News / Mein "Blog"

Neues aus anarchistischen und sozialrevolutionären Bewegungen und was mir halt gerade so durch den Kopf geht. Die alten Beiträge findet ihr nach Monaten sortiert, einzelne sind thematisch archiviert oder wurden in die Textsammlung verschoben. Regelmäßig aktualisierte News gibt es zudem bei meinem Twitter-Account oder auf Facebook.


 

Unter dem Titel "Mitnehmen was geht: Zielpunkt-Filiale geplündert" berichtete die Kronen Zeitung am 28.12. auf ihrer Internetseite über geplünderte Alkoholregale in der Filiale in der Schweglerstraße, 1150 Wien. Eigentümer Pfeiffer - laut Trend mit 770 Millionen Vermögen der 43reichste Österreicher - hatte Zielpunkt im November in die Insolvenz geschickt, ausstehende Löhne werden im Nachhinein vom Insolvenzfonds ausgezahlt. Wenige Tage vor der Insolvenz sicherte er sich mit einem Immobiliendeal noch um 38 Millionen Euro lukrative Zielpunktfilialen.

"Nachdem am Eingang des Geschäftes an der Schweglerstraße in Wien- Rudolfsheim ein Zettel mit der Aufschrift "Machen wir es wie (der Eigentümer, Anm.) Pfeiffer - Mitnehmen was geht - Fladern und nicht erwischen lassen" aufgeklebt wurde, stürmten Plünderer das Geschäft.

Binnen weniger Minuten waren, so ein Augenzeuge zu krone.at, die Alkoholregale völlig leergeräumt worden. Mit den erbeuteten Flaschen in der Hand stürmten die Plünderer aus der Filiale - unbehelligt von den Verkäuferinnen. Denen hatte der Zettelkleber den ersten Absatz seiner Aufforderung gewidmet: "Die Löhne immer schon beschissen - derzeit gar kein Lohn."

Niemand von den derzeit noch Beschäftigten war offenbar gewillt, sich wegen einer Flasche Wodka einen Faustschlag einzuhandeln."




Auch das Jahr 2015 war ereignisreich und von vielen großen und kleinen gewerkschaftlichen Kämpfen, Konflikten und Aktivitäten geprägt. Weiterhin bekommt die FAU Berlin Zulauf und die Zahl der Kämpfe und Konflikte stieg auf ein neues Level. Dies bedeutete auch, dass sich die FAU Berlin nach neuen Räumlichkeiten umsehen musste. Die alten waren einfach zu klein geworden. Im neuen Jahr wird die FAU Berlin ihre neuen Räume im Bezirk Wedding beziehen (Grüntaler Str. 24, 13357 Berlin).

Bessere Grundlagen für die Betriebsgruppenarbeit, Verbesserung der Streikinfrastruktur, eine zusätzliche gewerkschaftliche Beratung an der Technischen Universität Berlin durch die Bildungssektion, eine Beratung zu Sexismus am Arbeitsplatz durch die Gender-AG der FAU Berlin und eine gewerkschaftliche Beratung für Kollektivbetriebe – viele neue Entwicklungen trugen zu einer Stärkung der FAU Berlin bei. Auch bundesweit gab es Neuerungen zu vermelden vom Bundeskongress, der dieses Jahr mitten in Berlin stattfand. Eine neue Sektion im Bereich Gesundheit und Soziales gründete sich im März und kann mittlerweile Betriebsgruppen und Betriebsarbeit in verschiedenen Betrieben vorweisen. Auch die Diskussion um eine Föderation von Kollektivbetrieben, welche einen gewerkschaftlichen Anspruch und Anschluss verfolgen, hat viele Fortschritte gemacht. Hier wird es im neuen Jahr sicher spannende Neuigkeiten geben. Blicken wir also trotz aller Widrigkeiten in dieser Zeit mit einem Blick zurück nach vorn.







Frohe Weihnacht!




Anarchistischer Hip Hop. Yeah!

DDM (Drowning Dog & Malatesta): My girl´s got pressure (live in Paris)





6 December 2008, few minutes after 9 pm - Time Zero of the December Revolt. Two policemen shoot against a group of youngsters hanging out on a Saturday night, at the heart of the Exarcheia district of central Athens, an area with a long history of insurrection against authority and riots for socio economic and political grounds, inhabited mainly by anarchists, anti-authoritarians and liberals. The police bullet finds in the heart and kills 15 year old Alexandros Grigoropoulos.

