrannte und verletzte BesucherInnen als „Satanisten“ bezeichneten. Die ideologischen Welten des Islamischen Staates und der Rumänisch-Orthodoxen Kirche liegen also gar nicht so weit auseinander. Ausländerfeindliche und faschistische Bewegungen erleben in ganz Europa einen Aufschwung. Der Rassismus wächst und nicht wenige „demokratische“ Regierungen bekämpfen die Flüchtenden mit Zäunen, Lagern, Tränengas, Schlagstöcken und Abschiebungen.

In dieser Zeit ist es eine vordringliche Aufgabe, rassistischen und faschistischen Bewegungen entschieden entgegenzutreten, staatlichen Rassismus zu benennen und zu bekämpfen und für die menschliche Selbstbestimmung einzutreten. Hunderttausende in Europa tun dies. Anarcho-SyndikalistInnen und AnarchistInnen gehören dazu. In Rumänien und Deutschland, in Ungarn und Griechenland. Wir sollten die politisierten Zeiten dafür nutzen, über die praktische Solidarität und den Antifaschismus hinaus unsere anarchistischen Gesellschaftsvorstellungen und Werte zu vermitteln. Nur eine starke anarchistische-syndikalistische Bewegung, die zu einer freien Gesellschaft führt, ist schlussendlich in der Lage, allen Menschen ein Leben in Freiheit, Würde und Gleichberechtigung zu ermöglichen.

Seit dem Erscheinen des letzten Heftes führten Massendemonstrationen und der öffentliche Druck der Bevölkerung zum Rücktritt der Ponta-Regierung. Corupția ucide – Korruption mordet! Wir berichten darüber. Aufgrund des begrenzten Platzes konnten wir einige Meldungen in der Nachrichtenrubrik nicht mit in das Heft nehmen. Sie informierten mehrheitlich über viele weitere Korruptionsverfahren in Rumänien gegen hochrangige Politiker, Bürgermeister, Polizeibeamte und Wirtschaftsbosse und über die aktuellen Entwicklungen in Moldawien. Mehr dazu also im nächsten Heft.

Ein weiteres Mal blicken wir zudem auf die Kampagne zur Rettung von Roșia Montană und ihr Verhältnis zu den rumänischen Faschisten und Nationalisten. Wir gehen der Frage nach, ob der Antifaschismus nur vorgeschobene Fassade ist, um die Unterstützung von Gruppen in Westeuropa nicht zu verlieren. Ein Interview konnten wir mit einem Verantwortlichen einer rumänischen atheistischen Aufklärungsseite führen. Seine positive Einschätzung über die Entwicklung der Religionskritik im Land können wir so allerdings nicht teilen, auch wenn wir Fortschritte feststellen. Über die Notwendigkeit von Religions- und Kirchenkritik berichtet der Beitrag über eine Sonderausgabe der atheistischen Zeitschrift MIZ, die die Mordanschläge auf Redakteure und MitarbeiterInnen von Charlie Hebdo thematisiert. Gibt es Grenzen der Satire und Meinungsfreiheit, wenn sie „religiöse Gefühle“ verletzen könnte? Die aktuelle schwierige rechtliche Situation emigrierter ArbeiterInnen aus EU-Staaten nach Deutschland behandelt kenntnisreich ein Beitrag von Genossen der IWW. Das Bleiberecht dieser ArbeiterInnen hängt an einer fünfjährigen Probezeit. Wichtig ist der gemeinsame Kampf aller in Deutschland lebenden Lohnabhängigen gegen Spaltungen und Befristungen, im gemeinsamen Interesse, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und Lohndrückereien zu verhindern.




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