Blogarchiv Juni 2012

Die Blogbeiträge aus dem Juni 2012


 

Via Occupied London

Greece is in the throes of a rising tide of racist pogroms. To get a taste of the violence, let us take a snapshot of what has been happening in the Greek streets in the seven days since the elections of 17 June, looking at a selection of incidents of racist violence.  The reading is breathless, but the reality is, of course, much worse. But, let us look at the conditions in the streets:

17/6, early hours: from among the crowds celebrating the footbal victory of Greece over Russia in Euro2012, there emerges a group of 70, attacking immigrants in Omonoia Square, in Central Athens. They stop buses and attack non-Greek passengers, punching and kicking them, threatening anyone who tries to oppose them. Similar attacks take place further west in the city, in Attiki Square, at the hot-spot of Agios Panteleimonas, and at the junction of Acharnon and Galatsiou, where immigrants get attacked in a nearby park by a group of bikers. The latter’s weapon of choice are their helmets. There are also reports that few minutes earlier, the same group had vandalised and torched the local kiosks of the two radical left parties, ANTARSYA and SYRIZA.




Griechenland, Frankreich, Dänemark, Brasilien oder China - überall auf der Welt regt sich entschiedener Widerstand. Hier der Zorn der Jugendlichen, dort die Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen, der Aufstand der vom System Ausgeschlossenen. Nie zuvor war der Geist der Revolte so stark und so verbreitet. Allein im Jahr 2009 wurden weltweit 524 Aufstände gezählt, und fast ein Drittel davon fand in Europa statt... Eine ARTE-Doku, die noch vor dem "arabischen Frühling", den "Indignades" und "Occupy" entstanden ist.

http://www.youtube.com/watch?v=GgffjW-tV8Q




Der Eindruck besteht, dass allerorten kritische Einstellungen beim Bürger zu finden sind. Er ist gegen Atomkraft, gegen die Umweltzerstörung, gegen globale Erwärmung, er ist für den Frieden und gegen den Krieg, er bemerkt den mangelnden Tierschutz oder kämpft gegen Bauprojekte wie „Stuttgart 21“. Heißt das nicht Freiheit, stets seine Meinung sagen zu dürfen und Kritik zu äußern, so ungehindert, wie es einem gefällt? Kann man in einer Demokratie nicht demonstrieren, Petitionen schreiben und öffentlich gegen ein bestimmtes Thema sprechen?

Der Wunsch, diese oben genannten Themen kritisch anzugehen, ist nicht zu verurteilen. Das viel gefühlte Wohlbehagen über so viel angebliche Freiheit weckt trotzdem den Verdacht, nur vordergründig zu sein. Die Politik und die Medien setzen sich mit diesen Themen genauso auseinander, wie Aufforderungen zum Umweltschutz Teil des regulären Schulstoffs geworden sind. Das macht stutzig. Man fragt sich: Warum werden diese Themen von einem Staat dankbar aufgegriffen? Warum streiten Politiker in Talkshows darüber, warum berichten die Medien so viel, warum wird auf Anweisung der Lehrpläne in Schulen über sie diskutiert? Die gleichen Ministerpräsidenten, deren Bildungsminister einen Streitpunkt wie beispielsweise „Ausstieg aus der Kernkraft“ in den Klassenzimmern kräftig diskutieren lassen, hätten die Macht Atomkraftwerke vom Netz zu nehmen.




http://www.youtube.com/watch?v=z3kPr0XAcbk




Erich Mühsam Lesungam 19. Juni 2012 20:00 Uhr
in der Anarchistischen Bibliothek und Archiv Wien
Lerchenfelder Straße 124-126
1080 Wien

am 20. Juni 2012 20:00 Uhr
im Brick 5
Fünfhausgasse 5
1150 Wien

15 Jahre lang, von 1910 bis 1924 hat Erich Mühsam, der berühmteste deutsche Anarchist sein Leben festgehalten – ausführlich, stilistisch pointiert, schonungslos auch sich selbst gegenüber – und niemals langweilig. Was diese Tagebücher so fesselnd macht, ist der wache Blick des Weltveränderers. Mühsam wollte Anarchie praktisch ausprobieren. Anarchie hieß für ihn: Leben ohne moralische Scheuklappen, ohne Rücksicht auf Konventionen – und er bewies, dass es geht. Auch das Schreiben ist Aktion, in allen Sätzen schwingt die Erwartung des Umbruchs mit, den er tatsächlich mit herbeiführt: Die Münchner Räterevolution ist auch die seine, und die Rache der bayerischen Justiz trifft ihn hart.