As soon as the news of Alexis' murder spreads mainly through the internet, hundreds of people from the rest of Athens gather at Exarchia, which is circled by hundreds of riot policemen and that in turns infuriated people and the neighborhood quickly goes "on fire" with flaming barricades and stone attacks against the police, that lasted all throughout the night.




Ein aktuelles Projekt rund um Yok

Option Weg: Alle Systeme




Ein Text der Gruppe Wolja aus dem Dezember 2013 über den Willen-zu-tun. Ein weiterer Text der Gruppe: Vom Sinn, Zweck und Versuch einer Hausbesetzung in Jena - und ein Flyer: Tut es. Tut es selbst. Und mit anderen. Eine Anstifterei

Die Welt ist schlecht. Das haben wir ja schon immer gewusst. Meine Großmutter belehrte mich, Reiche, Arme und Ungerechtigkeit hätte es schon immer gegeben. Sie misstraute ‘denen da oben’ und wählte sie natürlich dennoch – im ‘Bewusstsein’ dabei nur ‘Schadensbegrenzung’ zu betreiben, wie sie sagte. Aus konservativer Sicht war früher alles besser und deswegen muss es heute so bleiben wie es ist, denn es könnte ja schlechter werden.

Unbewusst, verdrängt, manchmal auch zynisch verstanden, ist vielen Menschen klar, dass da was grundlegend schief läuft in diesem Land, wo Reichtum und Individualität in einem nie gekannten Maße zusammenkommen – für jene Bevölkerungsgruppen, die daran teilhaben dürfen. Ob unverständliche Finanzkrise, alltägliche Ärgernisse am Arbeitsplatz und mit staatlichen Behörden oder die selektive, Angst und Legitimität erzeugende Nachrichtenberichtserstattung – viele Menschen empfinden ein großes Unbehagen im kalten Deutschland, was damit einhergeht, dass sie einer wandelbaren Kanzlerin vertrauen, die im rasenden Stillstand scheinbar die einzige Quelle der Kontinuität darstellt.

Politiker_innen brauchen uns aber nicht weiter zu interessieren, wenn wir den Versuch unternehmen, die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse in ihrer Widersprüchlichkeit zu verstehen und in-diesen-gegen-diese Widersprüche handlungsfähig zu werden. Das Erkennen der Verhältnisse, ihre Entschleierung ist dabei keine Frage der Intelligenz, sondern eine der Perspektive und Motivation. Insofern sich Menschen finden, die Perspektiven der Unterdrückten, Enteigneten, Ausgebeuteten, Entfremdeten entwickeln und gemeinsam Motivationen gewinnen, den kapitalistischen Zustand zu überwinden, können sie miteinander voranschreiten, sich ihr Leben zurückerobern, emanzipatorisch wirksam werden.

Der Kommunismus ist das Einfache, was schwer zu machen ist (Brecht). Als leicht gesagt und schier unmöglich zu tun erscheint allein der Gedanke, die Welt, die wir vorfinden, wirklich qualitativ weiterentwickeln zu wollen, ernsthaft an die Möglichkeit vieler anderer Welten zu glauben, die den erdrückend dominanten kapitalistischen Vergesellschaftungsmodus aufheben. Wie bitte also sollte ein derartiger Versuch vonstatten gehen, im Zeitalter der verschwundenen Großerzählungen, der an sich selbst gescheiterten oder gewaltsam aufgehaltenen historischen Versuche, die Gesellschaft grundlegend zu verändern, von freien Menschen gestaltbar zu machen?




Seit 5 Jahren existiert nun die anarchistische Zeitung GǎiDào - im Dezember ist ihre 60. Ausgabe erschienen... Gratulation!

Zur 60. Nummer als PDF

GaiDao Nr. 60




Der Verlag Transcript hat das neue Commons-Buch als Open-Access-PDF online frei zur Verfügung gestellt. Das ist super! Noch großartiger ist die (vom Verlag unabhängige) Website band2.dieweltdercommons.de, auf der alle Texte samt Grafiken und Bildern als HTML umgesetzt wurden. Damit können Texte leichter am Bildschirm gelesen und bei Bedarf zusammenhängend kopiert werden.

Das Buch Buch "Die Welt der Commons - Muster gemeinsamen Handelns" als PDF (unter "open access")




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