Mühsams Tagebuch ist ein Jahrhundertwerk, das es noch zu entdecken gilt, es erscheint in 15 Bänden – und zugleich als Online-Edition. Die gewissenhaft edierten Textbände werden im Netz unter www.muehsam-tagebuecher.de begleitet von einem Anmerkungsapparat mit kommentiertem Namenregister, Sacherklärungen, ergänzenden Materialien, Suchfunktionen – so entsteht eine historisch kritische Ausgabe!




Seit den traditionellen 1. Mai Protesten in Istanbul hat es der türkische Staat offenbar auf Anarchist_innen abgesehen: Mitte Mai wurden 60 Menschen verhaftet mit dem Vorwurf einer terroristischen Organisation anzugehören, die auf der 1. Mai-Parade Bankgebäude beschädigt hätte. Psychischer Druck in Form von Drohungen, wie Jahrzehnte lange Haftstrafen, wurde auf die Gefangenen ausgeübt, um sie zu Falschaussagen über sich und andere zu zwingen. Die bis heute in Haft verbliebenen Aktivist_innen fühlen sich unterschiedlichen politischen Spektren zugehörig, von LGBT über Tierbefreiung bis Umweltschutz und Menschenrechte. Daher würden wir uns gerne am internationalen Aktionstag mit einer breit angelegten Kundgebung für die Freiheit der türkischen Anarchist_innen in Wien beteiligen.

Kommt alle hin, bringt Freund_innen mit und lasst die Gefangenen nicht allein!

Weitere Infos zu den Verhaftungen findet ihr hier: https://at.indymedia.org/node/23062

Dienstag, 12.06.2012, 11 Uhr, Türkische Botschaft, Prinz-Eugen-Str. 40, 1040 Wien




7. bis 9. Juni 2012: Neue MP3 von ZSK, Tut das Not und Krýtika, ca. 30 neue Bilder, PDF`s der historischen Zeitungen "Der Sozialist" (Gustav Landauer) und "Die Freie Generation" sowie der Zeitung "Barrikade". Weitere Ausgaben von "Di schwarzi Chatz" und "Gai Dao" wurden hinzugefügt. Weitere PDF: FAU - Antipat Leitfaden / Dokument A 2011 / Game Over. Politisch aktiv, ohne kaputtzugehen / Grüne Beute / Heinz Schenk Debatte / FAU - Positionspapier Kollektivbetriebe / Renaissance des Anarchosyndikalismus / Revolt and Crisis in Greece / Bremens syndikalistischer Stadtführer

Texte aus "Der Sozialist" 1910:

  1. Die Politische Polizei
  2. Ein Kapitel zur Landarbeiterfrage
  3. Kurze Notizen vom Kongress Deutscher Anarchisten (1910)
  4. Polizisten und Mörder
  5. Pierre-Joseph Proudhon - Die Gesellschaft ohne Autorität (1851)
  6. Pierre-Joseph Proudhon - Das Gesetz der Armut
  7. Pierre-Joseph Proudhon - Sozialismus gegen Politik (Oktober 1948)
  8. Pierre-Joseph Proudhon - Das Erbe der Revolution (1851)
  9. Pierre-Joseph Proudhon - Gegen das Vertretungssystem
  10. Leo Tolstoi - Der Lack des Christentums
  11. Leo Tolstoi - Aufruf an die Menschheit
  12. Erich Mühsam - Frauenrecht
  13. Erich Mühsam - Der fünfte Stand
  14. Peter Kropotkin - Die Verteilung der Industrie über das Land
  15. Gustav Landauer - Sozialismus und Genossenschaft
  16. Gustav Landauer - Von der Ehe
  17. Gustav Landauer - Vom Wahn und vom Staat
  18. Gustav Landauer - Ein Brief über die anarchistischen Kommunisten
  19. Gustav Landauer - Lew Nikolajewitsch Tolstoi




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